90'000 Euro

12. März 2019 04:26; Akt: 12.03.2019 04:58 Print

AfD-Parteichef gibt Hilfe aus der Schweiz zu

Er habe von der Schweizer Werbeagentur Goal AG Wahlkampfhilfe im Gegenwert von 90'000 Euro erhalten, gesteht AfD-Chef Jörg Meuthen.

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Betont, dass er weder von der Werbeagentur noch deren Geschäftsführer jemals Geld bekommen habe: AfD-Parteichef Jörg Meuthen. (Archivbild) (Bild: AFP/Monika Skolimowska)

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In Deutschland hat AfD-Parteichef Jörg Meuthen eingeräumt, bei seiner Kandidatur für den Landtag von Baden-Württemberg im Jahr 2016 Wahlkampfhilfen aus der Schweiz erhalten zu haben. Diese hätten einen Wert von knapp 90'000 Euro gehabt.

«Es hat Anfang 2016 während meiner Kandidatur Unterstützungsleistungen seitens der Schweizer Werbeagentur Goal AG gegeben», sagte Meuthen der «Welt» laut einer Vorabmeldung vom Montag. Der Gegenwert belaufe sich auf insgesamt 89'800 Euro für Wahlkampf-Inserate für ihn, Flyer, Plakate und Grafik. Bereits im Januar hatten Medien über die finanziellen Hilfen aus der Schweiz für Meuthen berichtet.

Meuthen betonte, dass er «weder von der Goal AG noch von deren Geschäftsführer Alexander Segert jemals Geld erhalten» und der Firma auch keinen Auftrag erteilt oder mit ihr einen Vertrag über jene Werbemassnahmen geschlossen habe. «Ich habe im Februar 2016 lediglich eine Freistellungserklärung für die Goal AG unterzeichnet, wonach die Firma mein Foto und Daten für werbende Zwecke verwenden dürfe.» Finanziert wurde diese Wahlkampfunterstützung nach Meuthens Angaben nicht durch die Goal AG oder Segert, sondern durch Spenden mehrerer Personen. Es handele sich dabei «durchweg um Deutsche im Sinne des Grundgesetzes beziehungsweise dem gleichgestellte Staatsbürger von EU-Mitgliedsländern».

Parlament verlangt hohe Strafen

Wie Meuthen im «Welt»-Interview weiter sagte, habe die deutsche Parlamentsverwaltung der AfD wegen jener Wahlkampfhilfen Strafzahlungen angekündigt. Diese beträfen zum einen Meuthen selbst, zu andern AfD-Bundesvorstandsmitglied Guido Reil, der 2017 im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf eine ähnliche Unterstützung von der Goal AG erhalten hatte.

Laut Meuthen verlangt die Bundestagsverwaltung im Fall von Guido Reil eine Strafzahlung von 133'500 Euro – die dreifache Höhe der mutmasslichen Deliktsumme. Meuthen selbst soll 269'400 Euro zahlen. Er kündigte Widerspruch gegebenenfalls einen Gang vor das Gericht an.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Seppetoni am 12.03.2019 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    heile Politikerwelt

    Das ist ja furchterregend. Wie werden denn die Parteien finanziert. Sind Lobbyisten reine Wohltäter für die Allgemeinheit und leben von wärmer Luft. Selbst unsere beiden Grossbanken sind Weisenknaben mit ihren Wahlbeiträgen an die USA-Kandidaten.

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  • Schweizerin am 12.03.2019 05:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus der Schweiz

    ... aber Deutsche Spender.

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  • Thomas am 12.03.2019 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Die Spender waren anscheinend Deutsche

    Also fremde Einmischung kann das dann wohl nicht sein. Leider mischt sich D häufig im Ausland ein, und das nicht nur mit Spenden. Und dann sind sie ganz erstaunt, wenn z.B. Venezuela den Botschafter ausweist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kohl am 13.03.2019 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helmut

    Ich nenne keine Namen. Zitat Ende

  • Zorro am 13.03.2019 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Witz

    Dieses Land gebährdet sich wie zu alten Zeiten und gibt den Ton an wie zu alten Zeiten

  • Massimo am 13.03.2019 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trauerspiel

    Ich bin da ganz bei Thilo Sarazin: "Deutschland schafft sich selber ab"

  • wenk am 13.03.2019 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    grüsse weiter so

    wie kann man als Privatperson der afd Geld senden?

  • Wörni am 12.03.2019 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche und Unfair

    Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Die AFD ist die Drittstärkste Partei in Deutschland und sollte nicht immer Boykottiert werden. Wenn die Bundesregierung dies nicht ändert, werden sie in wenigen Jahren das grosse Erwachen erleben. Dies wäre für ganz Europa sehr gefährlich.