Todesstrafe

18. Oktober 2008 16:28; Akt: 18.10.2008 16:40 Print

Iran wird lockerer

Hinrichtungen von Jugendlichen sollen im Iran künftig eingeschränkt werden. Einer neuen Direktive zufolge soll wegen schweren Drogendelikten keine Todesstrafe mehr gegen Minderjährige verhängt werden, sondern höchstens lebenslange Haftstrafen.

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Für Mord seien Hinrichtungen von Jugendlichen aber weiterhin möglich, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Hossein Sabhi am Samstag der Nachrichtenagentur AP.

Demnach muss immer dann die Todesstrafe vollstreckt werden, wenn die Familie des Mordopfers darauf besteht und eine finanzielle Entschädigung ablehnt. Dieses «Auge-um-Auge»-Recht könne den Familien nach islamischem Recht nicht verwehrt werden, sagte Sabhi. Derzeit sitzen rund 120 Minderjährige in iranischen Todeszellen.

Im Iran werden Menschenrechtsgruppen zufolge mehr Jugendliche hingerichtet als in allen anderen Ländern der Welt. In den vergangenen drei Jahren fanden dort zwei Drittel der weltweiten Exekutionen bei Jugendlichen statt. Ausser im Iran gibt es auch in Saudi-Arabien, im Jemen, in Pakistan und im Sudan Hinrichtungen von unter 18-Jährigen.

(ap)