Bürgerkrieg in Libyen

17. März 2011 00:00; Akt: 21.03.2011 14:39 Print

Bengasi rüstet sich für die letzte Schlacht

In Libyen toben heftige Kämpfe um Adschdabija und Misrata. Die Rebellen in Bengasi bereiten sich auf den Kampf vor. Die Armee forderte sie auf, sich zu ergeben.

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Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

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Libysche Regierungstruppen haben am Donnerstag erneut die bisher von Aufständischen gehaltene Stadt Adschdabija angegriffen. Augenzeugen zufolge wurde die Stadt von drei Seiten belagert, zudem seien über mehrere Stunden Angriffe aus der Luft erfolgt.

Nach Angaben von Ärzten sind bei den seit Dienstag anhaltenden Kämpfen mindestens 30 Menschen getötet worden. Die libysche Opposition bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe. Angesichts der jüngsten Entwicklungen erhöhten auch die USA den Druck auf die UN und forderten ein militärisches Eingreifen.

Nachschub für Truppen

Die im Osten des Landes gelegene Stadt Adschdabija ist die letzte Bastion der Aufständischen entlang der Strasse nach Bengasi. Fernsehbilder zeigten Spuren heftiger Kämpfe entlang wichtiger Zufahrtsstrassen. Die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi wurden unterdessen umfangreich mit Nachschub versorgt. Lastwagenkolonnen brachten neue Munition, Raketen und sonstige Vorräte. Einige der Luftangriffe wurden aber offenbar von den Rebellen ausgeführt, die nach eigenen Angaben ebenfalls über drei Flugzeuge verfügen.

Ein Sprecher der Regimegegner, Mustafa Gheriani, erklärte am Donnerstag, die Regierungstruppen würden in der Rebellen-Hochburg Bengasi auf noch grösseren Widerstand stossen. Die Stadt sei «bis an die Zähne bewaffnet». Die Opposition hoffe auf eine rasche Bewilligung einer Flugverbotszone durch den UN-Sicherheitsrat. «Wenn nicht, werden wir uns auf uns selbst verlassen und tun, was wir können», sagte Gheriani.

Angriff auf Flughafen Bengasi

Eine versuchte Bombardierung des Flughafens von Bengasi durch die Luftwaffe Gaddafis war Gheriani zufolge nicht erfolgreich. Nach Angaben eines Bewohners von Bengasi meldeten sich zahlreiche junge Männer in der Stadt in Erwartung eines bevorstehenden Grossangriffs freiwillig zu einem militärischen Grundtraining.

Das Internationale Rote Kreuz begann wegen der verschlechterten Sicherheitssituation am Donnerstag mit dem Rückzug aus Bengasi. Alle Einrichtungen würden Richtung Osten nach Tobruk verlagert, wo Opfer des Konflikts weiter behandelt würden, sagte der Libyen-Koordinator des Roten Kreuzes, Simon Brooks. Mitarbeiter des libyschen Roten Halbmondes seien weiterhin in der Stadt aktiv.

Misrata weiter umkämpft

Die Opposition hat ihre strategischen Positionen gegen Angriffe der Truppen von Gaddafi behauptet. In der belagerten Stadt Misurata, 210 Kilometer östlich von Tripolis, konnten die Verteidiger massive Artillerie- und Panzerattacken abwehren.

Spitalärzte berichteten am Donnerstagmittag dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira, sie hätten 80 getötete Pro-Gaddafi-Soldaten gezählt. Aus anderen Quellen konnte dies allerdings nicht bestätigt werden.

Ultimatum gestellt

Der Machthaber erschien in einem Bericht des libyschen Fernsehens. Offenbar traf er junge Leute aus Misrata. «Ab heute Abend werdet ihr an den Waffen trainiert, und morgen werdet ihr an der Schlacht teilnehmen», sagte Gaddafi. Er rief seine Zuhörer auf, die Stadt nicht «einer Handvoll Verrückter» zu überlassen.

Die libysche Armee setzte den Rebellen unterdessen erneut ein Ultimatum: Die Armee setze ihre Einsätze ab Sonntag aus, um den Rebellen Zeit zu geben, sich zu ergeben, meldete die libysche Nachrichtenagentur Jana. Sie könnten mit einer Amnestie rechnen, wenn sie die Waffen niederlegten.

Libyer fliehen aus dem Land

Wegen der Kämpfe in Libyen stieg erstmals auch die Zahl der libyschen Flüchtlinge stark an, wie EU-Krisenreaktionskommissarin Kristalina Georgieva am Donnerstag mitteilte. Nachdem bislang fast ausschliesslich Arbeitsmigranten oder Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten Libyen verlassen hätten, versuchten in den letzten 24 Stunden immer mehr libysche Familie über die Grenzen nach Ägypten oder Tunesien zu gelangen.

«Es handelt sich um Frauen, Kinder, Ältere, die sich in Sicherheit bringen wollen», sagte die EU-Kommissarin. Die Bedingungen an den Grenzen hätten sich verschlechtert, und es gebe keine ausreichenden Kapazitäten, um Arbeitsmigranten in ihre Heimat zu bringen. Unter den 6.000 Flüchtlingen, die in den vergangenen Tagen das Land verlassen hätten, seien 700 Libyer gewesen, sagte Georgieva.

(ap)