Massaker in Jugendcamp

22. Juli 2011 23:40; Akt: 25.07.2011 18:53 Print

Amokläufer tötet Dutzende Personen

Er kam mit zwei Waffen, im silbergrauen Lieferwagen und gab sich als Polizist aus. Dann schoss der Attentäter von Oslo auf die Jugendlichen im Ferienlager.

Videoaufnahmen aus einem Helikopter zeigen, wie die Polizei die Insel Utoya stürmt. (Video benötigt einige Sekunden Ladezeit. Video: nrk.no)

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Bei dem Angriff auf ein Jugendlager in Norwegen sind nach Polizeiangaben 68 Menschen getötet worden (und nicht 86, wie die Polizei zuerst vermeldete). Augenzeugen berichten, dass der mutmassliche Täter in einem silbergrauen Lieferwagen gekommen sei. Er habe sich an Land als Polizist ausgewiesen und über seiner Uniform eine schusssichere Weste getragen. Der als Wachmann auf der Insel beauftragte Simon Brænden Mortensen schildert den Beginn des Horror-Amoks: «Er sagte, er sei geschickt worden, um die Sicherheit zu überprüfen. Das sei reine Routine nach dem Anschlag in Oslo.» Nachdem sich einige der Anwesenden um ihn scharrten, eröffnete der vermeintliche Polizist das Feuer.

Viele der Teenager im Alter von 14 bis 17 Jahren sprangen daraufhin aus Todesangst ins Wasser, um schwimmend von der Insel zu entkommen. Doch auch auf die Fliehenden im Wasser habe der Mann Schüsse abgegeben, melden Augenzeugen dem Sender NRK. Ein Überlebender beschreibt, wie er sich hinter Steinen vor dem Täter versteckte: «Ich habe ihn einmal gesehen, 20, 30 Meter von mir entfernt.» In seiner Todesangst habe er an «alle die Menschen gedacht, die ich liebe».

Polizeichef Øystein Maeland erklärte am frühen Samstagmorgen, die Tat habe «katastrophale Dimensionen» erreicht. Es seien viele weitere Leichen gefunden worden, nachdem die Zahl der Todesopfer in dem Camp auf der Insel Utøya in der Nähe von Oslo ursprünglich auf zehn beziffert wurde. Weitere Todesfälle könnten nicht ausgeschlossen werden, da es Schwerverletzte gebe. Wie viele Personen insgesamt verletzt wurden, wurde bislang nicht bekannt. Schon früh ging die Polizei von einem unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Amoklauf auf der Insel und dem Bombenanschlag in Oslo aus.

Ganzes Arsenal von Waffen

Zeugen, die es schafften, von der Insel zu fliehen, erzählten NRK-Reportern vor Ort, dass der Täter ein norwegisches Aussehen hatte. Er sei zwischen 1.85 und 1.90 Meter gross und habe blonde Haare, sei hellhäutig und habe fliessend Norwegisch gesprochen. Der Täter sei mit einem ganzen Arsenal bewaffnet gewesen: Schrotflinten, Pistolen und automatische Waffen.

Premierminister Jens Stoltenberg wollte offenbar am Samstag eine Rede vor den rund 700 Campbesuchern auf Utoya halten.

(ann/jam/meg/sda/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 25.07.2011 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schwarzer Freitag

    Wir können schreiben, was wir wollen, wir können weinen, soviel wir wollen, es bringt kein Opfer lebend zurück. Diese abscheuliche Tat ist nackte Realität eines kranken Gehirns, welches sprachlos, betroffen u traurig macht. Das Unfassbare, welches man aus Kriegsgeschichten oder Actionfilmen her kennt, hat Einzug in unsere Realität erhalten. Solche Sachen in dieser oder anderen Form passieren immer wieder, weil kranke Hirne niemals aussterben. Alles was bleibt, ist zu sagen, dass wir mit den Angehörigen fühlen und für die Opfer beten. Ein schwacher Trost zwar, der aber zeigt, keiner ist allein.

  • Frank R. am 23.07.2011 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...?!

    ....rechtes gedankengut und unsägliche intoleranz sind eine tötliche mischung und lauern überal....mein beileid allen menschen die von dieser tat betrofen sind..!! und halten wir die augen offen !!

