Aufruhr in Libyen

11. März 2011 14:59; Akt: 21.03.2011 15:39 Print

Aufständische erobern Ras Lanuf zurück

Die Aufständischen haben nach eigenen Angaben einen wichtigen Gebietsgewinn errungen. Die EU will derweil Gaddafi zur Not mit Gewalt aus dem Amt jagen.

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Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

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Simone Kubli
17:05
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Die EU will den libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi zur Not mit einem Militäreinsatz aus dem Amt jagen. Alle Optionen, auch militärische, blieben auf dem Tisch, sagte der belgische Ministerpräsident Yves Leterme zum Abschluss eines EU-Sondergipfels zu Libyen in Brüssel. Bedingung für einen Einsatz seien aber die Unterstützung der Arabischen Liga sowie eine Einigung des UN-Sicherheitsrates.
16:58
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Die Aufständischen in Libyen haben den Ölhafen Ras Lanuf im Osten des Landes nach eigenen Angaben wieder zurückerobert. Die Rebellen drängten die Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi am Freitag wieder aus der Stadt, die diese am Tag zuvor eingenommen hatten.

Das sagte ein Aufständischen-Kämpfer dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira. Ein Korrespondent des Senders sah zur selben Zeit Rebellen ihre Stellungen am östlichen Eingang der Stadt verstärken. Die Aufständischen würden mit einem Gegenangriff der Gaddafi-Truppen rechnen, hiess es.
16:28
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Die EU hat den sofortigen Rücktritt des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi gefordert. Laut Diplomaten verständigten sich die Staats- und Regierungschefs in Brüssel auf einen Text zu Libyen. Im Entwurf dazu heisst es: «Oberst Gaddafi muss die Macht unverzüglich abgeben.» Weiter hieß es, die EU habe weitere restriktive Massnahmen gegen die Führung des Landes verhängt sowie gegen vom Regime kontrollierte Körperschaften, die über erhebliche Vermögenswerte verfügten.
15:52
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Den UNO liegen Berichte vor, dass Gaddafi für den Kampf gegen Aufständische Kindersoldaten rekrutiert. Dies wäre ein Kriegsverbrechen. UNICEF-Sprecherin Marixie Mercado sagte der Nachrichtenagentur AP in Genf, es bestehe die ernste Sorge, dass sich Kindersoldaten unter den Söldnern befänden, die Gaddafi für den Kampf gegen Aufständische anwerbe. Die Söldner kämen aus dem Tschad, Niger, der Zentralafrikanischen Republik und der sudanesischen Region Darfur, erklärte die Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks weiter. Diese Länder seien bekannt dafür, dass es dort Kindersoldaten gebe. Die UN-Sondergesandte für Kinder in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy, erklärte, es gebe unbestätigte Berichte von Menschenrechtsgruppen und Zivilpersonen, dass bewaffnete Kinder im Kampf in Libyen getötet und verletzt worden seien.
15:36
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Während in Bengasi Demonstranten friedlich gegen das Gaddafi-Regime protestieren, haben Sicherheitskräfte die Menschen in Tripolis nach dem Freitagsgebet gewaltsam auseinander gebracht. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurde Tränengas eingesetzt und Warnschüsse abgegeben.
15:18
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In der Rebellenhochburg Benghasi haben mehr als zehntausend Demonstranten friedlich den Rücktritt von Machthaber Muammar el Gaddafi gefordert. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, strömten sie mit Fahnen auf die Strassen, um unter freiem Himmel gemeinsam das Freitagsgebet abzuhalten. «Viele Menschen sind in unserem Kampf in Ras Lanuf und in Benghasi getötet worden, aber die Jugend hat entschieden, lieber zu kämpfen, als mitansehen zu müssen, wie dieses Regime weitermacht», sagte ein Imam vor dem Gebet. «Der Sieg ist nahe», rief er den Menschen zu.
14:23
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Gaddafi hat der EU gedroht, den internationalen Kampf gegen die illegale Einwanderung und den Terrorismus nicht weiter zu unterstützen. Sollte Europa die «aktive Rolle Libyens» als «Garant für die Stabilität» Afrikas missachten, sei sein Land «gezwungen», sich aus den Anstrengungen im Anti-Terror-Kampf zurückzuziehen und seine Politik gegenüber dem Terrornetzwerk El Kaida «komplett zu ändern», hiess es in einer Botschafts Gaddafis, die von der amtlichen Nachrichtenagentur Dschana verbreitet wurde. Tripolis würde auch afrikanische Flüchtlinge nicht mehr auf ihrem Weg in die EU stoppen. «Millionen Schwarzer» würden dann nach Europa «strömen», erklärte Gaddafi.
12:51
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Die Afrikanischen Union (AU) hat sich tief besorgt über die Entwicklung in Libyen gezeigt. Nach einer Sitzung des AU-Sicherheitsrates verurteilte die Staatenorganisation in der Nacht zum Freitag die «unangemessene Anwendung von Gewalt». Gleichzeitig lehnte die AU eine militärische Intervention ab. Stattdessen solle auf dem Verhandlungsweg eine Feuerpause erreicht werden, sagte Ram Tan Lamamra, der AU-Kommissar für Frieden und Sicherheit, in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Ein Vermittlungsteam unter Leitung von AU-Kommissionspräsident Jean Ping solle mit den Konfliktparteien einen Ausweg aus der Krise verhandeln. (SDA)
12:05
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Die EU bricht alle Kontakte zum libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi offiziell ab. «Jemand, der Krieg gegen sein eigenes Volk führt, ist für die EU kein Gesprächspartner mehr», sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zum Auftakt eines EU-Sondergipfels zur Krise in Nordafrika. >b>«Wir fordern den sofortigen Rücktritt Gaddafis.» Eine entsprechender Beschluss der 27 Staats- und Regierungschefs sollte am Freitag getroffen werden.

