21. April 2005 23:49; Akt: 21.04.2005 23:50 Print

Ausblühen von Salzen – oder ein Bild der Mutter Gottes?

Eine schmuddlige Unterführung in Chicago wurde zu einem Wallfahrtsort. Grund: Passanten sehen in einem Flecken an der Wand die Mutter Gottes.

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Der Andrang unter dem Kennedy Expressway wurde zu Beginn dieser Woche so stark, dass die Unterführung jetzt von Polizisten gesichert wird. Hunderte von Gläubigen und Neugierigen strömen täglich vorbei, um die «heiligen» Flecken auf der Betonwand zu sehen, Blumen und Kerzen niederzulegen, und mit dem Rosenkranz in der Hand zu beten. Es braucht allerdings etwas religiöse Fantasie, um in dem Flecken die Heilige Maria zu sehen.

«Wir glauben, dass es ein Wunder ist», sagte die 42-jährige Elbia Tello. «Wir sind gläubig und wir können ihr Gesicht sehen.» Bei der Erzdiözese Chicago ist noch kein Antrag eingegangen, die Erscheinung für authentisch zu erklären. Aber ihr Sprecher Jim Dwyer sagte: «Diese Dinge geschehen nicht jeden Tag.»

Nüchterner wird die Angelegenheit von der Verkehrsbehörde des US-Staates Illinois betrachtet. Offenbar handle es sich um ein Ausblühen von Salzen im Beton, sagte Behördensprecher Mike Claffey. Die Behörde betrachtet den Versammlungsort zunächst als ein Strassen-Mahnmal und plant nicht, die Betonwand zu säubern.