01. April 2005 14:10; Akt: 01.04.2005 14:30 Print

Albert von Monacos erster Tag als Regent

Den ersten Tag seiner Regentschaft begann Albert bei seinem Vater auf der Intensivstation, ein öffentlicher Amtsantritt war nach Angaben eines Palastsprechers zunächst nicht geplant.

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Am Donnerstagabend hatte der 47-Jährige den Monegassen in einer persönlichen Erklärung zugesichert, er werde seine Rolle «mit Kraft, Überzeugung und Leidenschaft» ausüben. Zugleich dankte er seinen Landsleuten für die Unterstützung, die er und seine Schwestern Caroline und Stéphanie seit der Erkrankung ihres Vaters erfahren hätten.

Schon in den vergangenen Jahren hatte der Fürst immer mehr Aufgaben an seinen Sohn abgetreten. Denn mit der Gesundheit Rainiers III. ging es schon seit einer Bypass-Operation 1994 bergab. Dennoch zögerte der Monarch, zu Gunsten Alberts abzudanken - wohl, weil er den notorischen Junggesellen erst verheiratet sehen wollte.

Der einzige Sohn von Rainier und seiner Frau Gracia Patricia stand lange im Schatten seiner beiden Schwestern. Er gilt als schüchtern und hat einmal eingeräumt, auf das Amt des Fürsten nicht sonderlich erpicht zu sein: «Ich habe öffentliche Angelegenheiten nicht immer als anziehend empfunden, und vielleicht ist das heute immer noch ein bisschen so», sagte der Erbprinz 1998 der Zeitschrift «Paris Match». Dennoch vertritt Albert, der fünf Sprachen beherrscht, Monaco seit Jahren auf der internationalen Bühne.

Die Zeitung «Le Journal du Dimanche» beschrieb den 47-Jährigen kürzlich in einem Porträt wie einen pflichtbewussten Schüler, der sich schon seit seiner Kindheit gewissenhaft auf seine vorbestimmte Rolle als Monarch vorbereitet. Sein Vater Rainier sagte im Herbst 2000 in einem Interview mit «Le Figaro»: «Prinz Albert verfügt über alle Eigenschaften, um eines Tages Fürst zu werden. Aber erst möchte ich, dass er Nachkommen hat, weil das für die Zukunft des Fürstentums und unserer Familie essenziell ist.»

Das Problem der Erbfolge ist mittlerweile gelöst: Im April 2002 änderte das Parlament in Monte Carlo in aller Stille eine Verfassungsbestimmung, der zufolge Monaco nach dem Tod eines Fürsten ohne Nachkommen an Frankreich zurückgefallen wäre. Jetzt gilt: Falls Albert kinderlos stirbt, können auch seine Schwestern oder deren Kinder den Thron besteigen. Die Zukunft des 700 Jahre alten Grimaldi-Geschlechts scheint damit gesichert.

Jede Woche mindestens ein Heiratsangebot

Dennoch bot Alberts Junggesellendasein immer wieder Anlass zu Spekulationen. Wann immer sich der Prinz in Begleitung einer Frau zeigte, wurde sie von den Medien als mögliche First Lady gehandelt. Doch die Richtige war offenbar nicht dabei - und das, obwohl Albert einer der begehrtesten Junggesellen der Welt sein dürfte. Der Zeitschrift «Gala» sagte er vor sieben Jahren, er bekomme jede Woche mindestens ein spontanes Heiratsangebot. Und grundsätzlich abgeneigt scheint er der Ehe nicht zu sein, zumindest äusserte er damals Kinderwünsche: «Zwei Jungen und zwei Mädchen, das wäre ideal.»

Alberts offensichtlichste Leidenschaft aber gilt dem Sport. 1985 nahm der Thronfolger an der Rallye Paris-Dakar teil, musste aber wegen eines Motorschadens aufgeben. Mit seinem Zweierbob «Monaco I» trat der Vorsitzende und einzige Pilot des monegassischen Bob-Verbands bereits fünf Mal bei den Olympischen Winterspielen an.

Geboren wurde Albert Alexandre Louis Pierre, Marquis de Baux, am 14. März 1958. Nach einem Studium der Politikwissenschaft am amerikanischen Amherst College schiffte sich der Prinz 1981 für ein halbes Jahr auf dem Hubschrauberträger «Jeanne d'Arc» der französischen Marine ein. Erste Erfahrungen im Finanzmanagement sammelte er bei der New Yorker Wirtschaftsbank «Morgan Guaranty», anschliessend arbeitete er bei der berühmten Champagnerfirma Moet-Hennessy in Paris. Es folgten Praktika bei einer Werbeagentur und einer Anwaltskanzlei.

Auf den Erwerb von Managementwissen dürfte Fürst Rainier bestanden haben, schliesslich bezeichnet er sich selbst gern als «Aufsichtsratsvorsitzenden» des Unternehmens Monaco. Albert muss als Regent in grosse Fussstapfen treten. Und falls er doch noch heiratet, gälte das zweifellos auch für seine Frau - schliesslich müsste sie die Rolle seiner Mutter, des ehemaligen Hollywood-Stars Grace Kelly, übernehmen.

(ap)