IKRK besorgt

07. Januar 2013 13:52; Akt: 07.01.2013 13:54 Print

Befolgen Kampfroboter die Genfer Konvention?

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz schlägt Alarm. Die Organisation befürchtet, dass «ferngesteuerte» oder «unsichtbare» Kriege in Zukunft das humanitäre Völkerrecht herausfordern werden.

Bildstrecke im Grossformat »
Wie sie an der Fahrwerkklappe sehen können, steckt in dieser Drohne Schweizer Know-how: Am 1. Dezember 2012 absolvierte Flugzeugbauer Dassault entwickelt. Die Drohne ist angeblich knapp 1000 Kilometer pro Stunde schnell und soll in 14'000 Meter Höhe operieren. Sie kann zwei Bomben tragen, ist 9,5 Meter lang und hat eine Spannweite von 12,5 Metern. , der von EADS entwickelt wird, ihr eigenes Drohnensüppchen. Der Flitzer kann etwa 1200 Kilometer pro Stunde schnell fliegen und hat dank Bauform und -material (Karbonfiber) eine sehr niedrige Radarsignatur. Die Spannweite beträgt 7,22 Meter. Die (Sensenmann) kann an sieben Aufhängungen bis zu 1700 Kilogramm Bewaffnung tragen. Das Flugzeug kann 14 Stunden in rund 15'000 Meter Höhe in der Luft bleiben. So sieht das «Cockpit» des «Reaper» aus, das oft tausende Kilometer vom Einsatzort der Drohne entfernt steht. Die Soldaten steuern von hier aus das Gefährt mit 11 Meter Länge und 20 Meter Spannweite, das knapp 900 Kilometer pro Stunde schnell fliegen kann. So sieht angeblich die (Wächter) aus, die vom Konzern Lockheed Martin hergestellt wird. Die Stealth-Drohne ist ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt, als sie in Zusammenhang mit der Liquidierung von Osama bin Laden in Pakistan im Mai 2011 in Verbindung gebracht wurde. Ausserdem behauptete der Iran im Dezember 2011, eine der hochgeheimen Drohnen abgefangen zu haben. Die Mullahs haben später mitgeteilt, sie hätten die komplizierte Technologie des Flugzeugs entschlüsselt, das eine Spannweite von zwölf Meter hat. Der (Zeuge) gebrauchen, die im September 2012 erstmals öffentlich gezeigt. wurde. Das Flugobjekt ist scheinbar von der israelischen Drohne «Hermes 450» abgekupfert. Doch die Sentinel ist für . Rüstungsriese Northrop Grumman hat diese experimentelle Stealth-Kampfdrohne auf eigene Rechnung entwickelt. Seine Flug-Premiere feierte die Maschine im Februar 2011. Sie wird derzeit erprobt und kann ihre Flügel von 9,4 auf 18,9 Meter auffächern. Sie soll auch auf Flugzeugträgern stationiert werden. (Reiher) der Israel Aerospace Industries, der bereits 1994 seinen Erstflug absolvierte und in Länder wie Deutschland, Russland, Indien oder Frankreich exportiert wurde. Im September 2012 wurde der «Heron» in Emmen getestet (im Bild). «Heron» kann bis zu 52 Stunden in seiner Höhe von rund 12'000 Meter agieren, ist 8,5 Meter lang, hat eine Spannweite von 16,6 Meter und erreicht gut 200 Kilometer pro Stunde. -Drohne, die als Aufklärer in mittleren Höhen eingesetzt werden soll und 18 Meter Spannweite hat. Sie kann sich 250 Kilometer von ihrer Basis entfernen, 30 Stunden in der Luft bleiben und bei Bedarf auch Waffen tragen. Das Flugzeug hat neben Radar und optischen auch thermische Sensoren an Bord. Laut «Aviation Week» soll die Drohne auch im zivilen Bereich verkauft werden. Ebenfalls aus stammt diese tödliche Maschine. Die Kampfdrohne WZ-9 alias «Wing Loong» (Flugeidechse) wurde deutlich länger geheim gehalten. Die Öffentlichkeit sah sie wie die kleinere CH-4 erstmals bei der Zhuhai Air Show 2012, obwohl sie schon 2003 erstmalig flog. Sie wird von der staatlichen Guizhou Aviation Industry Group gebaut. Ihre Spannweite beträgt 9,8 Meter und ihre Reichweite angeblich 800 Kilometer. Sie kann neben zwei Luft-Luft-Raketen mehrere Bomben tragen, berichtete «Chinese Defense Today». Last but not least hat (aufsteigender Drachen) vom Rüstungsbauer Chengdu Aircraft Corporation in petto. Sie ist 14,3 Meter lang ... ... und hat eine Spannweite von 25 Meter. US-Analysten glauben, dass sie als Aufklärungsdrohne für Höhen um 20'000 Meter konstruiert wurde Zurück zum «nEUROn»: Ausgestellt wurde ein Modell der Stealth-Drohne erstmals im Juni 2005 bei einer Flugschau nahe Paris. Bis zum Jungfernflug vergingen also ... ... sieben Jahre. Die Kosten werden auf gut 30 Millionen Franken pro Stück geschätzt. Zum Vergleich: Eine amerikanische «Reaper» geht für knapp 28 Millionen Franken über den Ladentisch. Fast schon zum Ramschpreis gibt es die chinesische Killer-Drohne Wing Loong: Sie ist für unter eine Million Franken zu haben. Neben Unternehmen in der Schweiz und Frankreich sind auch solche in Schweden, Italien und Griechenland an «nEUROn» beteiligt. Selbst Dassault-Konkurrent EADS ist mit seiner spanischen Filiale CASA mit an Bord.

