Strassenschlachten in Athen

29. Juni 2011 18:41; Akt: 30.06.2011 08:55 Print

Ausschreitungen fordern viele Verletzte

In den Strassen Athens herrscht Chaos. Aus dem Finanzministerium stieg Rauch auf, Randalierer griffen einen sozialistischen Abgeordneten tätlich an. Etwa 150 Menschen sind verletzt worden.

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Die Gewalt in Athen hat vor der Abstimmung im Parlament über das umstrittene Sparpaket einen neuen Höhepunkt erreicht.

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Die Lage in Athen hat sich am Mittwochabend zugespitzt. Hunderte Vermummte randalierten und lieferten sich rund um den zentralen Syntagmaplatz Zusammenstösse mit der Polizei. Dabei sind etwa 150 Menschen verletzt worden. Rettungskräfte erklärten, 99 Demonstranten und Passanten seien wegen Verletzungen behandelt worden. Laut Polizei wurden 49 Polizisten verletzt, einer von ihnen schwer. 43 Personen wurden festgenommen.

Die Randalierer warfen Brandflaschen auf eine Poststelle und zwei andere Gebäude. Aus einem Gebäude am Syntagma-Platz in Athen, welcher das Zentrum der Demonstrationen darstellt, stieg im Verlauf des Nachmittags graue Rauchschwaden auf, Randalierer errichteten brennende Barrikaden. Demonstranten hätten ein Feuer in einem Postamt gelegt, berichtet «Welt Online». Im selben Gebäude befindet sich auch das griechische Finanzministerium. Die Feuerwehr konnte in letzter Minute sieben Menschen aus einem brennenden Gebäude retten und das Feuer löschen, wie das griechische Fernsehen berichtete.

Luxushotel evakuiert

Wegen der dramatischen Lage musste zuvor ein Luxushotel in der griechischen Hauptstadt evakuiert werden. «Alle unsere Kunden wurden in Sicherheit in anderen Hotels untergebracht», sagte ein Sprecher des Hotels der Nachrichtenagentur dpa. Es handelt sich laut der Onlineausgabe der Zeitung um das King George Palace Hotel am Syntagma Platz.

Kurz vor und nach der entscheidenden Abstimmung im griechischen Parlament über das Sparpaket der Regierung ist es in Athen zu schweren Zusammenstössen zwischen mehreren hundert Randalierern und Sondereinsatzkräften der Polizei gekommen. Tausende Menschen flohen in Panik vom Platz vor dem Parlament. Tränengasschwaden wurden durch das Stadtzentrum getrieben. Ein Angestellter des Hotels sagte, die Gäste des Hotels hätten die beissende Luft «nicht mehr ertragen» können.

Vor dem Parlament setzte die Polizei Tränengas ein, um die Protestierenden zurückzudrängen. Diese versuchten, Absperrungen umzustürzen und schleuderten Flaschen und Müll auf die Polizisten. Die Demonstranten hatten angekündigt, Abgeordnete am Betreten des Parlamentsgebäudes zu hindern. Sicherheitskräfte sperrten einen grossen Bereich der Innenstadt für den Verkehr.

«Verräter, Verräter!»

Die Demonstranten hätten vor dem Parlament Slogans wie «Verräter, Verräter!» gerufen, während die Polizei mit Tränengas gegen die Menge vorgegangen war, wie die New York Times berichtet.

Ein Generalstreik sorgte den zweiten Tag in Folge an den Flughäfen für Dutzende Flugausfälle oder -verschiebungen. Fähren blieben in den Häfen, in den Krankenhäusern arbeiteten nur Notfallteams. Erst am Dienstag war es in Athen zu schweren Zusammenstössen zwischen den Demonstranten und der Polizei gekommen. Dabei wurden 46 Menschen verletzt.


Videos der Ausschreitungen:


(Video: Youtube/DianaVogel1)


(Video: Youtube/papakiteliagr)


(Video: Youtube/RussiaToday)


(Video: Youtube/PArticenens)

(jam/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zyniker am 29.06.2011 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparprogramm

    Das griechische Sparprogramm geht in die heisse Phase...

