Flugzeugsabsturz

31. Juli 2014 13:31; Akt: 31.07.2014 13:48 Print

Bewaffnete Experten bei MH17 angekommen

OSZE-Beobachter, niederländische und australische Experten haben die Absturzstelle der MH17 erreicht. In der Nähe der Absturzstelle wurden zeitgleich Explosionen vermeldet.

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Nach mehrtägigen erfolglosen Versuchen sind internationale Experten am Donnerstag zum Absturzort des malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine vorgedrungen. Niederländische und australische Ermittler hätten die Absturzstelle von Flug MH17 erreicht, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit. Sie wurden demnach von OSZE-Beobachtern begleitet.

Ein AP-Reporter vor Ort meldete, das Absturzgebiet scheine unter der Kontrolle prorussischer Rebellen zu stehen. Polizisten und Gerichtsmediziner aus den Niederlanden und Australien wollen nach noch nicht geborgenen Leichen suchen und Habseligkeiten von Passagieren und Besatzungsmitgliedern sicherstellen.

Weiter teilte die OSZE mit, die Experten und Beobachter hätten einen «neuen Weg» gewählt, um zum Absturzort nahe der Stadt Donezk zu gelangen. In den vergangenen Tagen hatten heftige Gefechte zwischen den ukrainischen Streitkräften und prorussischen Separatisten den Zugang zu der Absturzstelle verhindert.

Kiew erlaubt Mission mit fast 1000 Mann

Das ukrainische Parlament hatte zuvor der Entsendung bewaffneter Soldaten und Ermittler aus den Niederlanden und Australien an den MH17-Absturzort im Osten des Landes zugestimmt. Letzte Woche war ein erster Besuch unbewaffneter Polizisten in dem Trümmerfeld wegen Sicherheitsbedenken noch abgesagt worden. Die Nachrichtenagentur AFP vermeldet laute Explosionen im Gebiet der Absturzstelle.

Laut den Dokumenten die auf der Internetseite des Parlamentes veröffentlicht wurden, dürfen bis zu 700 Soldaten und Zivilisten aus den Niederlanden an der Mission teilnehmen. Zudem werden von der Regierung bis zu 250 Personen aus Australien genehmigt.

Feuerpause in der Region

Auf Bitten der Vereinten Nationen hat die ukrainische Armee am Donnerstag eine eintägige Feuerpause für den umkämpften Osten des Landes angekündigt. Ziel sei es, internationalen Experten den Zugang zur Absturzstelle von Flug MH17 zu ermöglichen.

Dies teilte Militärsprecher Olexij Dmytraschkiwski der Nachrichtenagentur AFP mit. Er sprach von einem «Tag der Ruhe», der auf Bitten von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ausgerufen werde.

Russland wirft Kiew Manipulation vor

Russland hatte der Ukraine vorgeworfen, bewusst internationale Ermittler vom MH17-Absturzort fernzuhalten. «Wir fürchten, dass die Kiewer Behörden Beweise vernichten wollen, die ihre Rolle bei der Katastrophe blossstellen», sagte Russlands UNO-Botschafter Witali Tschurkin russischen Medien zufolge in New York.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko habe bereits vor Tagen eine Waffenruhe rund um den Absturzort bei Grabowo verkündet. «Dieses Versprechen wurde sofort gebrochen», kritisierte Tschurkin am Donnerstag. Die Armee habe den Auftrag erhalten, massiv gegen die prorussischen Separatisten in der Region vorzugehen.

Russland habe der UNO und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seine Dokumente über den Absturz der Boeing 777-200 übergeben, sagte Tschurkin. «Wir rechnen damit, dass auch andere Länder genauso konkret und konstruktiv handeln werden, statt Anschuldigungen zu verbreiten, die durch nichts belegt sind», betonte Russlands UNO-Botschafter.



(ale/sda/afp)