15. April 2005 12:39; Akt: 15.04.2005 13:32 Print

Berlusconi unter Druck

Eklat in Italien: Die italienischen Christdemokraten (UDC) treten aus der Koalition unter Regierungschef Silvio Berlusconi aus. In der Vier-Parteien-Koalition von Berlusconi rumort es seit den Regionalwahlen am 3. und 4. April, bei denen das Bündnis schwere Verluste erlitten hatte.

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Die UDC werde die Mitte-rechts-Regierung im Parlament aber weiterhin stützen, kündigte Parteichef Rocco Buttiglione am Freitag an.

Am Freitagvormittag hatten sich 60 Führungsmitglieder der UDC in Rom versammelt, um über den Verbleib in der Koalition zu beraten. Die UDC stellte in der Regierung vier Minister. Neben Buttiglione Vizeministerpräsident Marco Follini sowie die Minister Carlo Giovanardi und Marco Baccini.

Follini hatte Berlusconi nach der schweren Niederlage bei den Regionalwahlen Anfang des Monats aufgefordert, entweder vorgezogene Neuwahlen anzusetzen oder eine komplett neue Regierung zu berufen.

Bereits am Donnerstag hatte der zweite Vize Berlusconis, Aussenminister Gianfranco Fini von der postfaschistischen Alleanza Nationale (AN) Berlusconi herausgefordert: Fini verlangte, Berlusconi solle sich einem Misstrauensvotum im Parlament stellen. Berlusconi will ein solches Votum umgehen und sein Kabinett nur umbilden.

Sechs von acht zuvor von ihnen gehaltenen Regionen waren dabei verloren gegangen. Die Mitte-links-Opposition hatte mit 52 Prozent zudem die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhalten.

(sda)