Frau angegriffen

30. Juni 2011 15:02; Akt: 30.06.2011 16:02 Print

Australischer Journalist in Burma verurteilt

Wegen eines vermeintlichen Angriffs auf eine Frau in Burma ist ein Australier verurteilt worden. Er ist Mitbegründer der Zeitung «Burma Times». Hinter seiner Verhaftung wurde die Junta vermutet.

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Ein australischer Journalist ist in Burma wegen Körperverletzung verurteilt worden. Die Strafe von 30 Tagen braucht der 53-jährige Ross Dunkley aber nicht anzutreten, weil er bereits länger in Untersuchungshaft gesessen war.

Mit dem Schuldspruch wegen Körperverletzung habe er zudem automatisch gegen die Einwanderungsbestimmungen verstossen, beschied das Gericht in der Hafenstadt Rangun nach Angaben eines Gerichtsbeamten. Er müsse deshalb eine Geldbusse zahlen oder sechs Monate in Haft.

Dunkley soll eine 29 Jahre alte Frau angegriffen zu haben. Weitere Vorwürfe - so etwa der Frau Drogen gegeben zu haben - wurden hingegen fallengelassen. Dunkleys Anwalt Aung Win Naing kündigte an, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen.

Dunkey ist Mitbegründer der «Burma Times», der einzigen Zeitung in Burma mit ausländischer Beteiligung. Bei seiner Festnahme im Februar hatte ein Freund des Journalisten geargwöhnt, dass die Klage von einem birmanischen Geschäftspartner angestrengt worden sei, der sich mit Dunkley gestritten hatte.

Der Geschäftspartner hat enge Verbindungen zur damals noch regierenden Militärjunta. Sie ist inzwischen von einer zivilen Regierung abgelöst worden, in der aber teilweise die gleichen Leute sitzen.

Die Presse wird nach wie vor zensiert, ausländische Journalisten dürfen nicht ins Land, einheimische werden argwöhnisch beobachtet. Nach Angaben der Organisation «Committee to Protect Journalists» (CPJ) gehört Burma zu den repressivsten Regimen der Welt. Dort seien rund ein Dutzend Journalisten im Gefängnis.

(sda)