Attentate in Paris

08. Januar 2016 11:24; Akt: 08.01.2016 14:23 Print

Abdeslams Versteck diente als Bombenfabrik

Die belgische Polizei hat in einer Wohnung in Brüssel einen Fingerabdruck des Paris-Attentäters Salah Abdeslam entdeckt. Dort fanden die Beamten auch Sprengstoffspuren und -gürtel.

storybild

Auf der Flucht: Der 26-jährige Paris-Attentäter Salah Abdeslam. (19. November 2015) (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die belgische Polizei hat nach den Pariser Anschlägen Spuren von Sprengstoff in einer Wohnung in Brüssel gefunden. Bei der Durchsuchung am 10. Dezember seien auch «drei handgefertigte Gürtel» gefunden worden, die zum Transport von Sprengstoff eingesetzt werden könnten, teilte die belgische Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Das Appartement soll die Bombenfabrik für die Terroranschläge von Paris gewesen sein.

Darüber hinaus sei ein Fingerabdruck von Salah Abdeslam entdeckt worden. Er soll bei den Angriffen für die Logistik zuständig gewesen sein. Wann Abdeslam den Fingerabdruck hinterlassen hat, wissen die Ermittler nicht. «Fingerabdrücke sind nicht mit Datum oder Uhrzeit versehen», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van Der Sypt. Es könne sein, dass Abdeslam vor den Anschlägen vom 13. November in der Wohnung gewesen sei, um seinen Sprengstoffgürtel zu holen. Möglich sei aber auch, «dass er danach zurückkam».

Falsche Identität angegeben

Die Wohnung befindet sich laut Staatsanwaltschaft im dritten Stock eines Hauses im Stadtteil Schaarbeek im nordöstlichen Teil Brüssels. Dort seien Materialien gefunden worden, «die zur Herstellung von Sprengstoff benutzt werden können sowie Spuren von TATP». Dieses Acetonperoxid ist ein Sprengstoff, der leicht entzündet werden kann.

Die Wohnung sei unter Angabe einer falschen Identität gemietet worden, erklärte die belgische Bundesstaatsanwaltschaft weiter. Sie sei womöglich von einem Verdächtigen genutzt worden, der bereits in dem Fall in Haft genommen worden sei.

130 Tote

Bei den Pariser Anschlägen vom 13. November auf eine Konzerthalle, Restaurants und vor dem Fussballstadion Stade de France waren 130 Menschen getötet worden. Die meisten Attentäter sprengten sich selbst in die Luft, einige wurden getötet.

Von dem aus Brüssel stammenden Hauptverdächtigen Abdeslam fehlt dagegen jede Spur. Zu den Anschlägen bekannte sich die Jihadistenmiliz Islamischer Staat.

(pat/sda)