Nach Parodie

21. Februar 2019 20:21; Akt: 21.02.2019 20:21 Print

Alec Baldwin fürchtet Rache von Trump-Fans

Donald Trump sprach in einem Tweet von «Vergeltung» für einen Sketch von Alec Baldwin. Nun bangt der Schauspieler um seine Sicherheit.

Alec Baldwin parodiert die Notstandsrede von Trump und geht dem US-Präsidenten damit gewaltig auf die Nerven. (Video: NBC)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Schauspieler Alec Baldwin macht sich Sorgen um die Sicherheit seiner Familie. Das hat der 60-jährige Schauspieler gegenüber der Podcast-Plattform Dworkin Report gesagt. Auslöser sei ein Tweet, mit dem Donald Trump am Tag nach der Ausstrahlung auf einen «Saturday Night Live»-Sketch von Baldwin reagiert hatte.

Darin bezichtigte der amerikanische Präsident den verantwortlichen Sender NBC der Fake News, sprach von «Anschlägen auf die Republikaner» und stellte die Frage, wie es sein könne, dass die Verantwortlichen «ohne Strafe davonkommen».


Wenig später doppelte Trump mit einem zweiten Tweet nach. Darin bezeichnete er in Grossbuchstaben die Medien als «Volksfeind». Der US-Präsident hatte diesen von Nazi-Deutschland geprägten Begriff schon mehrfach in Verbindung mit Medienunternehmen verwendet.


Baldwin, der für «Saturday Night Live» (SNL) schon oft in die Rolle von Trump geschlüpft war, sagte gegenüber Dworkin Report, er mache sich Sorgen darüber, dass der Präsident mit seinem Tweet einen «Gegenschlag» auslösen könnte. Er sei schon oft gefragt worden, ob er sich nicht vor einem Racheakt fürchte. «Ich habe das stets verneint, ich hielt das nicht für möglich. Aber nach diesem Kommentar muss ich umdenken.»

Baldwin führte aus, dass er weiterhin keine Vergeltung vonseiten der Regierung oder von Trump fürchte, wohl aber von dessen Anhängern: Der Präsident gebe seinen Fans Signale, um «wütend und verbittert» zu werden – «die Taten passieren dann von selber».

Morddrohungen und Paketbomben

Baldwins Befürchtungen sind nicht ganz unbegründet. Im vergangenen August wurde ein Amerikaner verhaftet, nachdem er gegenüber verschiedenen Fernsehsendern Morddrohungen ausgesprochen hatte. In einem Drohanruf beim «Boston Globe» hatte er gesagt: «Ihr seid Volksfeinde, und wir werden jeden von euch umbringen!»

Im Oktober hatte ein Trump-Anhänger 16 Pakete mit Rohrbomben an namhafte Kritiker des Präsidenten geschickt. Trump hatte in einem Kommentar auf die vereitelten Bombenattentate den Medien die Schuld dafür gegeben, dass sich das politische Klima in Amerika so aufheize.

Antwort von Trump Junior

Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht bekannt, ob Alec Baldwin seine Trump-Parodien bei SNL weiterführen wird. Bereits vor dem letzten Sketch zum nationalen Notstand hatte er die Figur Trump in den Ruhestand schicken wollen – jedoch nicht aus Sicherheitsüberlegungen, sondern weil er das Gefühl hatte, der Witz habe sich totgelaufen.

In einem Tweet via @ABFalecbaldwin (Hilaria and Alec Baldwin Foundation) richtete sich Baldwin direkt an den US-Präsidenten. Er wollte wissen, ob sich Trump bewusst sei, dass sein Vorwurf, er sei als Komiker ein Volksfeind, für Baldwin und seine Familie eine Bedrohung darstelle.


Die Antwort kam nicht von Donald Trump, sondern von seinem ältesten Sohn, Donald John Trump Jr.: «Verschon uns mit deinem Bullshit, Alec!»



(mat)