Gipfel in Berlin

30. April 2019 05:15; Akt: 30.04.2019 05:55 Print

Belgrad und Pristina wollen miteinander reden

Kanzlerin Merkel und Frankreichs Staatschef Macron haben zur Balkankonferenz nach Berlin eingeladen.

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Aussöhnung mit dem Kosovo ist zentrale Bedingung für einen EU-Beitritt Serbiens: Die Teilnehmer der Balkankonferenz in Berlin. (29. April 2019) (Bild: Keystone/Mika Schmidt)

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Zum Abschluss der Balkankonferenz in Berlin haben sich die verfeindeten Nachbarn Serbien und Kosovo einmal mehr auf konstruktive Gespräche zur Beilegung ihres Konflikts geeinigt. Dies teilte das deutsche Bundespresseamt in der Nacht zum Dienstag mit.

So seien Belgrad und Pristina übereingekommen, «ihre Anstrengungen zur Umsetzung bestehender Vereinbarungen voranzutreiben», hiess es. Es sei zudem von «zentraler Bedeutung für den Weg Serbiens und Kosovos nach Europa».

Ähnliche Erklärungen scheiterten

Zudem wollten sich die beiden Staaten unter Vermittlung der EU wieder konstruktiv in den Dialog einbringen, um eine Lösung zu erzielen. Ähnliche Absichtserklärungen Serbiens und des Kosovos endeten in der Vergangenheit aber nach kurzer Zeit stets in neuem Streit.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatten am Montag im Berliner Kanzleramt ein informelles Treffen mit Staats- und Regierungschefs des Westbalkan geleitet. An dem Treffen nahmen unter anderem Serbiens Staatschef Aleksandar Vucic und Kosovos Präsident Hashim Thaci teil.

Zentrale Bedingung für EU-Beitritt

Die Teilnehmer der Balkankonferenz unterstrichen die Bedeutung eines rechtlich bindenden Abkommens zwischen Belgrad und Pristina zur Normalisierung ihrer Beziehungen. Dies würde nicht nur zur Stabilität in der Region beitragen, sondern wäre auch von zentraler Bedeutung für den Weg Serbiens und Kosovos nach Europa.

Serbien führt seit 2014 Beitrittsverhandlungen mit der EU. Die Aussöhnung mit dem Kosovo gilt aber als zentrale Bedingung dafür, dass die Gespräche irgendwann einmal erfolgreich abgeschlossen werden können. Das fast ausschliesslich von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Belgrad, das der Kosovo als historisches Siedlungsgebiet der Serben auf dem Balkan betrachtet, hat dies nie anerkannt und betrachtet seine ehemalige Provinz weiterhin als eigenes Staatsgebiet – obwohl mehr als 100 Länder der Kosovo als Staat anerkennen.

(sep/chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geissenpeter am 30.04.2019 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "wollen miteinander reden"

    das tun sie schon seit Jahren und gebracht hat es nichts. Würde mir jemand einen Teil des Herzes entreissen, wäre ich bereit mit demjenigen zu reden? Wohl nur unter Zwang, aber nicht mit Wohlwollen. So reden die miteinander.

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  • Wanessa am 30.04.2019 05:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geben oder nicht geben???

    Das werdet dir verstehen wenn euch jemand teil das Landes wegnehmen will...

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  • B. Alkan am 30.04.2019 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliches Spiel

    Es ist sehr schwierig (eher unmöglich) da eine Einigung zu finden. Beide (Landesleader) machen einen auf kompromissbereit jedoch wetden sie gesteuert, der eine durch Russland, der andere durch die EU und die USA. Das Einsehen haben wieder mal die armen, leicht beeinflussbaren Menschen die dort leben. Falls es wieder zu Unruhen/Konflikten kommen würde, geht kein Russe oder Europäer aktiv eingreiffen sondern die Menschen in der Region müssen dran glauben. Aber hauptsache es bringt teritorial und finanziell den "Friedensstiftern" etwas, nur traurig so etwas...

Die neusten Leser-Kommentare

  • EMMM am 30.04.2019 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zitat

    ((Genaue Zahlen liegen nicht vor, aber die Schätzungen sprechen für sich. Seit 2014 haben vermutlich bis zu 100.000 Kosovar_innen ihre Heimat verlassen, bei einer Einwohnerzahl von 1,8 Millionen Menschen knapp über fünf Prozent der Bevölkerung)) Hmmm, ich frage mich eher, ob diese Politik der "Versöhnung" nicht auch, durch Fluchtursache zustande gekommen ist (?)

  • Wort Fremdschämen am 30.04.2019 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hasse leider das

    Schlim ist, dass die jungen Menschen von Serbien und Pristina schon lange Frieden möchten. Über die Brücke gehen und sich heimlich treffen. Da fällt es mir schwer, Kommentare von Schweizern zu lesen, die weder in Serbien noch in Pristina persönlich Menschen kennen. Dies schreibt eine Urschweizerin, die über den Tellerrand zu sehen vermag.

  • struwelpeter am 30.04.2019 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unabhängig?

    der kosovo kann nicht unabhängig sein solange er ausländische soldaten zu seinem schutz braucht. ich frage mich nur was die westlichen länder da unten wollen. ohne sie gehörte der kosovo zu serbien und man müsste hier nicht diskutieren

  • Murat TR am 30.04.2019 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kosovo ist Unabhängig

    Reden können sie schon miteinander aber Kosovo ist Unabhängig und leibt Unabhängig und fertig.

  • False-Flagg am 30.04.2019 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Viele wissen nicht warum das Gebiet von den Serben so geliebt wird! Serbien wurde dort gegründet! Viele wichtige Kirchen und die Geschichte belegt es. Aber ja einige Kriege, Kirchen weg und schon wird die neue Geschichte geschrieben. Nicht zu vergessen Bondsteel (US-Armeebasis) haben wohl angst das die Russen eine Basis in SRB bauen.. dazu kommen viele Bodenschätze... Wäre es den Schweizern recht wenn die Deutschen die drei Gründerkantone übernehmen würden? Politik ist mies und nur das Geld zählt...