Jetzt schreibt sie

04. Oktober 2011 14:28; Akt: 04.10.2011 16:10 Print

Banon will Vorwürfe in Buch veröffentlichen

Die Schriftstellerin Tristane Banon möchte, dass die Welt weiss, wie Dominique Strauss-Kahn sie vergewaltigt habe - und zwar aus ihrer Perspektive. Deshalb schreibt sie jetzt ein Buch mit dem Titel «Der Ball der Heuchler».

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Das Hick-Hack um den mutmasslichen Vergewaltigungsvorwurf von Tristane Banon an Dominique Strauss-Kahn geht in eine weitere Runde. (Bild: AFP)

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Die französische Autorin Tristane Banon wird ihre Vorwürfe gegen den zurückgetretenen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in einem Buch erläutern. Dies teilte der Verlag Diable Vauvert am Dienstag mit.

In dem Roman mit dem Titel «Le Bal des hypocrites» («Der Ball der Heuchler») berichte die 32-Jährige, warum sie schliesslich Strafanzeige gegen Strauss-Kahn wegen versuchter Vergewaltigung erstattet habe, erklärte der Verlag.

Das Buch soll zunächst in 40 000 Exemplaren aufgelegt werden und am 13. Oktober auf den Markt kommen. Banon wirft Strauss-Kahn vor, im Jahr 2003 während eines Interviews «wie ein brünftiger Schimpanse» über sie hergefallen zu sein. Über den Vorfall hatte sie erstmals im Februar 2007 in einer TV-Talkshow berichtet.

Mutter war mit Strauss-Kahns befreundet

Der Name Strauss-Kahn war damals von dem Fernsehsender unkenntlich gemacht worden. Später bestätigte Banon aber, dass es sich um den Politiker handelte. Auf eine Strafanzeige verzichtete sie zunächst - nach ihren späteren Angaben aus Rücksicht auf ihre Mutter, die mit der Familie Strauss-Kahns befreundet war.

Erst als die New Yorker Polizei DSK, wie Strauss-Kahn in Frankreich genannt wird, im Mai wegen versuchter Vergewaltigung einer Hotelangestellten festnahm, entschloss sich die Französin zu der Strafanzeige. Strauss-Kahn nennt die Vorwürfe «erfunden».

Bei einer Gegenüberstellung vor der Polizei beharrten beide kürzlich auf ihrer jeweiligen Version. Die Staatsanwaltschaft muss nun entscheiden, ob ein formelles Ermittlungsverfahren aufgenommen oder ob der Fall zu den Akten gelegt wird. Falls es dazu kommen sollte, kündigte Banon bereits ein Zivilverfahren an.

Zivilverfahren läuft noch

In den USA stellte die Justiz Ende August ein Strafverfahren gegen den früheren Hoffnungsträger der französischen Sozialisten wegen versuchter Vergewaltigung und sexuellen Angriffs ein, da es Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Klägerin gab.

Ein Zivilverfahren läuft noch. Strauss-Kahn hatte wegen der Affäre als Chef des Internationalen Währungsfonds zurücktreten müssen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan Schneider am 04.10.2011 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Je mehr sie darüber schreibt, ....

    ...desto unglaubhafter wird letztlich ihre Aussage. Nach so langer Zeit ist eine Aussage sowieso mit grosser Vorsicht zu geniessen. Wenn dann noch ein klares finanzielles Interesse des mutmasslichen Opfers am Verfahren auf der Hand liegt, wird es umso heikler. Als Schriftstellerin weiss sie ja, wie eine Story süffig geschrieben und erzählt werden kann. Eine Veurteilung von DSK wird damit immer unwahrscheinlicher, selbst wenn er schuldig sein sollte.

  • Fred Ng am 04.10.2011 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gute PR für ihr Buch - that's it!

    Vielleicht wird dieses Buch ein Erfolg bei der PR, die gemacht wird. Sensationslüstige werden sich sicherlich damit eindecken.

  • YSlaurent am 04.10.2011 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Da...

    ... fehlt es jemandem wohl gewaltig an Aufmerksamkeit!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan Schneider am 04.10.2011 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Je mehr sie darüber schreibt, ....

    ...desto unglaubhafter wird letztlich ihre Aussage. Nach so langer Zeit ist eine Aussage sowieso mit grosser Vorsicht zu geniessen. Wenn dann noch ein klares finanzielles Interesse des mutmasslichen Opfers am Verfahren auf der Hand liegt, wird es umso heikler. Als Schriftstellerin weiss sie ja, wie eine Story süffig geschrieben und erzählt werden kann. Eine Veurteilung von DSK wird damit immer unwahrscheinlicher, selbst wenn er schuldig sein sollte.

  • Fred Ng am 04.10.2011 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gute PR für ihr Buch - that's it!

    Vielleicht wird dieses Buch ein Erfolg bei der PR, die gemacht wird. Sensationslüstige werden sich sicherlich damit eindecken.

  • YSlaurent am 04.10.2011 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Da...

    ... fehlt es jemandem wohl gewaltig an Aufmerksamkeit!

    • J.Wayne am 04.10.2011 16:13 Report Diesen Beitrag melden

      jop...

      Jop, und Geldgier noch dazu...

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