Nizza

15. Juli 2016 06:16; Akt: 16.07.2016 13:07 Print

Attentäter war dreifacher Vater – und vorbestraft

Der Täter von Nizza war ein Franzose mit tunesischen Wurzeln. Mohamed Lahouaiej Bouhlel soll der Polizei etwa wegen Waffengebrauchs und häuslicher Gewalt bekannt gewesen sein.

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Die Promenade des Anglais ist gut anderthalb Tage nach dem Attentat wieder komplett für Fussgänger geöffnet. (16. Juli) Nizza trauert: An der Promenade des Anglais versammelten sich Menschen, um den Opfern und Hinterbliebenen des Attentats zu gedenken. Die Polizei sichert Spuren neben zurückgelassenen Kinderwagen. Spurensicherung am Morgen nach dem Attentat mit über 80 Toten. Der LKW, der sich durch die Menschenmenge pflügte, wird noch immer untersucht. Mit diesem Lastwagen fuhr der Attentäter in die Menschenmenge. Der Lastwagen des Attentäters: Die Frontscheibe ist mit Einschusslöchern übersät. Der LKW in Nizza wird von Ermittlern untersucht. Ein Mann beruhigt ein kleines Mädchen nach dem Terror-Anschlag in Nizza. Angehörige von Opfern spenden sich Trost. Er soll der Attentäter von Nizza sein. Die Papiere des 31-jährigen Mohamed Lahouaiej Bouhlel wurden in dem Lkw gefunden, mit dem er dutzende Menschen überfuhr. Gespenstische Szenen nach dem Anschlag: Menschen flüchteten in Panik. Opfer werden abtransportiert - der Anschlag forderte über 80 Tote. Der Attentäter soll auch auf die Menschen geschossen haben. Der Ausnahmezustand in Frankreich wurde um drei Monate verlängert. Rettungskräfte kümmern sich um die Verletzten nach dem Anschlag. Am Morgen nach dem Anschlag herrscht Fassungslosigkeit in NIzza. Der LKW, der beim Anschlag verwendet wurde, am Morgen danach. Verwundete werden an der Strandpromenade abtransportiert. Soldaten bezogen nach dem Anschlag Stellung. Verwundete Personen werden ins Spital gebracht. Der Anschlag geschah am Nationalfeiertag von Frankreich. Innenminister Bernard Cazeneuve spricht zu den Medien. Ermittler am Tatort in Nizza. Eine verletzte Frau wird von Rettungskräften behandelt. Kurz nach dem Anschlag helfen Rettungskräften den Verwundeten. Polizisten sichern den Tatort kurz nachdem der LKW durch die Menge gerast war. Ein Polizist neben den zugedeckten Opfern an der Strandpromenade. Noch am Morgen danach liegen zugedeckte Opfer in Nizza. Forensiker untersuchen den LKW in Nizza. Die idyllische Strandpromenade von Nizza, die am Donnerstag zum Ort des Schreckens wurde. In Nizza starben beim Terroranschlag über 80 Menschen.

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Polizeiquellen haben gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, dass der Attentäter «formell identifiziert» wurde. Demnach handelt es sich beim Fahrer des LKW um einen 31-jährigen Franzosen mit tunesischen Wurzeln, der in Nizza wohnte.

Seine Ausweispapiere wurden im Tatfahrzeug gefunden, zudem wurden eine Bankkarte und ein Handy sichergestellt. Die Lokalzeitung «Nice Matin» vermeldet nun, dass der Mann Mohamed Lahouaiej Bouhlel heisst. Laut BFMTV war er Vater von drei Kindern. Offenbar arbeitete er als Chauffeur.

«Wir wissen genau, wo er eingestiegen ist.»

Laut dem Nachrichtensender BFMTV war der Täter der Polizei bekannt. «Man kannte ihn wegen Waffengebrauch, häuslicher Gewalt, Bedrohungen und Diebstahl», vermeldet BFMTV unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Verbindungen zum Terrorismus habe man bisher aber nicht herstellen können. Auch die Nachbarn sollen laut AFP nichts von einer Radikalisierung bemerkt haben. Er sei ein stiller Einzelgänger gewesen. Der Mann habe nie gegrüsst. Eine Mieterin des Erdgeschosses sagte, der 31-Jährige sei «ein gut aussehender Mann» gewesen, der ihr aber ein Dorn im Auge gewesen sei, weil er ihre Töchter «zu sehr angesehen» habe.

Granaten und Waffen

Nach ersten Erkenntnissen der französischen Polizei war der Mann nicht politisch radikalisier. Der 31-Jährige sei allerdings bereit gewesen, auf die Menge zu schiessen. Im Tatfahrzeug wurden Granaten und Waffen gefunden, teilweise nicht funktionsfähig.

Den LKW hatte sich der Mann nach Angaben von AFP erst kürzlich besorgt. «Er wurde vor einigen Tagen in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur gemietet», wird eine Polizeiquelle von der Nachrichtenagentur zitiert. Regionalpräsident Christian Estrosi sagte zu France Info: «Wir wissen dank Überwachungskameras sehr genau, wo und unter welchen Umständen der Täter in den LKW gestiegen ist.» Das Kamera-Netzwerk der Stadt ermögliche es, den Weg des Fahrzeugs sehr weit zurückzuverfolgen. Die Aufnahmen seien «sehr deutlich», sagte Estrosi zu BFMTV.

Polizei durchsucht Wohnung des Täters

Nach Angaben von Augenzeugen und aus Ermittlerkreisen wurde der Mann von Polizisten erschossen, als er nach seiner Amokfahrt aus dem LKW stieg und mit einer Pistole das Feuer eröffnete. Der Attentäter habe «mehrfach geschossen», bestätigte Regionalpräsident Christian Estrosi. Im Nachhinein seien im 19-Tonner «schwere Waffen» gefunden worden.

Ein Überblick der Ereignisse im Video

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Update folgt.

(wig, cpm/afp)