Madaja, Syrien

11. Januar 2016 13:28; Akt: 11.01.2016 13:29 Print

Assad-Treue verhöhnen Hungernde mit Foodporn

Während der syrische Präsident Assad Hilfskonvois für belagerte Städte erlaubt, provozieren seine Anhänger auf Facebook.

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40'000 Menschen in der von Regierungstruppen belagerten syrischen Stadt Madaja droht der Hungertod. Die Bewohner müssen sich laut Aktivisten mittlerweile von Gras, Katzen und Hunden ernähren – und Unterstützer des Regimes provozieren jetzt auf Social Media auch noch mit Foodporn-Bilder.

Unter dem Hashtag «#Solidarität mit dem besetzten Madaja» posten Nutzer Bilder von reichhaltig gedeckten Tischen mit gebratenem Fisch, Eiern, Brot und frischem Gemüse (siehe Bildstrecke).

Als «sadistisch» und «unglaublich widerlich» werden die Einträge im Netz kommentiert. «Dieser Hashtag auf Facebook ist ein Tiefpunkt auf Social Media», schreibt Nutzer @Abriel2twit.


Reaktion auf angekündigte Hilfskonvois

Gemäss der britischen Zeitung «Independent» sind die Posts eine Reaktion darauf, dass der syrische Machthaber Bashar al-Assad am Freitag dem internationalen Druck nachgab und ankündigte, Hilfskonvois nach Madaja und zwei weitere Städte reisen zu lassen – die ersten seit Oktober.

Laut dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) waren am Montag Lastwagen mit 330 Tonnen Nahrung und Medikamenten auf dem Weg von der Hauptstadt Damaskus in den rund 25 Kilometer nordwestlich gelegenen Ort. Ein ursprünglich für Sonntag geplanter Transport musste laut IKRK aus logistischen Gründen verschoben werden.

Weitere Todesfälle wegen Mangelernährung

Ausser Nahrungsmitteln will das IKRK «Medizin und Güter für die medizinische Grundversorgung, chronische Krankheiten, Schwangere und Säuglinge liefern». Zeitgleich zu der Hilfe für Madaja sollen demnach Lieferungen in die von Rebellen belagerten Orte Fua und Kefraja im Nordwesten Syriens gehen.

Die von Rebellen gehaltene Stadt Madaja wird seit einem halben Jahr von Regierungstruppen und ihren Verbündeten belagert. Am Sonntag starben erneut fünf Menschen an den Folgen von Mangelernährung, wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mitteilte. Dabei handelte es sich um einen neunjährigen Buben und vier Männer von über 45 Jahren.

Zuvor hatte die Hilfsorganisation von mindestens 23 Menschen berichtet, die seit Dezember unterernährt in der Stadt gestorben seien. MSF dringt auf eine fortlaufende Versorgung der Menschen in Madaja. «Eine einzelne Lieferung wird das Problem nicht lösen», sagte Tammam Aludat, stellvertretender medizinischer Direktor der Hilfsorganisation.

(cfr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • clclcl am 11.01.2016 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Unglaublich unmenschlich!!

    einklappen einklappen
  • Joe Hill am 11.01.2016 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schaut genau hin!

    Nicht der Hashtag ist wiederlich und sadistisch, sondern der Krieg an sich! Endlich wird der Westen gezwungen sich von der Träumerei des "sauberen Krieges", ohne Hunger, Grauen und Elend bei dem nur die Bösen sterben und alle sich an die Regeln halten, zu verabschieden und die blutige Realität zu sehen.

  • John Johnson am 11.01.2016 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grausam

    Ich kann es nicht glauben, dass es in der heutigen Zeit noch solche Grausamkeiten gibt. Wie kann ein Mensch sein üppige Mahlzeit bewusst ins Netz stellen und sich dabei bewusst sein, dass nicht weit weg dutzende verhungern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • 142w am 12.01.2016 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Humanity

    Fast 8 milliarden doch die menschlickeit fehlt

  • Prof am 11.01.2016 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zutiefst unmenschlich!

    Das ist ein weiteres Beispiel des perversen Sadismus von Assad und seinen Anhängern. Da soll keiner kommen und sagen, wer vor solch einem Regime fliehe, sei ein Wirtschaftsflüchtling!

  • John Johnson am 11.01.2016 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grausam

    Ich kann es nicht glauben, dass es in der heutigen Zeit noch solche Grausamkeiten gibt. Wie kann ein Mensch sein üppige Mahlzeit bewusst ins Netz stellen und sich dabei bewusst sein, dass nicht weit weg dutzende verhungern.

  • clclcl am 11.01.2016 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Unglaublich unmenschlich!!

    • youcef faragalla am 11.01.2016 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @clclcl

      Wie kann man nur ein dislike geben

    • Nj am 11.01.2016 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @youcef faragalla

      Das hab ich mich auch gefragt. Was sind das für leute die ein deslike geben. So gefühlslos.

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  • Joe Hill am 11.01.2016 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Schaut genau hin!

    Nicht der Hashtag ist wiederlich und sadistisch, sondern der Krieg an sich! Endlich wird der Westen gezwungen sich von der Träumerei des "sauberen Krieges", ohne Hunger, Grauen und Elend bei dem nur die Bösen sterben und alle sich an die Regeln halten, zu verabschieden und die blutige Realität zu sehen.