Ostukraine

18. April 2014 04:15; Akt: 18.04.2014 04:11 Print

Antisemitische Pamphlete sorgen für Empörung

Registrierung oder Deportation und Enteignung – das sind die Drohung gegen Juden, die auf einem Flugblatt in Donezk zu lesen waren. Die Echtheit des Blattes wird aber angezweifelt.

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Dies soll das antisemitische Pamphlet sein. (Bild: Screenshot CFCA)

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In der ostukrainischen Stadt Donezk verteilte judenfeindliche Pamphlete haben einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Es handele sich um eine Provokation, erklärte Rabbi Pinchas Wyschedski am Donnerstag auf der Website der Jüdischen Gemeinde von Donezk. Noch sei unklar, wer dahinter stecke.

Maskierte Männer in Tarnuniform hatten am Dienstagabend vor der Synagoge der Stadt Flugblätter verteilt, auf denen Juden aufgefordert wurden, sich bei den prorussischen Behörden der Region zu registrieren - andernfalls drohten Deportation und die Beschlagnahmung ihres Eigentums.

«Es ist grotesk»

Berichte in israelischen und US-Medien über den Zwischenfall lösten Besorgnis aus, die prorussischen Kräfte in der Ostukraine planten eine Verfolgung der Juden. US-Aussenminister John Kerry verurteilte die Pamphlete am Donnerstag. Ein derartiges Vorgehen in der heutigen Zeit sei «mehr als nur intolerabel, es ist grotesk», sagte er in Genf.

Die US-Botschaft in Kiew erklärte, es habe besorgte Nachfragen von Juden zu den Flugblättern gegeben. Die US-Organisation Anti-Defamation League zeigte sich «skeptisch über die Echtheit des Flugblatts». In den vergangenen Monaten sei der Vorwurf des Antisemitismus in der Ukraine in zahlreichen Fällen «zynisch und politisch manipulierend» angewendet worden, sagte ihr Chef Abraham Foxman. Russland hatte der ukrainischen Übergangsregierung wiederholt vorgeworfen, von Antisemiten und Faschisten dominiert zu sein.

(sda)