12. April 2005 13:46; Akt: 12.04.2005 13:52 Print

BND wirft USA Fehler im Anti-Terror-Kampf vor

«Der prinzipielle Fehler wurde schon im November 2001 begangen, als man Osama bin Laden bei Tora Bora von den afghanischen Milizen festnehmen lassen wollte», sagt der Chef des deutschen Geheimdienstes.

Fehler gesehen?

«Da konnte sich Bin Laden für viel Geld von denen freikaufen» meint der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, in einem Interview mit dem «Handelsblatt».

Anschliessend habe sich der Anführer des Terrornetzwerks Al Kaida im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet eine eigene Infrastruktur aufgebaut und bei den dort ansässigen Stämmen viele Freunde gefunden, erklärte der Chef des deutschen Auslands-Geheimdienstes.

Konkrete Anhaltspunkte, dass die Terroristen den Einsatz von Biowaffen planen, sieht Hanning derzeit nicht. «Die internationale Fachwelt ist von der Möglichkeit, dass Terroristen Bio-Waffen als Terrormittel einsetzen könnten, nicht verschreckt», sagte er. «Im Gegensatz dazu bereiten uns die konventionellen Waffen weitaus mehr Sorge, übrigens auch mehr als uns etwa chemische oder nukleare Waffen beunruhigen.»

Wie das Blatt weiter berichtet, stuft der Bundesnachrichtendienst die Sicherheitslage in Deutschland weiter als «mittel» ein und damit niedriger als in am Irak-Krieg beteiligten Staaten wie Grossbritannien oder Italien.

Die Zahl der vom Verfassungsschutz registrierten extremistischen Ausländer ist unterdessen gestiegen, wie die Zeitung unter Berufung auf die Behörde berichtet. Im vergangenen Jahr zählte das Bundesamt für Verfassungsschutz demnach 57.520 extremistische Ausländer - darunter alleine 31.800 Islamisten - und damit 850 mehr als im Vorjahr.

(ap)