Neue Wikileaks-Dokumente

01. Juli 2015 21:07; Akt: 01.07.2015 21:32 Print

Auch Briten sollen Deutsche abgehört haben

Der Abhörskandal um den US-Geheimdienst NSA ist wohl noch grösser als bisher angenommen. Nicht nur Angela Merkel war im Visier.

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Der Abhörskandal weitet sich aus: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. (1. Juli 2015) (Bild: Keystone)

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Der US-Geheimdienst NSA hat nach Informationen von Wikileaks nicht nur die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, sondern auch weite Teile der Bundesregierung ausgespäht. Dies geht aus Dokumenten hervor, die die Enthüllungsplattform veröffentlichte.

Die Dokumente wurden vorab der «Süddeutsche Zeitung» und den deutschen Sendern NDR und WDR zu Verfügung gestellt. Offenbar sei an einigen Abhöraktionen auch ein britischer Geheimdienst beteiligt gewesen. Aus den Unterlagen geht dem Vorabbericht der Zeitung zufolge hervor, dass sowohl der Berliner Telefonanschluss des Wirtschaftsministers als auch seine Fax-Nummer auf der NSA-Überwachungsliste stehen.

Seit den 90er-Jahren

Der Liste zufolge gehörten zu den Spionagezielen der National Security Agency (NSA) offenbar bereits seit den 90er Jahren nicht nur das Wirtschafts-, sondern auch das Finanz- sowie das Landwirtschaftsministerium. Demnach interessierte sich die NSA vor allem für die deutsche Währungs- und Handelspolitik.

Das ergebe sich aus der Analyse einer 69 Nummern umfassenden Liste mit Suchbegiffen. Bei den Wikileaks vorliegenden Selektoren handle es sich offenbar sowohl um in der Vergangenheit überwachte Anschlüsse als auch um aktuelle Anschlüsse.

Keine Stellungnahme

Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte der Zeitung, ohne nähere Kenntnis des zugrundeliegenden Sachverhalts sei der Bundesregierung eine Bewertung derzeit nicht möglich.

In der vergangenen Woche hatte Wikileaks Unterlagen bereits über NSA-Lauschangriffe auf drei französische Staatspräsidenten veröffentlicht. Diese Dokumente stammten, wie auch die Deutschland betreffenden Unterlagen, offenkundig nicht von dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, sondern von einer anderen, bislang nicht identifizierten NSA-Quelle, heisst es in dem «SZ»-Bericht.

(rar/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dominik G am 01.07.2015 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach wirklich?

    Ja soll denn das jetzt heissen, dass so ziemlich jede Spionagebude verschiedenster Staaten, wahllos andere Staaten abhört? Jetzt bin ich aber so was von überrascht..... nicht Immer dieses Scheinheiluge Getue. Nur schon die Satellitenanlagen auf den Dächern der Amerikanischen Botschaften schreien förmlich "seht mal, was ich alles für Signale empfangen kann!"

  • Jen am 01.07.2015 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macher und Passive

    Weil die europäer einfach naiv und rückständig sind! Geschieht ihnen daher recht. Das wirtschaftsspionage im grossen stil angestrebt und betrieben wird, sollte schon seit dem boeing airbus skandal von vor über 20 Jahren klar sein.

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  • Marc am 01.07.2015 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Deutschland erlaubt!

    Die Überwachung der Deutschen Regierung wahr völlig legal! Die Amis haben mit Deutschland Verträge die dis ausdrücklich erlauben! Es sind immer noch die Verträge von 1945, obwohl es neue Verträge gegeben hat haben die Amis durchgesetzt das genau der Passus über das Überwachungsrecht so bestand hält! Bei den Franzosen hingegen ist es echt ein Skandal und könnten eigentlich Rechtlich gegen die NSA und ihr Personal vorgehen! Rammstein zb. Ist Amerikanisches Hoheitsgebiet mit Amerikanischem Recht. Von dort aus dürfen sie sowieso machen was sie wollen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi am 03.07.2015 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und das sind unsere

    "Very good Friends" in den TISA verhandlungen. (Ja TISA nicht TTIP. Die schweiz hat mit TTIP nur Indirekt über die EU etwas zu tun)

  • Fritzli am 02.07.2015 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    BND macht das auch.

    Ja, und die Deutschen hören niemanden ab....wer's glaubt.

  • Handy Besitzer am 02.07.2015 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant - Jeder hört jeden ab

    und man hilft sich gegenseitig dabei. Wenn man von jemand anderem abgehört wird, hat man ein mulmiges Gefühl. Wo ist das Problem. Die gesammelten Informationen sind mindestens als "vertraulich" eingestuft, so wie jene, die von mir gesammelt werden. Fehlt nur noch, dass unser Land auch abgehört wird. Damit wäre gerechtfertigt, dass wir diejenigen abhören, die uns abhören. Kein Wunder ist eine der grössten Gefahren in der Schweiz ein grösserer Stromausfall - was da alles passieren könnte. Und die Abhörer hätten tote Leitungen. Aber dafür haben wir jetzt Drohnen.

  • Welt Bürger am 02.07.2015 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fakt ist

    Na ja, jeder Staat hat seine Nase nachrichtentechnisch in den Angelegenheiten anderer Staaten. Sogar die Schweiz. Und da spielt es keine Rolle ob Freund oder Feind. Deswegen regt sich auch kein Staat übermässig darüber auf, wenn denn mal etwas an das Licht der Öffentlichkeit kommt. Wer das nicht glaubt ist mehr als naiv. KEIN Staat hat Freunde, nur Interessen.

  • Realist am 02.07.2015 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Was Lernt und das?

    Wirtschaft Spionage gibt es nicht nur bei Firmen sogar auch von Nationen, wie heisst es so schön, jeder ist sich selbst am nächsten.