Drohnen der neuesten Generation.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sieht in den neuen Kriegsformen grosse Herausforderungen für das humanitäre Völkerrecht. Das IKRK müsse sich auf künftige «ferngesteuerte» oder «unsichtbare» Kriege vorbereiten.

«Es ist sehr schwierig geworden, einen Krieg mittels einer Besetzung zu gewinnen», sagte IKRK-Generaldirektor Yves Daccord in einem Interview mit der Zeitung «Le Temps», das am Montag publiziert wurde. Die Kriege im Irak und in Afghanistan seien «wahrscheinlich die letzten ihrer Art».

«Die wirtschaftlichen Kosten solcher Konflikte sind unglaublich gross geworden», erklärte Daccord und verwies auf die täglichen Kriegsausgaben von 800 Millionen Dollar der USA. Selbst die Amerikaner könnten es sich nicht mehr leisten, 150'000 Soldaten an einem bestimmten Ort zu stationieren.

Völkerrecht einhalten

Sogenannte «unsichtbare» oder «ferngesteurte» Kriege beispielsweise mit unbemannten Drohnen oder im Internet reduzierten politische und wirtschaftliche Nachteile, sagte Daccord. Jedoch sei die Einhaltung des humanitären Völkerrechts auch für solche Kriegsformen unerlässlich.

«Die Unterscheidung zwischen zivilen und militärischen Zielen sowie die Frage nach der Verhältnismässigkeit sind schwieriger zu identifizieren.» Dies sei eine grosse Sorge für das IKRK. «Wir müssen in der Lage sein, mitzuhalten und mitzudenken», sagte der IKRK-Generaldirektor.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lucky Luciano am 07.01.2013 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Zukunft?

    Schon seltsam, alles deutet darauf hin, dass bald das Zeitalter der Terminators kommen wird... beängstigend oder faszinierend?

    einklappen einklappen
  • nurmalso am 07.01.2013 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Und warum?

    Und was sagt der das IKRK zum Vorgehen der anderen Konfliktpartei, das erst zu dieser Form der Kriegsführung geführt hat? Klare Kennzeichnung der Kombattanten, Trennung von zivilen und militärisch genutzten Einrichtungen, Behandlung von Kriegsgefangenen, Schonung der Zivilbevölkerung? Allesamt Fehlanzeige.

    einklappen einklappen
  • Pesche am 07.01.2013 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Terror

    Wenn der Krieg nicht das Ziel hat ein Gebiet für ein bestimmte Zeit (kann auch immer sein) zu kontrollieren, dann handelt es sich um reinen Terror. Mit einer fliegenden bewafneten Drohne kann ich kein Teritorium erobern. Ich kann aber Terror verbreiten und Leute umbringen und Infrastruktur zerstören. Ich glaube dies wird auch als Terrorismus bezeichnet. Und somit sind Staaten, welche bewaffnete Drohnen einsetzen, Terroristen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco B am 07.01.2013 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohnen

    Amerika verletzt mit ihrem Dronenkrieg doch schon seit Jahren die Genfer Konvention... Niemand kümmerts..

