Schlag gegen Clans

17. Juli 2019 19:49; Akt: 18.07.2019 15:39 Print

19 Mafiosi auf Sizilien und in New York verhaftet

In koordinierten Polizeiaktionen gegen die Mafia hat die Polizei in den USA und Italien 19 Menschen festgenommen, die Verbindungen zur Cosa Nostra hatten.

In Palermo und New York gab es einen Schlag gegen einen italoamerikanischen Mafia-Clan. (Video: Federal Office Of Investigation)
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Bei einer Razzia gegen die sizilianische Mafia haben Fahnder in Palermo 18 Verdächtige festgenommen, eine Person wurde zudem in New York verhaftet. Wie die Polizei am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mitteilte, stehen einige der in Palermo Festgenommenen in Verbindung mit einem Gangster-Clan in den USA. Ein anderer sei der Bürgermeister einer Kleinstadt nahe Palermo.

Im Fokus der Operation «New Connection» stand die Inzerillo-Familie. Sie sei ein bekanntes Mitglied der sizilianischen Mafia-Organisation Cosa Nostra, die in Palermo den Stadtteil Passo di Rigano kontrolliert habe.

Videos beweisen die Beziehung zwischen zwei Mafia-Clans

Wie Videos der Polizei belegen, hatten die Inzerillos Kontakte zum berüchtigten Gambino-Clan in New York, der lange als grösstes Verbrechersyndikat der USA angesehen wurde. In Aufnahmen am Golf von Mondello vor der Küste Siziliens sind unter anderem Tommaso Inzerillo und Thomas Gambino zu sehen, wie sie auf einem Schlauchboot sitzen und über Geschäfte reden.

Thomas Gambino, Sohn des New Yorker Gangsters Joseph, diskutiert mit Inzerillo über die Aufteilung des Erlöses aus dem Verkauf eines grossen Grundstücks in der Dominikanischen Republik.

An der internationalen Razzia waren rund 200 Beamte beteiligt, darunter auch welche der US-Bundespolizei FBI. Die Polizei stellte drei Millionen Euro sicher. Den Verhafteten wird organisierte Kriminalität, Erpressung und Betrug vorgeworfen, wie «Corriere della Sera» berichtet.

Die Geschichte hinter den Clans

Der Polizeichef von Palermo, Renato Cortese, erklärte, dass Mitglieder des Clans Passo di Rigano sich nach ihrer Niederlage in einem Revierkampf mit dem Corleone-Clan in Sizilien in den 1980er Jahren in den USA niedergelassen hätten.

Einige von ihnen seien zurückgekehrt, nachdem die Corleone-Familie an Dominanz eingebüsst habe. «Sie haben versucht, wieder an die Macht zu kommen, aber es ist ihnen nicht gelungen», so Cortese. Der Inzerillo-Clan versucht seit dem Tod des berüchtigten sizilianischen Mafia-Bosses Salvatore Riina im Jahr 2017 wieder in Italien Fuss zu fassen.

Die italienische Polizei geht seit einiger Zeit gegen die neueste Generation der Cosa Nostra vor. Im Januar hatte es in Palermo sieben Festnahmen gegeben. Im Dezember waren dutzende mutmassliche Mafia-Mitglieder sowie der designierte neue «Pate» Settimino Mineo festgenommen worden. Der Juwelier sollte den Platz Riinas an der Spitze der kriminellen Organisation einnehmen.

(sda)