Attentat im Jemen

21. Mai 2012 22:31; Akt: 21.05.2012 22:31 Print

Al-Kaida bekennt sich zu blutigem Anschlag

Im Zentrum der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hat sich ein Attentäter mitten in einer Menschenmenge in die Luft gesprengt. Die Al-Kaida hat sich zu dem Anschlag bekannt.

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Polizisten und Forensiker untersuchen am 21. Mai in Saana den Ort, wo sich ein Attentäter in die Luft gesprengt und fast 100 Menschen in den Tod gerissen hat. (Bild: Keystone)

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Bei einem Selbstmordanschlag auf die jemenitische Armee sind am Montag nach Militärangaben mindestens 96 Menschen getötet und weit über 200 weitere verletzt worden. Ein uniformierter Mann sprengte sich bei einer Probe für eine Militärparade zum Nationalfeiertag in der Hauptstadt Sanaa in die Luft.

Die Soldaten der zentralen Sicherheitskräfte hatten für die Parade zum 22. Jahrestag der Vereinigung des sozialistischen Süd- Jemen mit dem republikanischen Nord-Jemen geübt.

Nach Behördenangaben waren auch Verteidigungsminister Mohammed Nasser Achmed und Generalstabschef Achmed Ali al-Aschwal zum Zeitpunkt des Anschlags am Unglücksort. Sie blieben jedoch unverletzt.

Al-Kaida bekennt sich zum Anschlag

Zum Anschlag hat sich jemenitische Arm der Al-Kaida bekannt. Einer ihrer «heiligen Krieger» habe den Selbstmordanschlag durchgeführt, teilte die Terrororganisation in einer E-Mail mit. Ziel des Angriffs war der Verteidigungsminister. Das Attentat sei die Rache für eine Offensive der Streitkräfte gegen Al-Kaida-Kräfte.

Gemäss Behördenangaben hatte sich ein Mann in Militäruniform mitten unter den Soldaten in die Luft gesprengt. Den Sprengstoff hatte er offenbar unter der Uniform versteckt. Aus Militärkreisen verlautete, der Attentäter sei selbst ein Soldat gewesen.

Gewaltige Explosion

Die Explosion riss einen tiefen Krater in den Sabiin-Platz, auf dem die Parade am Dienstag stattfinden sollte. «Wir waren bei der Parade, plötzlich gab es eine gewaltige Explosion», sagte ein Mann mit blutverschmierten Händen, der sich als Oberst ausgab.

Laut einem Militärsprecher handelt es sich bei den Toten ausschliesslich um Soldaten. Zuvor war vermeldet worden, dass auch Schüler und Studenten unter den Opfern seien. Diese Angaben wurden später korrigiert.

Der Anschlag vom Montag ist der schwerste Anschlag im Jemen seit dem Amtsantritt von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi im Februar. Hadi hatte dabei den im Jemen aktiven Rebellen der Terrororganisation Al-Kaida den Kampf angesagt.

Kampf geht weiter

Bei der für Dienstag geplanten Militärparade sollte Präsident Hadi eine Rede halten. Zunächst war unklar, ob die Parade trotz des Anschlags stattfinden soll.

Am Staatsfernsehen wurde am Montagabend im Namen Hadis eine Erklärung verlesen. Darin hält der neue Präsident fest, dass der Kampf gegen den Terror weiter geht, «bis wir gewinnen, welche Opfer wir auch immer bringen müssen».

«Wir beschleunigen die Restrukturierung der Streitkräfte, um dem Land Stabilität zu bringen», hiess es weiter. «Jemen kann nicht noch mehr Krisen meistern.»

Offensive gegen Al-Kaida

Seit anderthalb Wochen geht die jemenitische Armee verschärft gegen Al-Kaida-Kämpfer im Süden des Landes vor. Dabei wurden nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP bereits mehr als 200 Menschen getötet.

Al-Kaida-Milizen hatten vergangenes Jahr die Schwäche der Zentralregierung infolge der monatelangen Proteste gegen den damaligen Präsidenten Saleh genutzt, um ihre Macht im Süden des Landes auszubauen. Dabei eroberten sie mehrere Städte.

Am 22. Mai begeht der Jemen den Jahrestag der Vereinigung von Nord- und Süd-Jemen im Jahr 1990. In diesem Jahr feiert das Land den Vereinigungstag erstmals ohne den Langzeit-Präsidenten Saleh. Dieser hatte seit 1978 über den Nord-Jemen und nach 1990 über das vereinigte Land geherrscht.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Muster am 21.05.2012 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wer liefert soviel Sprengstoff?

    Von wo haben sie diese unmenge von Waffen und Sprengstoffen??? Wie in Irak und Überall?

    einklappen einklappen
  • Miki am 21.05.2012 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krank

    Diese Leute sind einfach krank im Kopf.Es tut mir so leid für die Angehörigen der Opfer.Wie kann man nur so was machen

  • Keysha am 21.05.2012 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gott steh uns bei!

    Ich glaube an das Gute im Menschen und wünsche mir nichts mehr als den Frieden für alle Nationen und Religionen. Für all die Menschen, die nur böses tun, die Rechnung wird früher oder später folgen - sei es auf Erden oder in der Hölle!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Oliver am 22.05.2012 01:47 Report Diesen Beitrag melden

    Religion des Friedens

    Und wieder die Religion des Friedens, wie es so gerne heisst. Wo sind die Organisationen die solche, unmenschliche, Machwerke verurteilen?? Wozu soll so was dienen? Ich werde es nie begreifen.

  • Hans Gamma am 21.05.2012 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Vorwärts jetzt!

    Ein so schönes Land mit so netten Leuten. Wieso müssen diese jungen Menschen denn schon sterben? Die alte Garde sollte nun endlich die Macht abgeben.

  • rolf wittwer am 21.05.2012 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ohrenbetäubendes islamisches Schweigen.

    Wo bleiben islamische Proteste? Scheinbar gibt es diese bloss gegen Mohammed-Karrikaturen. Wir müssen das und noch vieles Kommendes aushalten, da wir "politisch korrekt" erzogen wurden.

    • Pete am 22.05.2012 00:03 Report Diesen Beitrag melden

      Lächerlich

      Egal wo auf der Welt eine Bombe hochgeht, heisst es gleich Al Kaida. Und die Menschen glauben den Unsinn sogar noch. Wer Unschuldige tötet landet gemäss Islam im Übrigen im Ewigen Feuer, Herr Wittwer.

    • Marlis Schild am 22.05.2012 08:39 Report Diesen Beitrag melden

      Wundert mich auch ..

      dass sich die islamische Gemeinde bei KEINEM Anschlag distanziert. Egal was wann wo passiert, ich kann mich kaum daran erinnern, dass sich die gemässigten Muslime davon distanziert haben. Schade !! Heisst das, dass die islamische Gemeinde solche Aktionen insgeheim befürwortet? Aber wehe es zeichnet jemand dem Mohamed einen Sprengstoffgürtel um die Hüfte .. das ist dann tatsächlich ein Grund sich zu empören.

    einklappen einklappen
  • vwie am 21.05.2012 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    abgestumpft

    mal ehrlich, liest das noch jemand? Mir ist schon bewusst welches Leid diese Leute immer wieder erfahren müssen. Aber trotzdem.....was wird hier und da unternommen?

  • Keysha am 21.05.2012 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gott steh uns bei!

    Ich glaube an das Gute im Menschen und wünsche mir nichts mehr als den Frieden für alle Nationen und Religionen. Für all die Menschen, die nur böses tun, die Rechnung wird früher oder später folgen - sei es auf Erden oder in der Hölle!