Ex-Botschafter

14. Juli 2019 06:25; Akt: 14.07.2019 09:34 Print

Atomabkommen nur wegen Obama gekündigt

Erneut sind geheime Einschätzungen des früheren britischen Botschafters zum US-Präsidenten an die Öffentlichkeit gelangt.

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Weitere Einschätzungen des ehemaligen britischen Botschafters zum US-Präsidenten gelangen an die Öffentlichkeit: Donald Trump auf dem Weg zur Air Force One. (12. Juli 2019) (Bild: AFP/Mangel Ngan)

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Wie die britische Zeitung «Mail on Sunday» am Samstag berichtete, zog sich Donald Trump nach Einschätzung des damaligen britischen Botschafters Kim Darroch im Mai 2018 aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurück, weil dieses mit seinem Vorgänger Barack Obama in Verbindung gebracht wurde.

Kim Darroch war am Mittwoch zurückgetreten, nachdem interne Vermerke veröffentlicht worden waren, in denen er US-Präsident Donald Trump als «inkompetent» und «unsicher» charakterisiert hatte. Der Vorfall hatte die Beziehungen zwischen den USA und Grossbritannien belastet.

Uneinigkeit in Trumps Team

Die US-Regierung «setzt auf einen Akt des diplomatischen Vandalismus, anscheinend aus ideologischen und persönlichen Gründen - es war Obamas Deal», schrieb Darroch in einem diplomatischen Bericht im Mai 2018, der nun von der «Mail of Sunday» veröffentlicht wurde. Damals war der damalige britische Aussenminister Boris Johnson nach Washington gereist, um Trump davon zu überzeugen, nicht aus dem Atomabkommen auszusteigen.

In seinem Bericht erklärte Darroch im Anschluss, in Trumps Team herrsche Uneinigkeit über die Entscheidung. Er kritisierte zudem, das Weisse Haus habe keine langfristige Strategie für die Zeit nach dem Ausstieg. Es gebe keine «Strategie für den Tag danach», schrieb Darroch. Zudem scheine es keinen Plan zu geben, sich an die Partner und Verbündeten in Europa oder der Region zu wenden.

Botschafter: Pompeo wollte Trump umstimmen

US-Aussenminister Mike Pompeo habe sich während der Gespräche mit Johnson von Trump «subtil distanziert», indem er durchgehend von der «Entscheidung des Präsidenten» gesprochen habe. Pompeo habe angedeutet, er habe erfolglos versucht, Trump umzustimmen.

Trump hatte im Mai 2018 das internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt und neue Finanz- und Handelsbeschränkungen gegen Teheran verhängt. Ein Jahr später kündigte die iranische Regierung den schrittweisen Rückzug aus dem Abkommen an. Anfang Juli überschritt der Iran erstmals die zulässige Menge angereicherten Urans. Am Montag verstiess er zudem gegen die Begrenzung des Anreicherungsgrads.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Des Troyer am 14.07.2019 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Kann Obama das Wasser

    nie und nimmer reichen! Es muss Trump und seinen Jüngern schon sehr schmerzen einen so überlegenen Vorgänger gehabt zu haben, zumal dieser noch schwarz war.

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  • Kein Iran Fan. am 14.07.2019 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Iran hat recht.

    Warum soll ein Vertrag nur Einseitig gültig sein?

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  • Rock'n'Roll am 14.07.2019 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungerechtigkeit

    Brutal, dass er in der Bibel immer noch nicht als alleiniger Autor und Schöpfer erwähnt wird. Klage folgt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schlimm am 14.07.2019 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Selber denken hat leider Seltenheitswert

    Trump ist der einzige Präsident, der bis jetzt keinen Krieg angezettelt hat. Das kann man von seinen Vorgängern, inklusive Obama, nicht behaupten. Aber die Leute haben aufgehört zu denken, lesen nur noch Zeitung und gehen damit der Strategie der Unlauteren auf den Leim.

  • Peter am 14.07.2019 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Trump ist toll

    Trump ist super für die USA und die Büezer. So wie der Christoph Blocher damals auch super für die Büezer war. Bspw. Alusuisse Zerschlagung.

  • Thomas Hächler am 14.07.2019 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA first

    DT ist einer der wenigen Presidenten, der in erster Linie für die USA und die Amerikaner einsteht und seine Wahlversprechen einhält und alles daran gibt, es auch umzzsetzen. Er braucht kein Obama Care um sich nachhaltig einen Namen zu verschaffen und sich zu verewigen. Es geht grundsätzlich nicht um die Person, sondern um seine Arbeit, pflichten und Auftrag eines Presidenten!

  • heneli am 14.07.2019 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Woe du mir...

    Mit der Abrissbirne, überall gegen die internationalen Abkommen, die irgendein Vorgänger abgeschlossen hat. Am klügsten wäre es, wenn die andern Staaten, mit Amerka nicht über neue Verträge verhandeln würden und vorläufig drn lmport von amerikanischen Gütern drosseln würden.

  • Thorsten am 14.07.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bestätigung

    Na dann liegen wir ja gar nicht falsch mit der Einschätzung unseres amerikanischen Trotzköpfchens. Er will halt alles anders machen, egal was es ist und was es die Menscheit kosten wird.