Trotz Ölpest

24. Juli 2010 12:46; Akt: 24.07.2010 14:58 Print

BP bohrt nach Öl vor Libyen

Ungeachtet der Katastrophe im Golf von Mexiko will BP nächste Woche mit Tiefseebohrungen im Mittelmeer beginnen.

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Nach der Ölpest im Golf von Mexiko will der Energiekonzern BP die nächste Tiefseebohrung im Mittelmeer vor der Küste Libyens starten. Die USA werfen BP vor, die vorzeitige Freilassung des libyschen Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al- Megrahi vor einem Jahr vorangetrieben zu haben, um das Millionengeschäft zu starten.

Al-Megrahi wurde wegen einer Krebserkrankung im Endstadium von Schottland begnadigt. Zur Begründung hiess es damals, seine Tage seien gezählt. Er lebt heute in seiner Heimat. Bei dem Attentat auf ein Pan-Am-Flugzeug nahe dem schottischen Lockerbie waren 1988 insgesamt 270 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 189 US-Bürger.

Der Konzern bestätigte, der britischen Regierung unter Premierminister Tony Blair damals zu einer schnellen Einigung über einen Gefangenenaustausch geraten zu haben.

«Die Bohrungen werden in wenigen Wochen beginnen», sagte BP- Sprecher David Nicholas am Samstag der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen Bericht der «Financial Times». Die Quelle soll spätestens in einem halben Jahr erschlossen sein.

Auch Erdgas

In dem Feld soll es grosse Mengen Erdöl und bis zu 850 Millionen Kubikmeter Erdgas geben. Der Energiekonzern wies Sicherheitsbedenken über die neue Tiefseebohrung zurück.

Die Bohrung erfolgt in der Mittelmeerbucht Grosse Syrte. Etwa 200 Kilometer westlich der Hafenstadt Bengasi liegt die Quelle in rund 1750 Metern Tiefe.

Damit wird dort 250 Meter tiefer nach den beiden Energierohstoffen gebohrt als bei der Tiefseebohrung im Golf von Mexiko. In dem Randmeer löste die Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April mit elf Toten die noch andauernde Ölpest aus, die grösste Naturkatastrophe vor der US-Küste.

«Keine Parallelen»

Zwischen den beiden Bohrfeldern gebe es allerdings keine Parallelen, betonte BP-Sprecher Nicholas. Hohe Sicherheitsstandards seien vor Libyen gewährleistet.

«Wir haben weltweit viele Bohrungen durchgeführt und dort nun zusätzliche Vorsichtsmassnahmen getroffen, darunter eine vollständige Kontrolle der Ölbohrplattform vom Typ «Noble», die wir nutzen werden», sagte Nicholas. Die Quelle ist laut BP in einer Gesteinsformation mit geringer Durchlässigkeit eingeschlossen.

Die Rechte für die Erschliessung der Ölquelle hatte BP vor drei Jahren von Libyen für 900 Millionen Dollar gekauft. BP-Chef Tony Hayward bezeichnete den Deal als bis dahin grösste Einzelinvestition.

BP hatte seine Ölgeschäfte in Libyen 1971 einstellen müssen, weil Machthaber Muammar al-Gaddafi die britischen Besitztümer verstaatlichte. BPs Partner bei der neuen Quelle ist die staatliche Libyan Investment Corporation, die 15 Prozent der Erträge erhält.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • samuel am 24.07.2010 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    auch noch

    Das Mittelmeer muss auch noch zur Oelpest gemacht werden

  • Martin am 24.07.2010 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    an der eigenen Nase nehmen

    Hey Leute: 1. Solche Bohrungen finden fast täglich statt, nur weil es BP ist und nur weil es im Meer statfindet interessiert das überhaupt jemand und jeder hebt jetzt den Zeigefinger... 2. Müssen wir uns alle an der eigenen Nase nehmen. Zugegeben, BP hatte keinen Notfallplan, aber da ist die US-Regierung schuld. Wenn man ein eigenes Geschäft hat und niemand einen darauf aufmerksam macht dass man Notausgänge braucht, wieviel % dieser Eigentümer macht freiwillig Notfalltüren rein? 20%?? Zurück: Jeder der ein Auto, Motorrad o.ä. fährt ist mitschuldig; Denn wenn keine Nachfrage, wird nicht gebohrt

