Mauretanien

02. Februar 2011 18:52; Akt: 02.02.2011 19:01 Print

Al-Kaida wollte Staatspräsident töten

Bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Autos sind in Mauretanien drei mutmassliche Al-Kaida- Terroristen getötet worden. Acht Soldaten der Armee seien verletzt worden.

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Die Terroristen seien auf dem Weg in die Hauptstadt Nouakchott gewesen, um dort einen Anschlag zu verüben, teilten am Mittwoch die Streitkräfte des Wüstenstaats in Nordwestafrika mit. Die Sicherheitskräfte hatten nach diesen Angaben in der Nacht zum Mittwoch südlich der Hauptstadt ein Fahrzeug entdeckt, nach dem sie seit der vergangenen Woche gefahndet hatten. Einheiten des Militärs hätten die Verfolgung aufgenommen, seien aber von den Terroristen beschossen worden, hiess es.

Bei dem anschliessenden Feuergefecht sei der verdächtige Geländewagen von einer Granate getroffen worden und explodiert. Die Wucht der Explosion riss nach Augenzeugenberichten einen vier Meter tiefen Krater in die Strasse. Die Bewohner einer Vorstadt von Nouakchott wurden aus dem Schlaf gerissen.

Al-Kaida bekennt sich angeblich

Nach Angaben der mauretanischen Nachrichtenagentur ANI bestätigte ein Al-Kaida-Sprecher, dass die Terroristen in Nouakchott einen Anschlag geplant hätten. Das Ziel sei Staatspräsident Mohammed Ould Abdel Asis gewesen.

Mit dem geplanten Mordattentat habe die Organisation dafür Vergeltung üben wollen, dass der Staatschef zusammen mit Frankreich einen Krieg gegen Al-Kaida führe, sagte der namentlich nicht genannte Sprecher nach Angaben der Agentur.

Die Sicherheitskräfte in Mauretanien waren in der vergangenen Woche in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden, als bekannt wurde, dass das Al-Kaida-Netz in Nordafrika (AQIM) ein Terrorkommando von Mali nach Mauretanien geschleust hatte, um dort Anschläge zu verüben.

Die mauretanischen Terrorfahnder suchten vor allem nach drei Fahrzeugen, die eine Polizeisperre in der Nähe der Grenze zu Mali durchbrochen hatten.

Der bei Nouakchott explodierte Geländewagen soll eines dieser Fahrzeuge gewesen sein. Die anderen beiden Autos waren nach Angaben des französischen Auslandsenders RFI in den vergangenen Tagen von den Sicherheitskräften sichergestellt worden.

Das Terrornetzwerk hat in den vergangenen Jahren seine Aktivitäten von Algerien aus auf andere Länder im Gebiet der Sahara ausgedehnt und auch mehrere Ausländer gekidnappt. Die Wüstenstaaten in Nordafrika gelten als ein wichtiges Operationsgebiet islamistischer Terroristen.

(sda)