London

05. Februar 2011 19:29; Akt: 05.02.2011 19:30 Print

3000 Rechtsextreme demonstrieren

In der Nähe von London kam es zu einer Kundgebung, an welcher sich tausende Rechtsextreme beteiligten. Zudem gab es eine Gegendemonstration. Die Polizei musste einschreiten.

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Die Polizei sorgte dafür, dass die beiden Demonstranten-Gruppen nicht aufeinander los gingen. (Bild: Keystone)

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Über 1000 Polizisten hatten am Samstag in der britischen Stadt Luton die Aufgabe, Teilnehmer eines Marsches einer rechtsextremen Gruppe von Gegendemonstranten zu trennen. Rund zweitausend Anhänger der English Defense League waren in die Arbeiterstadt rund 50 Kilometer nordwestlich von London gekommen.

Etwa einen Kilometer von ihnen entfernt traten rund eintausend Mitglieder der Gruppe United Against Fascism und verschiedener muslimischer Organisationen zu einer Gegenveranstaltung an. Die Pubs blieben geschlossen. Nach Polizeiangaben gab es sieben Festnahmen, die meisten wegen verbotenen Waffenbesitzes oder tätlichen Angriffes.

Verbreitung des Islams stoppen

Nach eigener Aussage ist die English Defense League eine nicht rassistische Organisation, die zum Ziel hat, die Verbreitung des militanten Islamismus zu stoppen. Allerdings riefen ihre Mitglieder bei vorangegangenen Demonstrationen anti-muslimische Parolen und zeigten den Hitlergruss. Auf einem Spruchband der Demonstranten stand am Samstag, «Keine weiteren Moscheen».

Luton hat rund 200 000 Einwohner und eine grosse muslimische Gemeinde. Allerdings gilt die Stadt auch als Hort des Extremismus. In den vergangenen Jahren wurden dort mehrere mutmassliche islamistische Extremisten festgenommen und der im Irak geborene Schwede, der sich im Dezember in der Fussgängerzone von Stockholm in die Luft sprengte, lebte dort. Der Stadtrat veröffentlichte eine Erklärung, in der es hiess, nur eine Handvoll der Einwohner würden extremistisches Gedankengut Pflegen. Die meisten Bürger würden «versuchen, in Eintracht miteinander» zu leben.


(ap)