Terrorangst in Europa

01. Dezember 2015 12:41; Akt: 01.12.2015 18:51 Print

Belgien will eine europäische CIA

Eine Gruppe aus neun EU-Ländern versucht verstärkt Geheimdienstinformationen auszutauschen. Gefährliche Extremisten sollen so schneller erkannt werden.

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Über einen Monat nach den Anschlägen sucht die Polizei weiter nach mutmasslichen Komplizen der Attentäter: Die Brasserie Le Comptoir Voltaire in Paris. (16.12.2015) Die Genfer Polizei hat für die Fahndung zusätzliche Einsatzkräfte mobilisiert:Schweizer Grenzwächter kontrollieren in Genf Autos an der Grenze zu Frankreich. (29. Oktober 2015) Der dritte Selbstmordattentäter vom Pariser Bataclan ist bekannt: Es handelt sich um den jungen Elsässer Foued Mohamed Aggad. Dank einer vertieften Zusammenarbeit der europäischen Geheimdienste, sollen gefährliche Jihadisten schneller erkannt werden. Belgische Sicherheitskräfte bei Hausdurchsuchungen im Brüsseler Quartier Molenbeek. (22. November 2015) Im Brüsseler Bezirk Molenbeek kommt es seit den Anschlägen von Paris öfters zu Durchsuchungen. (22. November 2015) Razzia in Berlin: Die Polizei durchsucht einen Van, nachdem sie zwei mutmassliche Islamisten festgenommen hatte. (26. November 2015) Will Bombardierung und Bodentruppen: Aussenminister Laurent Fabius. Ist er ein Komplize von Salah Abdeslam? Die belgische Polizei hat ein Foto von Mohamed Abrini veröffentlicht. Informationen aus dem Ausland zu spät erhalten: Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve. (25. November 2015) Der Drahtzieher der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, wurde beim Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis getötet. Ankommende und abfliegende Passagiere werden untersucht: Treppe zu den Gates im EuroAirport. (Archivbild) Die Polizei blockiert die Zufahrtsstrasse zum Haus des «Weissen Emirs». (24. November 2015) Wird per internationalem Haftbefehl gesucht: Mohamed Abrini an einer Tankstelle in Ressons, Frankreich am 11. November 2015, zwei Tage vor den Anschlägen. Das Bild des syrischen Passes von Ahmad al-Mohammad auf der Frontseite des serbischen Magazins «Blic»: Der Pass wurde bei einem Attentäter gefunden, der sich vor dem Stade de France in Paris in die Luft gesprengt hatte. (15.11.2015) Hinweise auf Salah Abdeslam: Polizisten blockieren eine Strasse in Varl, im Nordwesten Deutschlands. (24.11.2015) Die britische Fluggesellschaft fliegt nicht mehr nach Sharm al-Sheikh: Eine Easyjet-Maschine am Flughafen Basel-Mulhouse. Angst vor Terror: Nach den Anschlägen von Paris sollen die Flugbuchungen in die französische Hauptstadt um mehr als ein Viertel gesunken sein. (Flughafen Charles de Gaulle im Juni 2013) Gleicher Sprengstoff gefunden: Polizisten im Vorort Montrouge in Paris. Belgien hat die Terrorwarnstufe 4 verlängert: Sicherheitskräfte im Brüsseler Quartier Molenbeek. Die Wohnung von Abaaoud oder das, was noch davon übrig ist: In einer Seitenwand prangt ein riesiges Loch. (18. November 2015) Überall sind Einschusslöcher zu sehen. Bei der Detonation eines Sprengstoffgürtels ist ein Teil des Dachs weggesprengt worden. Bei der Anti-Terror-Razzia kamen drei Menschen ums Leben. Anti-Terror-Einsätze: Die belgischen Sicherheitskräfte haben eine Strasse im Bezirk Molenbeek in Brüssel abgesperrt. (22.11.2015) Ein Linienbus blockiert eine Strasse, die ins Zentrum von Brüssel führt. (22.11.2015) Schwer bewaffnete Beamte sind im Einsatz. (22.11.2015) Die Staatsanwaltschaft wird eine Pressekonferenz geben, wenn alles beendet sei. (22.11.2015) Bewaffnete Soldaten stehen Wache vor einem Restaurant in Brüssel. (21.11.2015) Sie werden ihren Hochzeitstag nie vergessen: Am zweiten Tag des Ausnahmezustandes in Brüssel posiert dieses junge Paar in der Altstadt mit Soldaten. (21.11.2015) Bombenalarm im Luxemburger Hotel Simoncini: Experten rückten an, um mehrere verdächtige Gepäckstücke zu untersuchen. (22.11.2015) Der noch immer flüchtige Salah Abdeslam soll laut verschiedenen Medienberichten in Brüssel gesehen worden sein. Er tarnt sich möglicherweise mit Perücke und Brille. «Unmittelbare» und «sehr ernste Bedrohung»: Militärpräsenz in Brüssel. (20. November 2015) Verschiedene Medien zeigen ein Video der Explosion in der Wohnung im Pariser Viertel Saint-Denis. Er soll die Bomben der Attentäter gebaut haben: Mohammed K. Mahnwache im Molenbeek-Quartier in Brüssel: Tausende Menschen bekunden ihre Trauer vor dem Wohnhaus der Familie Abdeslam, Angehörige des flüchtigen Salah Abdeslam. (18. November 2015) In Brüssel nehmen die Behörden das Umfeld von Stadion-Bomber Bilal Hadfi ins Visier. Ein Bild der Zerstörung nach dem Razzia-Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis. Zweiter Einsatz: Die Polizei vor einer Kirche in Saint-Denis. Die Polizei schlägt die Türen ein. Die Polizisten führen einen kaum bekleideten Mann ab. Er scheint verletzt zu sein. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort. Ausnahmezustand in Saint-Denis: Mitglieder der französischen Spezialeinheit im Einsatz jagen Terrorverdächtige. Bewohner wurden in Sichterheit gebracht. Auch Soldaten standen im Einsatz. Mehrere Verdächtige kamen ums Leben. Verletzte bei Anti-Terroreinsatz: In Saint-Denis nördlich von Paris sollen sich Verdächtige verschanzt haben. (18. November 2015) In Saint-Denis sind Polizisten der Eliteeinheit Raid im Einsatz. (18. November 2015) Die Fussballarena in Hannover wird von der Polizei abgeriegelt und durchsucht. (17. November 2015) Das holländische Fussball-Nationalteam wird von der Polizei eskortiert. (17. November 2015) Der deutsche Innenminister Thomas de Mazière informiert die Medien zur Gefahrenlage in Hannover. (17. November 2015) Hinweis auf ein drohendes Attentat: Sicherheitskräfte sperren das Areal rund um das Fussballstadion in Hannover ab. (17. November 2015) Das Freundschaftsspiel wurde 90 Minuten vor Anpfiff abgesagt und untersucht. (17. November 2015) Der Place de la Republique in Paris zeugt von der grossen Trauer in Frankreich nach den Anschlägen. (17. November 2015) Policemen breaks a door to enter a church in the northern Paris suburb of Saint-Denis city center, on November 18, 2015, to secure the area after French Police special forces raid an appartment, hunting those behind the attacks that claimed 129 lives in the French capital five days ago. At least one person was killed in an apartment targeted in the operation aimed at the suspected mastermind of the attacks, Belgian Abdelhamid Abaaoud, and police had been wounded in the shootout. AFP PHOTO / KENZO TRIBOUILLARD

