Maoismus-Vorwurf

30. Juli 2014 12:52; Akt: 01.08.2014 18:03 Print

24-jähriger Schweizer in Indien verhaftet

Ein Schweizer besuchte in Indien eine Gedenkveranstaltung für einen verstorbenen maoistischen Rebellen. Die Polizei verhaftete den Genfer daraufhin.

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Jonathan B. wird von der indischen Polizei festgehalten und befragt. (Bild: Screenshot Kairali News)

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Der Westschweizer Jonathan B.* (24) besuchte im indischen Distrikt Thrissur eine Gedenkveranstaltung für einen verstorbenen Maoisten namens Sinoj. Dieser war laut indischen Medien letzten Monat bei der Herstellung von Bomben verstorben.

Das Treffen sei von indischen Maoisten (Naxaliten) organisiert worden. In den vergangenen Jahren fielen diese maoistischen Rebellen in Indien immer wieder durch blutige Terroranschläge auf, denen Dutzende Menschen zum Opfer fielen.

Der Genfer Jonathan B. wurde wegen Verstosses gegen die Visabestimmungen festgenommen. Bei ihm sei maoistische Literatur gefunden worden, teilte die Polizei mit.
Er habe sich an der Gedenkveranstaltung als «Mathew» vorgestellt und gesagt, er komme aus Frankreich.

«Er hält Informationen zurück»

Danach habe er einige Worte an die Gäste gerichtet. Weiter habe er bei einer Protestveranstaltung gegen den Gazakrieg teilgenommen. Das sei ihm jedoch als Tourist untersagt, sagte ein Polizeisprecher gemäss «Times of India».

Der Westschweizer war am 10. Juli in Begleitung einer Frau ins Land gereist. Ihm werde für die Befragung ein Dolmetscher zur Seite gestellt: «Wir befragen ihn nun. Es scheint, als halte er Informationen zurück.»

Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt gegenüber 20 Minuten die Verhaftung eines Schweizers in Indien. «Das EDA steht in Kontakt mit den zuständigen Behörden.» Weiter könnten keine Angaben gemacht werden.

* Name bekannt

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