  • T1000 am 07.01.2013 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Skynet

    Skynet schert sich nicht um Genfer Konventionen

  • Pesche am 07.01.2013 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Terror

    Wenn der Krieg nicht das Ziel hat ein Gebiet für ein bestimmte Zeit (kann auch immer sein) zu kontrollieren, dann handelt es sich um reinen Terror. Mit einer fliegenden bewafneten Drohne kann ich kein Teritorium erobern. Ich kann aber Terror verbreiten und Leute umbringen und Infrastruktur zerstören. Ich glaube dies wird auch als Terrorismus bezeichnet. Und somit sind Staaten, welche bewaffnete Drohnen einsetzen, Terroristen.

    • P. Beck am 08.01.2013 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Alles Gleich

      Das ist nicht umbedingt wahr. Also das mit Drohnen=Terrorismus. Da geb ich dir recht. Aber man Kann mit Drohnen Fusssoldaten oder Kampffahrzeuge bei der Eroberung Unterstützen Aber nach deiner Logik Währen Alle Teroristen. Den Drohnen sind wie zB Lenkraketen. Oder Kampfflugzeugen. Oder Hubschrauber. Oder Artillerie.

    • Urban am 08.01.2013 08:24 Report Diesen Beitrag melden

      Auge um Aufe...

      Klar. Und die, welchen diese Drohnenangriffe gelten, sind alles Chorknaben. Aber eines ist sicher, Terror kann man nur mit harten Mitteln bekämpfen. Diese Leute sind schon als Jugendliche einere infamen Indoktrinierung gegen alles "westliche" verfallen. Da hilft schönes Reden oder irgendwelche Hiilfsprogramme nichts. Und die Genferkonvention hilft hier ebensowenig.

    einklappen einklappen
  • nurmalso am 07.01.2013 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Und warum?

    Und was sagt der das IKRK zum Vorgehen der anderen Konfliktpartei, das erst zu dieser Form der Kriegsführung geführt hat? Klare Kennzeichnung der Kombattanten, Trennung von zivilen und militärisch genutzten Einrichtungen, Behandlung von Kriegsgefangenen, Schonung der Zivilbevölkerung? Allesamt Fehlanzeige.

    • ebenso am 08.01.2013 08:32 Report Diesen Beitrag melden

      Meine ich auch

      Aber die USA haben eben eine "feste Adresse", wo man seinen Unmut abladen kann. Die Terroristen, das weis hier jedes Kind, hören erst gar nicht zu. Sie sind in einem absoluten Wahn gefangen. Die G.K. kümmert sie schon gar nicht. Nur, wenn wieder irgendwo eine Katastrophe war, nimmt man die Hilfe der bösen Amis als selbstveständlich an. Wenn durch die Drohnen angebliche "Zivilisten" umkommen, sind dies doch vorallem Leute an Orten, welche Al-Quaida Unterschlupf gewähren.

    einklappen einklappen
  • isaac am 07.01.2013 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Robotergesetze

    für Kampfroboter sollten die Robotergestze von Asimov gelten.

    • Ueli am 07.01.2013 14:19 Report Diesen Beitrag melden

      die wären aber dann nutzlos

      Soviel ich weiss ist bei Asimov das oberste Roboter gesetz niemals einen Menschen anzugreifen.... wären dann wohl nicht wirklich effektiv im Krieg.....

    • uncharted lands am 07.01.2013 14:21 Report Diesen Beitrag melden

      uncharted

      Stopp! Drohnen treffen keine Entscheidungen - sie werden gelenkt oder auf GPS-Koordinaten bzw. eine Radarsignatur eingestellt (oder aber via Laser-Targeting durch andere Luft-/Boden-Truppen). Somit treffen die Asmovschen Gesetzte nicht zu - denn diese betreffen künstliche Intelligenz, die selbst entscheiden muss. Eine Drohne wird von einem Leitoffizier gelenkt, welcher deren Bewegung und Waffeneinsatz steuert. Eine Cruise Missile (Kat. Smart Bombs) werden entsprechend erstem Abschnitt programmiert. Grüsse aus der Forschung

    einklappen einklappen