700'000$-Vergleich

23. Januar 2013 18:06; Akt: 23.01.2013 18:06 Print

Bei McDonald’s wars nicht halal

McDonald’s muss einer muslimischen Gemeinde in Detroit 700'000 Dollar zahlen. Entgegen ihrer Werbung hatten zwei Filialen Fleisch angeboten, das nicht koscher war.

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Halal-Hühnchen: So wirbt Mac Donald's in Detroit. (Bild: ZVG)

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Nirgends leben in den USA so viele Muslime wie im Grossraum von Detroit. Klar, dass der Hamburgergigant McDonald’s sein Angebot auf diese Kundschaft ausrichtet: In Dearborn westlich von Detroit bieten zwei Filialen Halal-Burger an - Produkte also, deren Fleisch von Tieren stammt, die nach islamischen Vorschriften ohne Betäubung und unter Nennung von Allahs Namen geschlachtet wurden.

Die beiden Restaurants kehrten allerdings unter den Teppich, dass sie es mit den religiösen Vorschriften nicht so genau nahmen: Gingen die Halal-Chicken McNuggets und Halal-McChicken aus, ersetzte man sie stillschweigend durch gewöhnliches Fleisch.

«Islam wird Amerika nie akzeptieren»

Dem Anwohner Ahmed Ahmed ging das gegen den Strich. Nachdem er einen Hinweis von einem Angestellten erhalten hatte, verklagte er die Filialen samt Mutterkonzern und erhielt Recht: McDonald's und die Detroit-Filialen mussten jetzt in einem Vergleich 700’000 Dollar an die muslimische Gemeinschaft in Detroit zahlen: Rund 275’000 Dollar an eine Klinik, 150’000 Dollar an ein örtliches Museum, 150'000 Dollar an die Anwälte - und 20’000 Dollar an Ahmed Ahmed selbst.

Streng religiöse Juden und Muslime essen nur Fleisch von geschächteten Tieren. In den USA müssen diese vor der Schächtung, dem traditionellen Ausbluten mit einem einzigen Schnitt durch die Halsschlagader, von Gesetzes wegen betäubt werden. In der Schweiz ist das Schächten ganz verboten, das Fleisch muss importiert werden.