Fukushima

07. August 2013 12:14; Akt: 07.08.2013 13:05 Print

300 Tonnen verseuchtes Wasser pro Tag

In Fukushima ist die Lage der havarierten Atomkraftwerke immer noch prekär. Die ausströmenden, verseuchten Wassermassen sollen nun mit einer neuen Methode gestoppt werden.

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Gute Nachrichten für Fukushima-Bewohner. Mehr als drei Jahre nach der Nuklearkatastrophe erlaubt Japan einigen von ihnen die Rückkehr in die Sperrzone rund um die Atomruine. Die Genehmigung betrifft 357 Personen aus 117 Haushalten aus einem Stadtteil von Tamura in der geräumten Sperrzone rund um das explodierte Kernkraftwerk. Noch vor über einem Jahr sah dort alles ganz anders aus. Am 22. Februar 2013 posierten Yuzo Mihara (l.) und seine Frau Yuko Händchenhalten in der Sperrzone mitten in der verlassenen Kleinstadt Namie in der Präfektur Fukushima. Das Ehepaar trug Mundschutz und weisse Schutzkleidung. Yuzo inspizierte ein zerstörtes Haus in seiner Nachbarschaft. Wie alle insgesamt 21'000 Einwohner von Namie musste er nach dem Störfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi sein Heim verlassen. Yuzo versuchte seinen verlassenen Laden vor Eindringlingen zu schützen. Er und seine Frau gehören nun zum mehr als 100'000 Personen zählenden Heer der «Nuklear-Flüchtlinge». Yuko betet vor dem Ahnenschrein in ihrem Haus. Die meisten Bewohner von Namie hoffen immer noch auf eine Rückkehr in ihre Heimatstadt. Doch nach wie vor dürfen sie aufgrund der Strahlung nur für einige Stunden zurückkehren und ihre Häuser instand stellen. Im verlassenen Haus der Miharas haben sich Mäuse eingenistet. Bilder der Bewohner kleben am Fenster eines evakuierten Hauses in Namie. Daneben hängt ein Zettel, auf dem die Betreibergesellschaft von Fukushima Daiichi, Tepco, kritisiert wird. Eine verlassene Puppe in einer verlassenen Stadt. Dieses Schild machte einst Automobilisten auf die Primarschule in Namie aufmerksam. Schon lange sass niemand mehr auf dieser Bank in Namie. Die Natur überwuchert die Technik: Stillleben in der verlassenen Stadt Tomioka, die ebenfalls in der Sperrzone liegt. Auch dieser dekorierte Zaun liegt in Tomioka. Diese Getränke- und Lebensmittel-Automaten in Naraha haben den Geist schon längst aufgegeben. Gras wächst um diese verlassenen Häuser in Nahara ... ... und Gras zwängt sich durch Risse im Strassenbelag, die durch das Erdbeben entstanden. Kein Kind schwingt sich auf diese Einräder vor einer Schule in Yamakiya. In Iitate wird radioaktiv verseuchte Erde gelagert. Iitate liegt ebenfalls in der Sperrzone. Ein Polizist inspiziert verlassene Häuser in Iitate. Die Strassenbeleuchtung funktioniert in Iitate noch. Eine öffentliche Toilette in der teilweise evakuierten Stadt Kawauchi. Die Zahl zeigt Strahlungswerte an. Eine Strassensperre markiert den Beginn der Sperrzone um das beschädigte Atomkraftwerk.

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Aus der Atomruine Fukushima strömen jeden Tag 300 Tonnen belastetes Wasser ins Meer. Die Kontaminierung sei jedoch auf Bereiche nahe dem Atomkraftwerk beschränkt, sagte die japanische Regierung nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch.

Die Regierung will dem Betreiber Tepco beim Kampf gegen atomar verseuchtes Grundwasser in Fukushima helfen. Das Land müsse dem Energiekonzern seine Hilfe anbieten, sagte ein Regierungssprecher in Tokio. Ministerpräsident Shinzo Abe werde dafür Sofortmassnahmen anordnen.

Tepco hatte im vergangenen Monat zugegeben, dass hochgradig belastetes Wasser in den Boden einsickere und das Meer verseuche. Die Ursache dafür müsse noch herausgefunden werden. Die gewaltigen Massen radioaktiv verseuchten Wassers in der zerstörten Anlage stellen für die Reparaturtrupps eines der grössten Probleme dar.

Gefrorener Boden soll helfen

Dabei handelt es sich nicht nur um die riesigen Wassermengen, die zur nötigen ständigen Kühlung in die Reaktoren gepumpt werden. Erschwerend hinzu kommt, dass jeden Tag rund 400 Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude eindringen und sich dort mit dem kontaminierten Kühlwasser vermischen. Die auf dem Areal gebauten Auffangtanks reichen für das kontaminierte Wasser kaum aus.

Um ein weiteres Eindringen von Wasser in die zerstörte Atomanlage zu verhindern, soll jetzt ein unterirdischer Wall aus gefrorenem Boden um die Reaktorgebäude errichtet werden. Zu diesem Zweck sollen Rohre mit chemischen Kühlmitteln um die Gebäude der Reaktoren 1 bis 4 im Erdreich verlegt werden. Der auf diese Weise entstehende Schutzwall aus gefrorenem Boden werde voraussichtlich eine Länge von 1,4 Kilometern haben.

(aeg/sda)