«Er macht Amerika besser»

09. Februar 2017 15:49; Akt: 09.02.2017 20:19 Print

Alle hassen Trump? Für diese Leute ist er ein Held

In vielen ländlichen Gegenden der USA ist die Hoffnung in Donald Trump gross. Die Proteste gegen den US-Präsidenten können viele nicht verstehen.

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Seit Donald Trump im Amt ist, schlägt dem neuen US-Präsidenten vielerorts blanker Hass entgegen. Seit mehr als zwei Wochen macht er Nägel mit Köpfen, unterschreibt ein Dekret nach dem anderen und erntet dafür Spott und Protest – sollte man meinen. Aber während die Empörung in Metropolen wie New York gross ist, bietet sich in vielen ländlichen Gegenden ein anderes Bild.

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Im Örtchen Accident im US-Bundesstaat Maryland etwa ist die Mehrzahl der rund 320 Einwohner der Ansicht, Trump erfülle einfach nur seine Wahlversprechen und tue das, wofür er angetreten sei – das Land vor Terroristen beschützen, die illegale Einwanderung eindämmen und anderen Staaten die eigene Stärke demonstrieren.

«Wir sind auch nur Menschen»

«Ich glaube, viele Stadtmenschen denken, dass wir dumme Hinterwäldler sind, aber das ist nicht so», sagt Charisse Smith, die als Kellnerin im Annie's Kitchen Country Restaurant arbeitet, zur «Washington Post». «Wir sind vielleicht nicht immer so super gebildet, was Politik angeht, aber wir sind auch nur Menschen wie alle anderen», so die 25-Jährige.

Auch ihre Gäste sind überzeugte Trump-Unterstützer. «Er ist der erste Präsident seit Teddy Roosevelt, der wirklich das macht, was er angekündigt hat», sagt Buz Gosnell (71), ein pensionierter Helikopter-Pilot. Ein 60-jähriger Arbeiter aus der Öl- und Gasindustrie pflichtet ihm bei: Er sei erleichtert, einen «harten Geschäftsmann» im Weissen Haus zu haben, und hoffe, Trump werde den Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten die Tür vor der Nase zuschlagen. Sie alle treibt vor allem eins um: die Angst vor Terroristen und die Hoffnung auf mehr Sicherheit.

Viele halten grosse Stücke auf Trump

Ähnlich sehen das die Menschen in Indiana, einem republikanisch geprägten Bundesstaat im mittleren Westen der USA, aus dem auch der Vizepräsident Mike Pence stammt. Viele hier leben von der Landwirtschaft und viele halten grosse Stücke auf Trump.

«Er war ein erfolgreicher Geschäftsmann, der Millionen gemacht hat, und diese Fähigkeit benutzt er jetzt im Weissen Haus, um Amerika besser zu machen», ist die alleinerziehende Mutter Joey Hopper aus Sheridan überzeugt. Die Demonstrationen gegen Trump hält sie für eine «Überreaktion» von Leuten, die sich nicht richtig informieren würden. Trump habe doch gerade erst angefangen. «Gebt ihm eine Chance», fordert die 37-Jährige gegenüber dem «Indianapolis Star».

Der Geschäftsmann Bill Clem aus Fortville nennt die Proteste heuchlerisch. Trump verschärfe nur Gesetze, die es ohnehin schon gebe, glaubt der 62-Jährige. Für Clem und andere Trump-Unterstützer hängen dessen Wahlversprechen für erschwerte Einwanderung und die Schaffung neuer Jobs im Land eng zusammen. Unter den Immigranten, so die Befürchtung, könnten sich nicht nur Terroristen verstecken, sondern sie würden den Amerikanern auch die Jobs wegnehmen.

«Es geht um die Wirtschaft»

Trumps Job-Versprechen war auch für die Verkäuferin Sandy Roberts aus Sheridan der Hauptgrund, ihn zu wählen. «Es geht um die Wirtschaft, ganz einfach», fasst die 52-Jährige ihre Entscheidung zusammen. «Du brauchst einen Nebenjob, um von deiner Vollzeitstelle leben zu können, ich habe aber nur eine Vollzeitstelle», sagt Roberts, die in einer Filiale des Billigwaren-Anbieters Dollar General arbeitet.

