Während Vortrag

20. November 2019 10:18; Akt: 20.11.2019 10:18 Print

57-Jähriger soll Chefarzt erstochen haben

Nach der Bluttat auf Fritz von Weizsäcker, Sohn des früheren deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, sind neue Details bekannt geworden.

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In einer Berliner Privatklinik ist am Dienstagabend der Chefarzt Fritz von Weizsäcker während eines Vortrags getötet worden. Der Sohn des früheren deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker wurde von einem Mann angegriffen, der mehrmals auf ihn einstach.

Die Polizei hat am Mittwochmorgen weitere Details zur Bluttat bekanntgegeben. Demnach soll es sich beim Angreifer um einen 57-Jährigen handeln, der bisher nicht polizeibekannt war. Bei der Tatwaffe handelt es sich um ein Messer. Der Mann soll laut Informationen der «Bild» in der ersten Reihe gesessen haben.

Der Tatverdächtige konnte nach der Messerattacke festgenommen werden. Am Mittwoch soll der 57-Jährige dann einem Haftrichter vorgeführt werden, berichtet der «Focus». Das Motiv der Tat sowie weitere Angaben zur Identität des Mannes wurden nicht genannt.

Zuhörer hielten Angreifer fest

Zu dem Vortrag waren knapp 20 Zuschauer gekommen. Einer der Gäste – es soll sich um einen Polizisten handeln, der privat dort war, – soll dazwischen gegangen sein und dabei selbst schwere Verletzungen erlitten haben.

Für Fritz von Weizsäcker kam jede Hilfe zu spät. Der 59-Jährige starb trotz Reanimation noch am Tatort. Laut Polizei sollen mehrere Zuhörer dabei geholfen haben, den Angreifer festzuhalten. Sie übergaben ihn dann wenig später der Polizei. Die Mordkommission hat die Ermittlungen bereits aufgenommen.

Der 1960 in Essen geborene Mediziner Fritz Eckhart Freiherr von Weizsäcker stammte aus einer sehr bekannten Familie. Sein Vater Richard von Weizsäcker (1920–2015) war von 1984 bis 1994 Bundespräsident und davor für die CDU regierender Bürgermeister von Berlin (West). Seine Mutter ist die frühere deutsche First Lady Marianne von Weizsäcker (87). Seine Eltern hatten 1953 geheiratet. Richard von Weizsäcker arbeitete damals als Jurist bei Mannesmann.

(fss/wil)