  • J. Meyer am 25.07.2011 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Grausame Tat

    Diese Tat zeigt deutlich, wohin politische Kontroversen führen, wenn Menschen sich parteiliche Ideologien derart verinnerlichen u diese Werte in einer Gewaltorgie explodieren lassen. Man kann ja verschiedene Ansichten haben, welche man dank dem Grundsatz der Demokratie auch äussern darf. Aber nicht in einer derart verblendeten Manier, welche erst recht die demokratischen Werte verletzt. Er hat mit dieser abscheulichen Tat nicht nur unendliches Leid gebracht, sondern auch massiv die Grundwerte der Demokratie verletzt u somit Krieg gegen sein eigenes land geführt. Grausam!

Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 25.07.2011 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schwarzer Freitag

    Wir können schreiben, was wir wollen, wir können weinen, soviel wir wollen, es bringt kein Opfer lebend zurück. Diese abscheuliche Tat ist nackte Realität eines kranken Gehirns, welches sprachlos, betroffen u traurig macht. Das Unfassbare, welches man aus Kriegsgeschichten oder Actionfilmen her kennt, hat Einzug in unsere Realität erhalten. Solche Sachen in dieser oder anderen Form passieren immer wieder, weil kranke Hirne niemals aussterben. Alles was bleibt, ist zu sagen, dass wir mit den Angehörigen fühlen und für die Opfer beten. Ein schwacher Trost zwar, der aber zeigt, keiner ist allein.

  • J. Meyer am 25.07.2011 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Grausame Tat

    Diese Tat zeigt deutlich, wohin politische Kontroversen führen, wenn Menschen sich parteiliche Ideologien derart verinnerlichen u diese Werte in einer Gewaltorgie explodieren lassen. Man kann ja verschiedene Ansichten haben, welche man dank dem Grundsatz der Demokratie auch äussern darf. Aber nicht in einer derart verblendeten Manier, welche erst recht die demokratischen Werte verletzt. Er hat mit dieser abscheulichen Tat nicht nur unendliches Leid gebracht, sondern auch massiv die Grundwerte der Demokratie verletzt u somit Krieg gegen sein eigenes land geführt. Grausam!

  • damian am 25.07.2011 00:40 Report Diesen Beitrag melden

    politiker scheuen hass,wut,rache

    unsere welt spielt verrückt nein irre was weltweit abläuft.die spitze des eisbergs ist noch lange nicht zu ende.obwohl ich diese tat verurteile,aber genau das selbe kann überall zu jeder zeit genau so eintreffen.politiker sind nicht ganz unschuldig die wursteln,länder verschleudern gelder.banken machen milliarden verluste mit dem bürger ersparten geld.asylanten erhalten notgelder kost logie gratis.das scheuert wut, rache.hass.jeder kann kommen.

  • hansueli am 24.07.2011 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    wird in zukunft vermehrt eintreffen

    ich glaube einfach,dass solche massaker immer mehr zunehmen werden.weltweit.dieser eisberg ist noch lange nicht am ende.krieg,mord,gewallt,unterdrückung staats pleiten,sparen,sparen,abzockerei.und das auf normal bürger.weil die reichen,reicher und reicher nie genug sehen.was jetzt in oslo passiert ist, tritt täglich in libyen,syrien und,und auch ins tagesgeschehen

  • Andrea Mordasini, Bern am 24.07.2011 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ich leide mit den Opfern :-(

    Als Mutter zweier Kinder bin ich erschüttert, entsetzt und unendlich traurig über das Geschehene in Oslo. Wie viele andere auch kann und will ich das Ganze nicht verstehen :-(. Die Frage nach dem Warum wird wohl nie wirklich beantwortet werden. Doch auch ich frage mich, wie dieser junge Mann auf einen Schlag in so kurzer so viel Leid, Trauer und Schmerzen über eine Stadt, über ein ganzes Land bringen konnte. Ich fühle und leide mit den Opfern, den Hinterbliebenen und den Familienangehörigen und wünsche ihnen von Herzen in dieser schwierigen und traurigen Zeit ganz viel Kraft! Mit stillem Gruss