Sudan

10. Juni 2011 19:18; Akt: 10.06.2011 19:45 Print

150 000 Menschen auf der Flucht

Bei Luftangriffen des Nordsudans auf den Süden sind drei Menschen getötet worden. Vor der bevorstehenden Teilung des Landes, häufen sich die Kämpfe im ölreichen Grenzgebiet.

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Bewohner der Stadt Kadugli fliehen vor den Kämpfen und suchen provisorischen Schutz. (Bild: AFP)

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Die Streitkräfte des Nordsudans haben offenbar erneut Luftangriffe auf Ziele im Süden geflogen und dabei mindestens drei Menschen getötet. Ein Sprecher der südsudanesischen Streitkräfte sagte am Freitag, bei den Vorstössen handle es sich um einen Versuch des Nordens, vor der bevorstehenden Teilung des Landes die Kontrolle über eine ölreiche Grenzregion zu übernehmen.


Der deutsche Aussenminister reist in den Sudan

Nach Angaben der UN sind fast 150 000 Menschen vor den jüngsten Kämpfen im Land auf der Flucht. Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle (FDP) kündigte unterdessen für kommende Woche einen Besuch im Land an.

Westerwelle wird vom 15. bis 17. Juni in den Sudan reisen. Der Besuch erfolgt im Zusammenhang mit der für den 9. Juli geplanten Abspaltung des Südsudans vom Norden, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Freitag in Berlin sagte. Wenige Wochen vor der Unabhängigkeit sei es ein «sehr wichtiger Zeitpunkt, um beide Seiten anzuhalten, die Probleme in einem konstruktiven Geist zu lösen», betonte der Sprecher.

Zugang zu wichtigen Ölquellen

Die Einwohner des Südsudans hatten sich Anfang des Jahres bei einem Referendum mit deutlicher Mehrheit für eine Loslösung vom Norden ausgesprochen. Seit Wochen kommt es in einigen Grenzregionen allerdings zu heftigen Kämpfen. Dabei geht es vor allem um den Zugang zu wichtigen Ölquellen.

Etwa 106 000 Menschen seien in der Region Abyei vor der Gewalt auf der Flucht, bis zu 40 000 weitere in der Region Kadugli, sagte UN-Sprecherin Elisabeth Byrs am Freitag in Genf. Erst 2005 endete im Sudan ein mehr als zwei Jahrzehnte andauernder Bürgerkrieg mit mindestens zwei Millionen Toten zwischen Norden und Süden.

(ap)