Atomstreit - Nordkorea

30. Mai 2009 08:19; Akt: 30.05.2009 10:58 Print

USA drohen Nordkorea mit Krieg

Nun schiessen auch die USA rethorisch schärfer. Die Vereinigten Staaten werden nach den Worten von Verteidigungsminister Robert Gates ein atomar gerüstetes Nordkorea nicht akzeptieren. Dessen ungeachtet macht das Regime in Pjöngjang offenbar eine Interkontinentalrakete startklar.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Atomprogramm Pjöngjangs stelle eine Gefahr dar für den Frieden und die Stabilität in der Region. Gates betonte am Samstag auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur, dass die USA ihre Verbündeten in der Region verteidigen würden. Gleichzeitig warnte er Nordkorea vor einer Weiterverbreitung von Kernwaffen oder kernwaffenfähigen Materials.

Dies würde von Washington als schwere Bedrohung der USA und seiner Verbündeten gewertet. Nordkorea würde dafür zur Verantwortung gezogen werden.

Nordkorea soll Interkontinentalrakete präpariern

Südkoreanischen Berichten zufolge gibt es Anzeichen dafür, dass Nordkorea ein Objekt, dass mit Sicherheit eine Interkontinentalrakete sei, bereits per Güterzug zur Raketenstartanlage Musudan-ri an der Ostküste schaffe. Dies berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag unter Berufung auf Geheimdienstkreise.

Bei dem Flugkörper handle es sich vermutlich um eine veränderte Version einer Taepodong-2-Rakete, die theoretisch US-Territorium erreichen kann. Die Startvorbereitungen könnten frühestens in zwei Wochen abgeschlossen sein.

Ausgangspunkt für den Raketentransport ist den Angaben zufolge ein Waffenforschungszentrum nahe der Hauptstadt Pjöngjang. Das Objekt habe in etwa die Grösse derjenigen Rakete, die Nordkorea Anfang April abgeschossen habe.

Steigende Fieberkurve in der letzten Woche

Am Montag hatte Nordkorea eine Atomwaffe und in der Folge sechs Kurzstreckenraketen getestet. Erst am Freitag feuerte Nordkorea in Musudan-Ni eine Boden-Luft-Rakete mit einer Reichweite von etwa 260 Kilometern ab. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, dabei habe es sich offenbar um eine veränderte Version einer russischen SA-5 gehandelt.

Am Mittwoch drohte Nordkorea Südkorea mit einem Militäreinsatz, weil es der US-Initiative gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen beigetreten war.

Seit Donnerstag sind die südkoreanischen Streitkräfte und die immer noch im Land stationierten 28 500 US-Soldaten deshalb in erhöhter Alarmbereitschaft.

(Quelle: SDA/AP)

(sda)