Arktis

12. November 2019 14:00; Akt: 12.11.2019 14:00 Print

Weisswal spielt «Rugby» aus traurigem Grund

Der Weisswal, der mit einer Schiffscrew «Rugby» spielte, soll das nicht aus Spass machen. Meeresbiologen zeigen sich besorgt über das Verhalten.

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Seit einiger Zeit geht ein Video von einem Weisswal (auch Beluga genannt) viral: Das Tier spielt vermeintlich Rugby mit einem Taucher. Die Aufnahmen entstanden in der Arktis.

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Der Wal ist nicht unbekannt, wie der Wissenschaftler Ferris Jabr betont. Es handelt sich dabei wohl um den russischen «Spionagewal» Hvaldimir, der aus der Gefangenschaft geflohen ist und nun in den Gewässern umherirrt. Im April trat er zum ersten Mal in Erscheinung, als er sich mit einem speziellen Geschirr am Körper einem Boot näherte und die Besatzung fast schon darum bat, ihn davon zu befreien.

Probleme mit dem Futter

Mittlerweile wird Hvaldimir von Meeresbiologen beobachtet und getrackt. Er hatte nämlich nach seiner Flucht Probleme mit der Futtersuche, da er in Gefangenschaft immer gefüttert wurde. Wie man selbstständig auf die Jagd geht, wusste er nicht, weshalb er zwischenzeitlich an Unterernährung litt. Laut aktuellem Stand soll es ihm aber wieder besser gehen.

Das Video könnte aber darauf hindeuten, dass der Wal erneut Probleme mit dem Futter hat. Denn Forscher vermuten, dass er sich mit seiner Aktion den Menschen annähern möchte und im Gegenzug dafür auf eine Mahlzeit hofft. So wird er es womöglich in seiner Zeit in der Gefangenschaft gelernt haben.

Die Meeresbiologen, die sich um Hvaldimir kümmern, betonen aber, dass man nicht mit dem Beluga spielen sollte. So würde er immer von Menschen abhängig bleiben. Ausserdem läuft der Wal Gefahr, auf diese Weise von einem Bootspropeller erwischt und getötet zu werden. Auch wenn es also hart klingt: Man sollte Hvaldimir ignorieren, wenn er vorbeischwimmt.

(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Res Koblet am 12.11.2019 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ich schäme mich für uns....

    Wir Menschen sind schon einzigartig! Wir haben das Talent alles zu zerstören, was uns in den Weg kommt, leider! Wir haben keinen Respekt gegenüber der Natur.

  • Petra am 12.11.2019 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Von Menschen ausgenutzt

    Zuerst wird er ausgebieltet und ausgenutz. Er durfte nie lernen in freier Wildbahn zu Überleben. Und jetzt ist der kleine Kerl einfach auf sich alleine gestellt, hat Angst, findet kein Futter (Weil er ja von Menschen immer gefüttert wurde) und als Dank sollte man ihn ignorieren? Ja ich kann gut verstehen das es für ihn besser ist und er es lernen muss. Aber der arme Kerl hatte keine richtige Chance und wird einfach ignoriert. Ich wünsche ihm das er es zimlich schnell lernen wird und er dann nicht mehr auf den Menschen angewiesen ist. Schwimm gut kleiner.

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  • PascalK2015 am 12.11.2019 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ja der Mensch

    Unglaublich das ganze. Der Mensch ist das einzige Lebewesen das sich selbst zerstört. Einfach weil man nie genug bekommen kann. Sich gegenseitig Misstraut.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marta Meier am 12.11.2019 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Respekt, vor gar nichts....:-(

    Was ist mit uns los? Können wir nur eines, alles zerstören! Hoffentlich kann dem Wal geholfen werden.

  • Belle Luga am 12.11.2019 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Verbockt

    Ich versteh es schon, dass er nicht beachtet werden sollte, frage mich aber, ob es richtig ist, diesen Wal seinem Schicksal, welches durch Menschen verursacht wurde, zu überlassen. Belugas leben in Familienverbänden. Er wurde seiner Familie entrissen. Ob er auf eine Gruppe trifft, die ihn überhaupt versteht und jagen beibringt??? Es ist einfach nur beschämend, was der ach so kluge Mensch anderen Lebewesen immer wieder antut. Verantwortung übernehmen wäre angebracht. Zu Lasten des Verursachers. Der Naivität meines Gedankens bin ich mir bewusst!!

  • Kim am 12.11.2019 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unser Verschulden!

    Ganz klar die Schuld des Menschen! Es ist traurig mitanzuzehen wie dieser Wal leidet. Er wurde durch uns Menschen aus seinem eigentlichen Lebensraum gerissen und muss nun alleine und ohne Hilfe in einer völlig neuen Umgebung überleben. Alleine schon dass dieser Wal alleine schwimmt macht mich traurig, da sie ja eigentlich in kleineren Gruppen sind. Traurig was das arme Tier, nur für eine schlechte Unterhaltung, durchmachen muss.

  • ETHH am 12.11.2019 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Hastiges Verhalten

    Ich finde, dass man dem Tier ein gewisses Leid ansieht, die Art, wie schnell der Wal den Ball aus seinem Gewässer befördern will.... gibt mir sehr zu denken...

  • S.G. am 12.11.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    mmmh...

    Gibt es in der Arktis viele Menschen ausser Wissenschafter, welche mit Booten unterwegs sind?