Wirtschaftskrise

02. April 2009 08:38; Akt: 02.04.2009 09:04 Print

Zuwanderer mit Geld vertreiben

Japan will angesichts steigender Arbeitslosigkeit tausende Zuwanderer mit einer Einmalzahlung von 300 000 Yen (3500 Franken) zur Ausreise bewegen.

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Für jedes mitausreisende Familienmitglied legt die Regierung nochmal 200 000 Yen (2300 Franken) drauf. Das Programm richtet sich an die rund 400 000 Südamerikaner japanischer Herkunft im Land. Japan befindet sich in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die Regierung will mit dem seit Mittwoch geltenden Angebot offenbar Druck vom Arbeitsmarkt nehmen, nachdem die Arbeitslosenrate mit 4,4 Prozent zuletzt auf den höchsten Wert seit drei Jahren gestiegen war. Doch das Angebot der Regierung hat einen Haken: Wer die Ausreisehilfe annimmt, kann in Japan kein Visum der gleichen Kategorie mehr bekommen. Eine Rückkehr auf den japanischen Arbeitsmarkt wäre damit de facto ausgeschlossen. Beobachter rechnen daher nicht mit grosser Nachfrage, zumal auch Südamerika unter der Weltwirtschaftskrise leidet.

Die Regierung hatte den Arbeitsmarkt in den 1990er Jahren für Nachfahren japanischer Auswanderer aus Südamerika geöffnet, um während einer Boomphase billige Arbeitskräfte zu bekommen. Die meisten der Südamerikaner in Japan, gut 300 000, kommen aus Brasilien. In dem südamerikanischen Land lebt mit rund 1,5 Millionen Menschen auch die grösste Gruppe ethnischer Japaner ausserhalb Japans.

(ap)

sentifi.com

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