Tödliches Ebola

28. Juli 2014 09:20; Akt: 28.07.2014 17:13 Print

Amerikanische Missionarin angesteckt

Eine Missionarin aus den USA hat sich in Liberia mit dem tödlichen Ebola-Virus angesteckt. Auch ein US-Arzt ist erkrankt. Es stehe schlecht um die beiden.

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Infolge der grassierenden Ebola-Epidemie – 660 Menschen starben in den letzten Monaten in Westafrika – haben sich in Liberia jetzt auch zwei Helfer aus den USA mit dem tödlichen Virus angesteckt. Neben dem 33-jährigen Arzt Kent Brantly wurde auch die Missionarin Nancy Writebol infiziert.

Sie war für die Desinfektion von Schutzanzügen in einem Spital der Hauptstadt Monrovia zuständig, wie die karitative christliche Stiftung Samaritan's Purse am Sonntag mitteilte. Laut einer Sprecherin der Organisation befinden sich beide Patienten «in stabilem, aber ernstem Zustand». Der Stiftungssprecher Ken Isaacs sagte zu CBS News: «Sie zeigen alle Symptome der Krankheit.»

Infizierte leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Gegen die Krankheit gibt es bislang keine Medikamente. Bei manchen Erregern verläuft die Seuche in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich.

Helfer tragen zur Verbreitung des Virus bei

Die vor Monaten ausgebrochene Ebola-Epidemie in Westafrika hat ihren Ausgangspunkt in Guinea. Insgesamt infizierten sich dort sowie im benachbarten Sierra Leone und in Liberia nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang fast 1100 Menschen mit dem Erreger. Bis zum 20. Juli starben mehr als 660 von ihnen an der Krankheit. In Nigeria wurde am Freitag in der Millionenmetropole Lagos der erste Ebola-Tote gemeldet.

Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich das hoch ansteckende Ebola-Virus in der Region ausbreitet. Dabei scheinen auch Helfer und Ärzte eine Rolle bei der Ausbreitung gespielt zu haben: «Bei vergangenen Ebola-Ausbrüchen trugen die Helfer viel dazu bei, dass der Virus sich noch weiter ausbreitete, indem sie sich um die Kranken kümmerten. Entsprechend grossen Wert legen wir heutzutage auf isolierte Abteilungen in unseren Spitälern», hatte der mittlerweile selbst erkrankte Arzt Brantly noch im Frühjahr erklärt.

Das Ebola-Virus wurde erstmals 1976 in der Demokratischen Republik Kongo registriert und ist nach einem dortigen Fluss benannt. Es wird angenommen, dass es vor allem von Tieren wie Fledermäusen übertragen wird, die ihres Fleisches wegen gejagt werden. Unter Menschen reicht schon eine Berührung zur Infektion mit dem Virus.

(gux/sda)