  • Max Meier am 24.07.2010 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Täglich grüsst das Murmeltier

    Es scheint als hätte BP nichts aber auch gar nichts gelernt. Aber wieso ist Greenpeace so ruhig? Mit einem europaweiten Boykott von BP könnte dieser umweltverschandandelnde Moloch innert kurzer Zeit zur Raison gebracht werden. Bei Shell hat es auch funktioniert. Aber da hat wohl Greenpeace einige Aktien im Feuer? Ich unterstütze weder BP noch Shell. Wer macht mit?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • db3 am 24.07.2010 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    nicht im Griff

    das Bohrloch im Golf von Mexico ist entgegen aller Meldungen nicht unter Kontrolle, auch mit dieser Glocke nicht. Die Entlastungsbohrungen werden auch nicht viel nützen. Der Bohrkanal ist detoniert unter dem Druck, und gegen diesen gibt es bis heute keine menschliche Technik. In einem 11 km langen Riss tritt Öl aus dem Meeresboden, als Folge des Desasters. Davon berichten die Medien nicht - sie dürfen nicht! BP wurd weiterhin mit Pflästerlipolitik mit der Hoffnung spielen: Jetzt sollte es klappen - oh sorry, es hat wieder nicht geklappt! Es treten ja täglich ca. 15,9 Mio Liter aus! DAS istFact

    • Kudi am 28.07.2010 00:37 Report Diesen Beitrag melden

      Mist!

      habe selten so einen Mist wie deine "Informationen" gelesen. Wo hast du denn deine "Weisheiten" her? Bist vermutlich zulange auf einer der Verschwörungstheoretiker Seiten rumgesurft...

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  • Martin am 24.07.2010 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    an der eigenen Nase nehmen

    Hey Leute: 1. Solche Bohrungen finden fast täglich statt, nur weil es BP ist und nur weil es im Meer statfindet interessiert das überhaupt jemand und jeder hebt jetzt den Zeigefinger... 2. Müssen wir uns alle an der eigenen Nase nehmen. Zugegeben, BP hatte keinen Notfallplan, aber da ist die US-Regierung schuld. Wenn man ein eigenes Geschäft hat und niemand einen darauf aufmerksam macht dass man Notausgänge braucht, wieviel % dieser Eigentümer macht freiwillig Notfalltüren rein? 20%?? Zurück: Jeder der ein Auto, Motorrad o.ä. fährt ist mitschuldig; Denn wenn keine Nachfrage, wird nicht gebohrt

  • Michael Palomino am 24.07.2010 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht BP-Sonnenergie mit Ghadafi?

    BP bohrt weiter nach Öl, trotz des Supergaus im Golf von Mexiko, und obwohl BP eine Solarfirma hat ("BP Solar", siehe und obwohl schon Solarflugzeuge 2 Wochen in der Luft bleiben können (siehe gestern). Und Ghadhafi mit seiner Wüstensonne wäre prädestiniert zur Sonnenenergie. Aber sie wollen unbedingt einen zweiten Supergau...

  • Heizim am 24.07.2010 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja, das Recht.....

    Fuer alle die sich auch aufregen, ja ja, rein "rechtlich" und gegen alle Rechtsanwaelte, die Geld auch "redlich" verdienen wollen, lassen sich halt solche Firmen nicht bremsen. Das ist eben "Recht", womoeglich gar "Völkerrecht" usf. Wir denkenden "Kleingewichte" sind da nur Deppen im Getriebe der Grossfinanz. Interessant ist, das die "Rechtsentwicklung" nur eventuell, nach Katastrophen, wieder ein kleines Ruecklein weitergeht. Von "Recht"-Vertretern ist aber gar nix zu erwarten.

  • Philippe Latscha am 24.07.2010 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    BP

    Auch ein Weg, um Libyen los zu werden.... . Da kommt einiges auf die zu.