Jordanien

13. Juni 2011 14:40; Akt: 13.06.2011 15:25 Print

Angriff gegen König Abdullah II.

Der Druck auf den jordanischen König Abdullah für Reformen wächst. Junge Menschen bewarfen seinen Autokonvoi mit Steinen. Der König blieb unverletzt.

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Widersprüchliche Informationen über einen Besuch des jordanischen Königs Abdullah II. im Süden des Landes haben am Montag für Verwirrung gesorgt. Aus Sicherheitskreisen in der Hauptstadt Amman hiess es, der Konvoi des Königs sei in der Stadt Tafila, 200 Kilometer südlich der Hauptstadt, mit Steinen und leeren Flaschen beworfen worden. Abdullah sei unverletzt geblieben. Regierungssprecher Taher Edwan wies den Bericht später als falsch zurück und erklärte, der König sei herzlich empfangen worden.

Der Sicherheitsbeamte sagte, eine Gruppe von jungen Angreifern habe Abdullahs Fahrzeugkolonne zwei Mal mit Steinen und Flaschen beworfen. Edwan hingegen erklärte, die jungen Leute hätten sich um das Fahrzeug gedrängt, um dem König die Hand schütteln zu können. Als die Polizei die Menschen zurückgedrängt habe, sei ein Handgemenge entstanden. Aus dem Königspalast hiess es ebenfalls: «Es war eine Willkommensgeste, kein Angriff.»

Ja zu Reformen

Abdullah hielt sich zur Besichtigung von Infrastruktur-Projekten in Tafila auf. Am Vortag hatte er sich Forderungen nach Reformen gebeugt und angekündigt, dass das Kabinett künftig gewählt werden solle. In einer Rede versprach er weitere Verfassungsänderungen, nannte aber keine Details. Der König warnte zugleich, plötzliche Veränderungen könnten «Chaos und Unruhen» wie in anderen arabischen Ländern zur Folge haben.

Zuvor hatten sich Jordanier für eine Einschränkung der Macht des Königs ausgesprochen. Der jordanische Monarch hat unter anderem das Recht, den Ministerpräsidenten und das Kabinett zu bestimmen.

In Jordanien kommt es seit sechs Monaten zu Demonstrationen, bei denen mehr Demokratie gefordert wird. Unter anderem fordern Demonstranten neue Parlamentswahlen, weil bei der Wahl im November ihrer Ansicht nach Betrug vorlag.


(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno am 13.06.2011 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Kommentar

    Das Regime in Jordanien ist korrupt ohne Ende, dass weiss doch jeder. Der König versteht aber eines besser als die meisten seiner Gefährten: sich selbst als Mittler de rKulturen zu inszenieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno am 13.06.2011 21:49 Report Diesen Beitrag melden

    Kommentar

    Das Regime in Jordanien ist korrupt ohne Ende, dass weiss doch jeder. Der König versteht aber eines besser als die meisten seiner Gefährten: sich selbst als Mittler de rKulturen zu inszenieren.