Die EU werde alles tun, um mit wirtschaftlichen, finanziellen und sonstigen Sanktionen ihren politischen Willen zu zeigen, sagte die Kanzlerin. Zugleich warnte sie vor voreiligen Schritten, ohne die umstrittene Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen direkt anzusprechen. «Wir müssen alles tun, um das Leiden des libyschen Volkes einzuschränken. Aber wir müssen die Schritte genau überlegen, damit wir sie auch zu einem vernünftigen Ende führen.»
11:45
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In Brüssel hat um 11.30 Uhr das Sondertreffen der EU zu Libyen begonnen. Derweil präzisiert die Agentur AFP die Voraussetzungen von Grossbritannien und Frankreich für einen Luftschlag. Gezielte Angriffe «seien denkbar, wenn Gaddafi chemische Waffen gegen die Bevölkerung einsetze», habe Sarkozy in Brüssel erklärt.
11:31
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Grossbritannien und Frankreich wollen mit gezielten Luftangriffen in Libyen eingreifen. Sie haben sich am Freitag laut Nachrichtenagentur AFP erneut dazu bereit erklärt. Allerdings nur unter gewissen Bedingungen. Welche dies sind, ist derzeit noch unklar.
11.30
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Das staatliche libysche Fernsehen hat am Freitag Bilder aus der Stadt Ras Lanuf ausgestrahlt. Sie zeigen fliehende Menschen und Gaddafis Soldaten, welche Häuser nach Waffen durchsuchen. Das meldet der TV-Sender Al Dschasira.

Die Rebellen sollen aber weiterhin strategisch wichtige Punkte in und um die Stadt halten, berichtet die Nachrichtenagentur AP.
11:00
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Nachdem Gaddafis Truppen den Ölhafen von Ras Lanuf besetzt haben, tobt nun offenbar ein Kampf um die Stadt Ras Lanuf.

Die Angaben sind allerdings widersprüchlich. Die Rebellen haben nach eigenen Angaben neue Kräfte in die Stadt entsandt. Derweil berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, dass die Rebellen dort ihre letzten provisorischen Kontrollpunkte aufgeben. Der neue Checkpoint werde 15 bis 20 Kilometer weiter östlicherrichtet.
10:35
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Die Offensive von Gaddafis Truppen geht weiter. Saif al-Islam warnte die Rebellen in Bengasi, bald würden seine Einheiten auch dort sein.
10:35
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In Libyen sind drei Viertel des Landes nach UN-Angaben von humanitärer Hilfe abgeschnitten. Die Vereinten Nationen seien bemüht, einen Dialog mit allen Parteien herzustellen, um sich Zugang zu allen Teilen des Landes zu verschaffen.

Nach Angaben der UNO haben seit Ausbruch der Unruhen in Libyen rund 250000 Menschen das Land verlassen. Davon seien mehr als 137000 nach Tunesien und rund 108000 nach Ägypten gegangen.
10:03
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Auf einen Sondergipfel zur Libyen-Krise will die EU am Freitag den Druck auf Machthaber Muammar al-Gaddafi erhöhen. «Er muss wissen, dass die internationale Gemeinschaft zum großen Teil seinen Rücktritt erwartet», sagte der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker kurz vor dem Gipfelauftakt in Brüssel.

Am Donnerstag war Frankreich mit einer diplomatischen Initiative vorgesprescht: Präsident Nicolas Sarkozy erkannte den selbst ernannten Übergangsrat aus der östlichen Stadt Bengasi als legitime Regierungsvertretung an. Juncker kritisierte Sarkozy am Freitag: Die Europäer täten gut daran, ihre geplanten Maßnahmen «in der Sitzung am Freitag zu bereden, und nicht am Tag vorher».
10:05
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Eine Delegation Gaddafis ist in Kairo eingetroffen. Das meldet der Fernsehsender al-Dschasira. Die Abordnung wolle an Ministertreffen der Arabischen Liga teilnehmen, das an diesem Samstag stattfindet. Dabei geht es um die Frage der Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen.

