Provokation aus Südkorea

21. Dezember 2011 06:25; Akt: 21.12.2011 10:10 Print

Aktivisten schicken Ballone nach Nordkorea

Das angespannte Verhältnis zwischen den beiden koreanischen Staaten wird durch Polit-Aktionen aus dem Süden auf die Probe gestellt. Gleichzeitig erlaubt Südkorea private Beileidsbekundungen.

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Polit-Aktivisten schicken Ballone mit regimekritischen Botschaften von Südkorea Richtung Norden.

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Südkorea erlaubt privaten Gruppen, Nordkorea ihr Beileid über den Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il zu übermitteln. Das Ministerium für Wiedervereinigung, das jeglichen Kontakt zwischen Südkoreanern und dem Norden genehmigen muss, werde solche Botschaften «in der Regel erlauben», sagte ein Sprecher.

«Wir werden solche Anfragen genehmigen, es sei denn, es gibt einen besonderen Grund» dies nicht zu tun, sagte der Sprecher am Mittwoch. Es hätten bereits vier Gruppen um Genehmigungen ersucht.

Der Minister für Wiedervereinigung, Yu Woo Ik, hatte am Dienstag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache dem nordkoreanischen Volk sein Beileid ausgedrückt. Es wird aber keine offizielle Regierungsdelegation aus Seoul zur Beisetzung des verstorbenen Staatschefs am 28. Dezember entsandt.

Medien: Fünf Millionen Besucher

Das nordkoreanische Staatsfernsehen hatte Kim Jong Ils Tod am Montag bekanntgegeben. Demnach starb der 69-Jährige bereits am Samstag an einem Herzinfarkt.

Nach Angaben der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA erwiesen fünf Millionen Bewohner der Hauptstadt Pjöngjang dem langjährigen Machthaber in den ersten 24 Stunden nach der Bekanntgabe seines Todes die letzte Ehre. Das wären mehr als ein Fünftel der Gesamtbevölkerung des Landes.

Die Menschen hätten sich vor Statuen und Bildern Kims versammelt. Es habe lange Schlangen Trauernder gegeben, in einer hätten sich mehr als 800 000 Menschen befunden.

Jiabao in nordkoreanischer Botschaft

Chinas Regierungschef Wen Jiabao bekundete am Mittwoch in der nordkoreanischen Botschaft in Peking sein Beileid, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Chinas Aussenminister Yang Jiechi führte zudem Gespräche mit seinen Kollegen in Japan und Russland über die Stabilität in der Region.

Bereits zuvor hatte Jiechi ähnliche Gespräche mit US-Aussenministerin Hillary Clinton und seinem südkoreanischen Kollegen Kim Sung Hwan geführt. China gilt als engster Verbündeter des international weitgehend isolierten Nordkorea und befürchtet eine Destabilisierung des Landes.

Ballons mit Flugblättern

Südkoreanische Aktivisten schickten am Mittwoch inmitten der Staatstrauer Ballons mit Flugblättern nach Nordkorea. Darin wird Kritik an einer Vererbung der Macht vom Vater auf dessen Sohn Kim Jong-Un geübt.

Pjöngjang hat angedroht, bei derartigen Aktionen Südkorea unter Beschuss zu nehmen. Im Westen wurde nach dem Tod des ehemaligen Diktators ein Kampf um die Macht in dem kommunistischen Staat erwartet. Dafür gibt es bislang keine Anzeichen.

Der südkoreanische Abgeordnete Kwon Young Se sagte, der Geheimdienst NIS vermute, dass sich der Norden auf die Festigung der Macht von Kim Jong-Un konzentriert. Ranghohe Offiziere der Streitkräfte hätten dem jungen Kim ihre Gefolgschaft versichert. In grossen Städten seien die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hong kong pfui am 21.12.2011 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    bewilligung für beileid?

    huch, ist das nett von der südkoreanischen regierung wenn sie ihrem volk erlaubt beileid nach nordkorea zu übermitteln. so frei scheinen die nordkoreaner offenbar nicht zu sein.

  • Sung Bok am 21.12.2011 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    vereint Euch

    Ist schon tragisch, dass jetzt wieder provokative Taten folgen. Es wäre das beste, wenn sich das von den USA geteilte Korea endlich wieder vereinen könnte. Viele Familien sind nach wie vor getrennt (Teil lebt im Norden - anderer Teil im Süden). Das Problem wird auch hier wieder China und USA sein. China möchte Nordkorea nicht verlieren und USA möchte Südkorea nicht verlieren. Also leidet weiterhin ein Volk unter den Grossmächten.

  • Dayu am 21.12.2011 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Essen

    Die sollten lieber Ballons mit Essen rüberschicken...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sung Bok am 21.12.2011 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    vereint Euch

    Ist schon tragisch, dass jetzt wieder provokative Taten folgen. Es wäre das beste, wenn sich das von den USA geteilte Korea endlich wieder vereinen könnte. Viele Familien sind nach wie vor getrennt (Teil lebt im Norden - anderer Teil im Süden). Das Problem wird auch hier wieder China und USA sein. China möchte Nordkorea nicht verlieren und USA möchte Südkorea nicht verlieren. Also leidet weiterhin ein Volk unter den Grossmächten.

  • hong kong pfui am 21.12.2011 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    bewilligung für beileid?

    huch, ist das nett von der südkoreanischen regierung wenn sie ihrem volk erlaubt beileid nach nordkorea zu übermitteln. so frei scheinen die nordkoreaner offenbar nicht zu sein.

  • Dayu am 21.12.2011 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Essen

    Die sollten lieber Ballons mit Essen rüberschicken...

    • Hans Toll am 21.12.2011 17:02 Report Diesen Beitrag melden

      Machen sie auch.

      Machen sie ja auch. Es werden regelmässig Ballone mit Nahrungsmitteln und Medikamenten von Südkorea aus gestartet.

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