  • Luigi Ventimiglia am 30.06.2011 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    Das habt ihr euch so vorgestellt...

    Das habt ihr jetzt davon, liebe Griechen. Euch jahrelang von der EU aushalten zu lassen und sich einen Deut um die Politik kümmern. Jetzt kommt die Retourkutsche mit 180 Sachen, da könnt ihr demonstrieren, soviel ihr wollt. Wahrhaben will das natürlich keiner, am wenigsten die Presse, weil sich Mitleid halt besser verkauft, aber es muss gesagt werden. Verabschiedet euch schon mal von Zaziki und Ouzo. Die nächsten 250 Jahre sind Wasser und Brot angesagt!

  • Meier am 30.06.2011 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    wen man mal keine Ahnung hat...

    Die meisten Kommentare sind doch einfach nur peinlich. So nach dem Motto: Ich bin Schweizer, ich weiss alles ;) Wenn ihr was gegen Amis habt, ist das unverständlich. Schweizer sind die lahme Weltpolizei ^^ Auf jeden fall, die Griechen sind nicht faul. Das Problem liegt bei der Schwarzarbeit und den Steuern und nirgend anders. Die meisten Griechen haben nämlich 2 Jobs und arbeiten knapp 100 Stunden mehr im Jahr als wir. Das Volk kann absolut nichts für die Pleite und daher verständlich. Ich würde glaub auch ausrasten

Die neusten Leser-Kommentare

  • Provoca am 30.06.2011 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ursache? Kapitalismus!!!!!

    Schade dass es hier viele Leute gibt die behaupten, die Griechen seien selber schuld und müssten halt mehr arbeiten..Hallo!?!Warum wir das Finanzsystem mit dem Geld schaffen aus dem Nichts und dafür Zinsen verlangen nicht hinterfragt?Warum zeigt niemand auf die Banken und "Investoren" die viel Geld verloren hätten bei einem Staatsbankrott?Warum wird der menschenverachtende Kapitalismus nicht hinterfragt?!

  • griechin am 30.06.2011 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    ach bitte..

    nur weil die meisten griechenland aus den ferien kennen, haben sie keine ahnung wie die leute dort leben müssen.auf den inseln ist alles schön und ruhig!in den städten jedoch nicht.diese leute können sich nicht einmal mehr ihr essen leisten!und ihr fragt euch wieso sie randalieren? klar hätte ich auch gemacht wenn mir mein lohn noch mehr gekürzt wird + höhere steuern zahlen muss.also bitte, es steckt mehr dahinter als nur schöne ferien in griechenland zu geniessen..

  • Astrid F. (Grüne) am 30.06.2011 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Es könnte Kriegsrecht verhängt werden

    Wenn es so weiter geht, könnte sogar der militärische Notstand ausgerufen werden, dann herrscht Kriegsrecht. Es könnte hunderte von Toten geben. Alles nur wegen Geld, das kanns doch nicht sein. Die Welt muss jetzt etwas gegen diese Gewalt unternehmen!

  • Zendo Wendo am 30.06.2011 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Mit aller Härte durchgreifen

    Gegen diese Demonstranten muss mit aller Härte vorgegangen werden. Das griechische Sparprogramm muss man wortwörtlich wohl durchknüppeln, ansonsten ist das Land verloren.

  • Bürokrat am 30.06.2011 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Fertig lustig Griechen

    Liebe Griechen, ihr könnt noch so auf die Strassen gehen, jetzt ist fertig mit eurem jahrelangen von der Hand im Mund Lebensstil. Wie jeder andere werdet auch ihr jetzt brav eure Steuren zahlen etc. Für eures Unvermögen müssen wieder die Steuerzahler in Deutschland und Frankreich aufkommen, was schon an und für sich nicht fair ist. Ihr könnt überhaupt froh sein, dass die EU euch unterstützt!