Zunächst blieb unklar, ob die Gaddafi-treuen Diplomaten an der Sitzung teilnehmen dürfen.
09:10
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Westliche Journalisten haben bestätigt, dass die Stadt Zaiwa im Westen Libyens nach mehrtägigem Bombardement nun wieder vollständig in der Hand von Gaddafi-Truppen ist.
08:56
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Der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière lehnt eine militärische Intervention in Libyen klar ab. Die Situation in dem nordafrikanischen Land sei zwar bedrückend. «Das ist aber keine Grundlage für eine irgendwie geartete Intervention der NATO», sagte der Minister am Freitag in Brüssel.

Am Donnerstag hatten die NATO-Verteidigungsminister über die Lage in Libyen beraten, aber keine Entscheidungen getroffen.
08:55
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Die arabischen Golfstaaten forderten die Arabische Liga auf, eine Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land durchzusetzen, um Zivilisten zu schützen. Dies erklärte der Golf-Kooperationsrat (GCC) laut der staatlichen Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Aussenminister der sechs Mitgliedsstaaten - Bahrain, Oman, Kuwait, Qatar, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate - sprachen demnach der Herrschaft des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi die Rechtmässigkeit ab.
08:28
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Die Afrikanische Union (AU) hat jedes militärische Eingreifen des Auslands in Libyen abgelehnt. Dies sagte der für Sicherheitsfragen zuständige AU-Kommissar Ramtane Lamamra am Freitag nach einem AU-Gipfeltreffen zu Libyen in Addis Abeba.
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Der Stand am Freitagmorgen

Einer der Rebellen-Kämpfer sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon, Regierungstruppen hielten sich im Zentrum von Ras Lanuf auf. Er habe etwa 150 Mann und drei Panzer gesehen. Er und andere Rebellen hielten sich noch in der Stadt auf.

Ein zweiter Aufständischer sagte, dass Regierungstruppen per Boot in der Stadt angekommen seien. Er habe vier Schiffe mit je 40 bis 50 Personen gesehen. «Wir kämpfen gerade jetzt gegen sie», sagte der Mann, der sich als Sprecher der Rebellen bezeichnete, aber seinen genauen Standort nicht bekanntgeben wollte.

Am Donnerstag hatten Gaddafi-treue Truppen Standorte der Aufständischen in Ras Lanuf bombardiert. Die Stadt liegt zwischen den von den Rebellen gehaltenen östlichen Landesteilen und dem von Gaddafi beherrschten Westen. Gaddafis Sohn Saif al-Islam hatte am Donnerstag eine Grossoffensive gegen die Aufständischen angekündigt.

Gaddafi könnte siegen

In den USA schätzen die Geheimdienstbehörden, dass Gaddafi im Kampf gegen die Rebellen die Oberhand behalten könnte. Das Weisse Haus relativierte entsprechende Aussagen von Geheimdienstchef James Clapper umgehend.

Clapper hatte seine Einschätzung damit begründet, dass das Regime von Muammar al-Gaddafi über eine wesentlich bessere Ausrüstung und Logistik verfüge als die Gegner. Das Regime könne daher einen lange anhaltenden Konflikt besser überdauern. Gaddafi werde wahrscheinlich langfristig bleiben.

«Eindimensionale Analyse»

Das Weisse Haus relativierte: Der Sicherheitsberater von Präsident Barack Obama, Tom Donilon, sprach von einer «eindimensionalen Analyse». Diese stütze sich ausschliesslich auf Gaddafis militärische Kapazitäten und Ressourcen.

Nicht einbezogen habe Clapper den Druck, den die internationale Gemeinschaft auf Gaddafi ausübe, und auch nicht etwaige Hilfen für die Rebellen. Auch verschiedene «Dynamiken» wie die Welle von Freiheitsbewegungen im Nahen Osten hätten die Geheimdienstbehörden nicht berücksichtigt.

US-Aussenministerin Hillary Clinton kündigte an, die USA würden vorerst ihren diplomatischen Draht zum Regime des Diktators kappen. Clinton will sich demnächst mit libyschen Oppositionellen treffen.

Niederländer wieder frei

Nach fast zwei Wochen in libyscher Gefangenschaft sind drei niederländische Soldaten wieder frei. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Den Haag mitteilte, konnten die Soldaten Tripolis mit einer griechischen Militärmaschine Richtung Athen verlassen.

Die zwei Männer und die Frau wurden am Freitagmorgen in der griechischen Hauptstadt erwartet, wie es in Den Haag hiess. Die drei Soldaten waren am 27. Februar während einer Rettungsaktion für zwei ausländische Zivilisten in Sirte im Norden Libyens festgenommen worden. Ihnen gehe es gut, sagte der Sprecher.

Die Soldaten waren ohne Genehmigung der libyschen Behörden mit einem Marine-Helikopter in Sirte gelandet. Sie wollten einen niederländischen Ingenieur und einen weiteren Europäer in Sicherheit bringen.

Der Helikopter wurde jedoch beim Start angegriffen. Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi nahmen die Soldaten gefangen. Die beiden Zivilisten wurden der niederländischen Botschaft in Tripolis übergeben.

(sda)