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Frankreich und Belgien streben nach den Anschlägen von Paris einen besseren Austausch von Geheimdienstinformationen über Islamisten mit anderen EU-Ländern an. Sie wollen in der sogenannten «Neuner-Gruppe» eine entsprechende Initiative lancieren.

Frankreichs Regierungschef Manuel Valls und sein belgischer Amtskollege Charles Michel sollen sich laut französischen Regierungsquellen am Montagabend auf diesen Schritt verständigt haben. Konkret solle es darum gehen, die jeweiligen Dateien der Länder mit islamistischen Gefährdern zu «harmonisieren» und zu «systematisieren».

Zu der Neuner-Gruppe gehören neben Frankreich, Belgien und Deutschland auch Italien, Grossbritannien, die Niederlande, Spanien, Irland und Schweden. Die Gruppe hatte sich insbesondere nach dem Angriff auf das jüdische Museum in Brüssel im Juni 2014 getroffen.

Europaweiter Austausch

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel hatte zuvor bereits die Gründung eines europäischen Geheimdienstes nach dem Vorbild der CIA in den USA gefordert. Sicherheitskräfte sollten Informationen europaweit austauschen können.

Der Aufruf Michels erfolgte vor dem Hintergrund der Pariser Anschläge mit 130 Toten vom 13. November, die zum Teil auf das Konto von Extremisten mit Wohnsitz in Belgien gingen. Michel sagte, eines der Kernprobleme der Sicherheitskräfte bestehe darin, dass die vorliegenden Informationen nur zwischen einzelnen Ländern ausgetauscht würden, nicht aber europaweit.

(dia/sda)