Nach Gräueltat

21. März 2011 21:27; Akt: 21.03.2011 21:33 Print

Baby gerettet

Israelische Ärzte retten das Leben eines palästinensischen Babys. So aussergewöhnlich wäre das nicht, wenn es nicht in Itamar geschehen wäre.

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Itamar ist eine jüdische Siedlung im Westjordanland. Sie wurde vor zehn Tag auf traurige Art und Weise fast weltbekannt, weil dort palästinensische Terroristen fünf Mitglieder einer jüdischen Familie erstochen hatten. Nur wenige Tage später leisteten dort israelische Retter einer Palästinenserin Nothilfe.

Ein palästinensisches Taxi brachte am vergangenen Mittwoch eine Frau um die 20 zum Eingang der Siedlung. Die Frau lag in den Wehen. Die Nabelschnur hatte sich um den Hals des Babys gelegt und die Situation war für Mutter und Kind lebensbedrohlich. Die sofortige Hilfe der Ärzte in der Siedlung und der Soldaten vor Ort rettete beiden das Leben. «Der Kopf und der Oberkörper des Babys waren schon zu sehen, aber durch die Nabelschnur war das Baby grau-blau angelaufen. Es bewegte sich nicht», erzählte der israelische Armee-Sanitäter Haim Levin (19). Ein anderer Soldat: «Wir haben das Leben eines Babys gerettet und ein paar Häuser weiter trauern andere Menschen um ein anderes Baby.»

Die Rettungskräfte hatten nach dem Massaker an der jüdischen Familie bei den nahegelegenen palästinensischen Ortschaften Feuerwerke beobachtet. Trotzdem sagte ein jüdischer Arzt stellvertretend für alle, sie würden jedem Menschen helfen, egal welcher Herkunft. Und bewegt fügte er hinzu: «Die Mutter der jungen Frau dankte uns und verriet den Namen des palästinensischen Mädchens – Jude.»