Verdacht auf Wahlbetrug

23. Oktober 2019 09:50; Akt: 23.10.2019 09:50 Print

Die Wut entlädt sich auf Boliviens Strassen

Demonstranten lassen ihrer Wut über den angeblichen Wahlbetrug in Bolivien freien Lauf. Die drastische Trendwende bereitet auch externen Wahlbeobachtern Sorgen.

Seit Evo Morales kürzlich als Sieger der Präsidentschaftswahlen ausgerufen wurde, kommt es in Bolivien zu landesweiten Protesten. (Video: AP)
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Nach der Wiederwahl von Staatschef Evo Morales eskalieren die Demonstrationen auf den Strassen Boliviens. Anhänger des Oppositionskandidaten Carlos Mesa lieferten sich heftige Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften und setzten Gebäude in Brand, ausserdem kam es zu Plünderungen, wie Reporter und örtliche Medien berichteten. In Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt des südamerikanischen Landes, wurde der örtliche Sitz der Wahlbehörde in Brand gesetzt.

Bei der Präsidentschaftswahl in Bolivien hat Carlos Mesa Wahlbetrug angeprangert. Er werde das Ergebnis nicht anerkennen, sagte der Herausforderer von Evo Morales am Montag (Ortszeit). Zuvor hatten neue Teilergebnisse daraufhin hingedeutet, dass Morales die Wahl doch in der ersten Runde gewinnen könnte - und damit nicht in die Stichwahl muss.

Drastischer Trendwechsel

Die Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) äusserte sich «zutiefst besorgt und erstaunt» über diesen drastischen Trendwechsel bei den Ergebnissen. Dieser sei nur «schwer zu erklären».

Nach der Veröffentlichung von Teilergebnissen am Sonntagabend hatte alles auf eine Stichwahl zwischen Amtsinhaber Morales und seinem Rivalen Mesa hingedeutet. Laut neuen Teilergebnissen vom Montag könnte Morales sich aber im ersten Wahlgang durchgesetzt haben.

Zehn-Punkte-Abstand greift

Die Wahlbehörden aktivierten angesichts der Kritik wieder ein System zum schnelleren Auszählen der Stimmzettel. Dieses sah Morales nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen bei 46,4 Prozent und Mesa bei 37,07 Prozent. Demnach würden Morales nur 0,67 Punkte fehlen, um die Stichwahl zu vermeiden und im ersten Wahlgang zu gewinnen.

Für einen Sieg in der ersten Runde benötigt ein Kandidat nach bolivianischem Wahlrecht entweder mehr als 50 Prozent der Stimmen oder mehr als 40 Prozent und mindestens zehn Punkte Abstand zum Zweitplatzierten.

Bisher hatte Morales, der erste indigene Staatschef des südamerikanischen Landes, alle Präsidentschaftswahlen im ersten Wahlgang gewonnen. Die Kandidatur des seit 2006 regierenden Morales für eine vierte Amtszeit ist umstritten. Boliviens Verfassung verbietet eigentlich eine vierte Amtszeit. Das oberste Wahlgericht hatte jedoch im vergangenen Dezember eine erneute Kandidatur Morales' genehmigt.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cil Pen am 23.10.2019 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Es ist immer ein schlechtes Zeichen, wenn Amtszeiten plötzlich verlängert werden. Deshalb überrascht der Verdacht auf weitere Manipulation geäussert wird. Schade kapieren viele Präsidenten in Entwicklungsländern nicht, wie wichtig doch Demokratie für win Land und dessen Bevölkerung ist. Man kann nur erahnen, wie die nächsten Monate/Jahre weitergehen werden.

  • MadChengi am 23.10.2019 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Voll der Burner!!!

    Es brennt überall auf dem Planeten, ich denke der Systemabbruch ist in vollem Gange. Das ist der Sturm vor dem Sturm!

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  • Beobachter am 23.10.2019 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nah

    Darum politiker und finanzwelt gängelt das volk nicht zu sehr, auch nicht in europa, sonst könnte es auch "chlöpfen" auf den strassen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ernesto Ledermann am 23.10.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Evo ein Indianer ?!

    Sein Vater war Kroate, und hat ihn nie als Sohn anerkannt, daher sein Hass gegen Ausländer, sein Adoptiv Vater ist Spanier und der Mutternahme ist Italienisch. Hört also auf mit dem ersten Indianer Boliviens auf. Er ist ein Mischling wie 70% der Bevölkerung. Soros hat ihn gut ausgesucht. Logischerweise will Evo dies nicht offen gestehen und niemand traut sich hier die Wahrheit zu sagen.

  • Cavi33 am 23.10.2019 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wundert mich nicht.

    Frage mich wieso Bolivien überhaupt eine Verfassung hat .

  • Andreas Z am 23.10.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Evo DIKTATOR!

    evo morales ist ein diktator, aber er ist als einheimischer verkleidet ..!

  • M. Arionetten am 23.10.2019 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Sowas wird es in der CH niemals geben,

    beim Schweizer weiss man längst dass er sich nicht wehren kann und alles schluckt, da bleiben die Gelbwesten nur im Auto!

  • R.G. am 23.10.2019 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Bevölkerung leidet

    In Bolivien braucht es eine starke Hand, wo solche Kravalle nicht duldet. Es ist nur eine kleine Minderheit, die Bevölkerung aber leidet wegen diesem Mob. Dieser Mob zerstört das Eigentum der Mitbürger (Häuser, Läden und Autos). Solche Chaoten gehören für mindestens 25 Jahre weggesperrt.

    • Christian am 23.10.2019 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R.G.

      tja ist ja verständlich wenn das F21 zu einem klarem NEI zu Ego morales Wiederwahl stimmten.... bin selber Südamerikaner also weiss ich genau was da ab geht!!

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