Dass Donald Trumps Aktionismus nicht nur auf Unmut stösst, zeigen auch Umfragen. Die Seite Real Clear Politics listet mehrere Polls zur Frage auf, ob Trump seinen Job gut macht. Im Durchschnitt stimmen dem rund 45 Prozent der Befragten zu, gut 49 Prozent sind der gegenteiligen Ansicht. In einigen dieser Umfragen ist die Zustimmung zu Trumps Leistung aber auch höher als die Ablehnung.

Eine Umfrage von Zogby Analytics schlüsselt zudem auf, von wem Trump vor allem Zuspruch bekommt. Dabei zeigt sich, dass es vor allem Leute aus ländlichen Gegenden und kleinen Städten, Männer sowie ältere Menschen sind, die Trump bisher ein gutes Arbeitszeugnis ausstellen.

(mlr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sag bloss... am 09.02.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Trump

    Ach ne, es gibt auch welche die den Trump gut finden? Wenn man unseren Medien glauben schenken würde, dann sollte es nicht einen einzigen Menschen (ausser dem Trump selber...) geben, der den Trump gut findet. Ist halt nur komisch, dass er Präsident wurde mit genau den Wahlversprechen die er jetzt einlöst.

  • Gustaff am 09.02.2017 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie überall

    Wie bei uns: ländliche Gegend, "anderes" Denken!

  • Jesuit am 09.02.2017 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blablabla

    "Alle hassen Trump..." Das ist eine typisch europäische Sichtweise. Unsere Medien berichten andauernd negativ von Trump um so der Öffentlichkeit zu suggerieren, er sei böse und unbeliebt. Man berichtet ausschliesslich von Demos gegen Trump. Der Grossteil der Amerikaner sieht dieses wesentlich gelassener und entspannter. Er wurde gewählt und viele warten mal ab, was er tatsächlich erreichen kann. Ich habe viel Verwandtschaft drüben. Und wenn man ihnen die vielen Berichte aus Europa erzählt, dann schmunzeln die meisten darüber. Bin mal gespannt wie lange es dauert, bis auch wir uns mehr mit der Politik der neuen Administration beschäftigen als mit der Person Trump?? ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • JonSnow am 09.02.2017 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung auf Rückschritt

    Der normale Bewohner des Mittleren Westens hat höchstens einen High School Abschluss, heiratet, wohnt und arbeitet in einem 50 Meilenradius seines Geburtsortes und hat noch nie einen Moslem gesehen. 'Dank' FoxNews, Breitbart und anderen Fakenews Quellen sowie einem streng christlichen und latent vorurteilsbehafteten Umfeld ist er der Meinung, dass alles nicht-amerikanische / nicht-christliche des Teufels ist und das Land den Bach runtergeht. Leider war Trump verschlagen genug, das schamlos auszunützen und unbegründete Hoffnung zu wecken. Die Kohleindustrie ist und bleibt tot.

  • Martin Muff am 09.02.2017 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spezielle Leute

    Höhö jeder der ein Pro Trump Schild in der Hand hält, würde ich in der Schweiz der Kategorie Blickleser zuordnen.

    • Martin S. am 10.02.2017 23:52 Report Diesen Beitrag melden

      "Leser"?

      Das mit dem Lesen dürfte schwer werden. Aber zum Glück gibt es ja auch Bilder...

    • Martin Muff am 12.02.2017 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin S.

      Meine Rede :)

    einklappen einklappen
  • Riaan Vlakplaas am 09.02.2017 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    MAGA

    Ja, als junger, christlicher, wohlerzogener Amerikaner habe ich Trump gewählt. Er gibt uns alle in Montana eine Stimme.

  • Knallvix am 09.02.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohhh Trump

    für mich gibt es kein Grund Trump zu hassen.... Die Welt ist in den letzten Jahren ein Saustall geworden und da hatt er leider recht.

  • Tim Kölliker am 09.02.2017 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    klar waren nur wenige an der pro-Trump-Kundgebung, der Rest war arbeiten