Uno-Generalversammlung

27. September 2018 04:50; Akt: 27.09.2018 10:05 Print

Berset lobt den UNO-Migrationspakt

Unter der Leitung der Schweiz und Mexiko ist der Migrationspakt der UNO entstanden, für den sich der Bundespräsident in New York eingesetzt hat.

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Treffen sich in New York: Bundespräsident Alain Berset (links) und UNO-Generalsekretär Antonio Guterres. (26. September 2018) (Bild: AFP/Angela Weiss)

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Bundespräsident Alain Berset hat sich in New York für den neuen Migrationspakt der UNO eingesetzt. «Es ist ein grosser Triumph der Zusammenarbeit in der multilateralen Diplomatie, dass die Verhandlungen über den Pakt in diesen schwierigen Zeiten Früchte tragen.»

Dies sagte Berset an einer Veranstaltung am Rande der UNO-Generalversammlung in New York am Mittwoch. Er lobte den Pakt als erstes historisches Dokument seiner Art, das alle Länder der Welt gemeinsam erarbeitet hätten – bis auf zwei Staaten. Die USA und Ungarn blieben den Verhandlungen fern.

Zusammen mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto stellte Berset den Plan vor, der im Dezember in Marrakesch abgesegnet werden soll. Die Verhandlungen über den Pakt waren vom Schweizer UNO-Botschafter in New York, Jürg Lauber, und seinem mexikanischen Amtskollegen geleitet worden. Der «Global Compact on Migration» soll dazu beitragen, die globale Migration künftig sicherer, geordneter und geregelter zu gestalten.

Schwieriges Terrain

Migration sei ein kompliziertes und manchmal kontroverses Thema. Oft sei es zudem mit negativen Begriffen wie Protektionismus, Chauvinismus und gar offenem Rassismus belegt, führte Berset weiter aus. Eine geregelte Migration eröffne Chancen, welche die Weltwirtschaft ergreifen müsse. Heutzutage machten internationale Migranten bereits 3,4 Prozent der Erdbevölkerung aus; sie produzierten fast neun Prozent des weltweiten Wohlstands. «Migration muss als Bereicherung gesehen werden – wirtschaftlich und kulturell», sagte Berset an der Veranstaltung, zu welcher der frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, geladen hatte.

Bloomberg habe in seiner Einführung die Bedeutung der Migration für einen erfolgreichen Geschäftsbetrieb deutlich gemacht, sagte Berset. «Die Wirtschaft und die Gesellschaft sind auf effektive und transparente Migrationsverfahren angewiesen», betonte der derzeitige Schweizer Bundespräsident.

Dank Migranten erfolgreich

Auch die Schweiz sei ein Migrationsland: Einer von drei Bewohnern sei ein Einwanderer oder stamme von zugewanderten Eltern ab. Umgekehrt lebten über 750'000 Schweizer, also fast 10 Prozent der Wohnbevölkerung des Landes, im Ausland und trügen dort zu wirtschaftlichem Wohlstand bei. Ohne ausländische Arbeitskräfte würden viele Branchen in der Schweiz nicht so gut wie derzeit funktionieren. So würde etwa der Gesundheitssektor einbrechen, sagte Berset. Auch im Fussball wären wir ohne Migranten wahrscheinlich nicht so erfolgreich, fügte der Bundespräsident an.

Berset nahm am Mittwoch zudem an einer Diskussionsrunde über den Umgang mit Drogen teil. Moderatorin des Forums war Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss, die Präsidentin der Globalen Kommission zur Drogenpolitik ist. Der Bundespräsident sagte, die Schweiz setze sich für eine Drogenpolitik ein, welche die Menschenrechte und die Gesundheit der Drogenabhängigen ins Zentrum stelle.

Treffen mit Guterres und Rohani

Zu einem Gespräch traf sich Berset auch mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres. Beide zeigten sich dabei überzeugt, dass dem Klimawandel höchste Beachtung beigemessen werden müsse und ein Schwerpunkt für die UNO sein müsse. Sie betonten die Wichtigkeit des Standorts Genf, dessen Stärkung für den Bundesrat eine Priorität habe. Guterres sagte obendrein zu Berset, er schätze in dieser volatilen Welt die stabilisierende Wirkung der Schweiz.

Berset besprach am Mittwoch auch mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani die wirtschaftliche Beziehungen der Schweiz mit der Islamischen Republik. Obendrein kam Berset mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi zu einem Austausch über mögliche engere Zusammenarbeit in der Migrationspolitik zusammen.

Am Donnerstag will Berset an einem Gipfeltreffen über Gesundheitsversorgung in Notfällen und Krisengebieten teilnehmen.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ursula B . am 27.09.2018 05:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marrakesch

    Migrationspakt der Uno Nicht in meinem Namen !

    einklappen einklappen
  • Larsen Landwehr am 27.09.2018 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Bprger sagt Nein

    Wieder so ein Ding das gegen den Willen der Bürger ist.

  • Target am 27.09.2018 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Der Pakt mit dem Teufel

    Dass ein Schweizer Bundesrat das der Schweiz und Europa antun will, ist ungeheuerlich.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • ;) am 27.09.2018 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie wäre es

    Wenn die ~ 190 Länder der UNO mal ihrem ständigen "Sicherheitsrat" sagen würden, dass sie die Shice langsam satt haben, und wenn die mit ihren sinnlosen Kriegen und Umstürzen und was weiss ich aufhören würden, hätten wir nicht halb so viel Migration... Das wäre mal eine Ansage(!)

  • Max am 27.09.2018 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich!

    Nennt man dieses Vorgehen vom Bundesrat direkte Demokratie? Mit diesem Abkommen sägen wir einmal mehr an unserem eigenen Ast! Adieu finanzierbarer Sozialstaat!

  • Heidi Heidnisch am 27.09.2018 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwitz

    Die Worte tönen gut. Jetzt kommt es nur darauf an, was daraus wird.

  • Tiefstapler am 27.09.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Denkt nach

    "3.4% der Weltbevölkerung (Migranten) erwirtschaften fast 9% des gesamten Wohlstandes." Es wäre also angebracht, damit aufzuhören, pauschal gegen Migration zu hetzen und zu beginnen, das Thema etwas differenzierter anzugehen. Natürlich bestehen Probleme, aber die werden nicht gelöst, indem man alle in einen Topf wirft und nur gegen Migration wettert. Wir brauchen Lösungen und solche Lösungen lassen sich nur in internationaler Zusammenarbeit umsetzen. Solche Abkommen können sehr wohl im Sinne des Bürgers sein, denn offenbar ist der Status quo ja für viele nicht (mehr) akzeptabel.

    • mama nera am 27.09.2018 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      seid umschlungen

      ja die Russen in Zug erwirtschaften sehr viel Einkommen mit ihren Rohstofffirmen, da kommt schon eine Hammerquote von 3,4 / 9 zusammen hallelujaaaa

    einklappen einklappen
  • Stop am 27.09.2018 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne uns

    Machen wir was dagegen gebt bei google ein Migrationspakt stoppen