Venezuela

02. Mai 2019 04:40; Akt: 02.05.2019 11:25 Print

27-Jährige bei Protesten in Caracas erschossen

Einen Tag nach dem Putschversuch spitzt sich die Lage in Venezuela zu: Der selbsternannte Übergangspräsident hat zu einem landesweiten Streik aufgerufen.

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In Venezuela spitzt sich die Lage bei den Protesten gegen Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro zu: Nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation ist bei einer Kundgebung in Caracas eine Frau erschossen worden.

Die 27-Jährige sei in der Hauptstadt von einer Kugel am Kopf getroffen worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation Venezolanische Beobachtungsstelle für soziale Konflikte am Mittwoch. Zuvor hatte es lediglich geheissen, eine Person sei ums Leben gekommen. Die Organisation verurteilte den «Mord» an der jungen Frau.

Am Mittwoch waren erneut zahlreiche Anhänger des selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó auf die Strasse gegangen. Bei Zusammenstössen mit Sicherheitskräften wurden zahlreiche Menschen verletzt. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen gab es mindestens 109 Verletzte, viele von ihnen wegen Schrotkugeln. Die Nichtregierungsorganisation Foro Penal registrierte 119 Festnahmen bei Protesten im ganzen Land.

Maduro droht abtrünnigen Soldaten

Derweil will Venezuelas selbsternannter Übergangspräsident Juan Guaidó den Druck auf Staatschef Nicolás Maduro mit einem Generalstreik erhöhen. Der Oppositionsführer kündigte am Mittwoch an, ab Donnerstag solle mit abgestuften Arbeitsniederlegungen begonnen werden. Dies solle zu einem Generalstreik ausgeweitet werden.

Maduro versammelte am Mittwoch ebenfalls tausende Unterstützter nahe des Präsidentenpalastes Miraflores. Er drohte den Soldaten, die sich am Dienstag gegen ihn gestellten hatten, dabei harte Konsequenzen an. Er werde nicht zögern, verurteilte Anführer des «kriminellen Putsches» hinter Gitter zu bringen, sagte der Linksnationalist.

Guaidó und Maduro liefern sich schon seit Monaten einen erbitterten Machtkampf in dem südamerikanischen Krisenstaat. Rund 50 Staaten, unter ihnen die USA und Deutschland, haben Guaidó als Übergangspräsidenten anerkannt. Maduro kann auf die Unterstützung von Staaten wie Russland, China und Kuba zählen – und offenbar weitestgehend auf den Rückhalt der venezolanischen Armee, die ein wichtiger Machtfaktor ist.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blaue Binde gelbe Weste am 02.05.2019 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Bild 10 vergleichen wir

    die Menge des Tränengases welche seit Monaten in Frankreichs Luft liegt; muss Maduro weit weniger unbeliebt sein als Macron. Oder die durch Sanktionen zerstörte Wirtschaft wirkt sich auf die Beschaffung von Tgas stark aus.

  • seriousFlake am 02.05.2019 06:57 Report Diesen Beitrag melden

    Aufklärung?

    Warum wird hier nicht über die wahren Zusammenhänge berichtet? Wer steckt hinter dem Putschversuch? Welche Interessen werden hier wirklich verfolgt? Wie steht der grossteil Volkes hinter Marudo? Wie ist die rechtliche Sicht des Putsches? Usw... Statt einfach zu Berichten was passiert wäre es angebracht mal zu recherchieren, statt nur zu kommentieren und nachzuschreiben. Solche Berichte sind leider nicht mehr lesbar, da sie mir als Leser nichts aussagen.

  • Heron am 02.05.2019 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Der Putsch in der Türkei als Vorbild

    Wieso sollte das Spielchen nicht auch in Venezuela funktionieren. Und wie gehabt schaut der Westen nichts tuend zu.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmacher am 02.05.2019 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Man

    erkennt hier, dass auch der Neo-Sozialismus gescheitert ist. Mit etwas Nachdenken und Betrachtung der Geschichte wäre das von Anfang an klar gewesen. Warum man solche Experimente nach den Erfahrungen des letzten Jahrhunderts immer wieder ausprobiert, bleibt ein Rätsel.

  • Sergio am 02.05.2019 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    BOYKOTT

    Was mich wundert, dass viele Kommentare auf die Seite Maduro ist, ich auch, weil man weiss, vom wem das Ziel ist Regime im Venezuela zu stürzen. Alle Wege führen nach USA (Washington, CIA) und das in mehreren Länder der Welt. Aber trotzdem, viele von diesen Leute indirekt unterstützen dieses Land mit kauf von denen Produkten (Waffen, Flugzeuge, Mobile Telefon, Jeans, etc. und als Touristen. Versuchen sie es, bitte, dieses Land zu boykottieren, vielleicht gibt es Erfolg?

  • Drudel am 02.05.2019 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach unglaublich

    Unglaublich! Man kommt sich vor wie im Mittelalter. Wenn einem eine GEWÄHLTE Regierung nicht in den Kram passt, wird sie schlecht geredet, mit Sanktionen belegt und weggeputscht. Unfassbar! Wie war das noch mit den Menschenrechten? Ach ja, die wurden ja schon vor 25 Jahren durch die Nato zu Grabe getragen. Schon seltsam, dass nun ausgerechnet Russland für deren Wiederbelebung einsteht.

    • Venezolano de Corazón am 02.05.2019 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Leider anders

      Der Putsch war 2015 als das legitim gewählte Parlament durch Maduro entmachtet wurde. Guaidó ist der Präsident dieses Parlamentes. Punto.

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  • Wieso so kompliziert am 02.05.2019 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso macht ihr es nicht wie immer?

    Normalerweise schickt der CIA oder die Army ein Spezialkommando runter, knipst den Volkshelden weg und kann dann unter Jubel das Land befreien!

  • El Cabron am 02.05.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Donde esta Justizia

    Die Brandstifter der Unruhen und Putschversuche gehören inhaftiert, dann wird Venezuela zur Ruhe kommen und wieder prosperieren.