Familie verärgert

12. Dezember 2013 16:49; Akt: 14.12.2013 02:36 Print

Bild von Mandelas Leichnam getwittert

Nelson Mandela liegt im offenen Sarg aufgebahrt in einem Amphitheater. Seine Familie wünschte ausdrücklich: keine Fotos. Trotzdem kursierte im Internet ein Bild des Toten.

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Südafrikanische Marine-Offiziere bewachen den Sarg von Nelson Mandela (†95) in Pretoria. (Bild: Keystone/Marco Longari / Pool)

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Ein im Internet kursierendes Bild des im offenen Sarg liegenden Nelson Mandela sorgt in Südafrika für Ärger. Die südafrikanische Regierung erklärte am Donnerstag, sie veröffentliche keine Fotos des aufgebahrten Mandela.

Zugleich forderte sie die Internetnutzer auf, das möglicherweise heimlich aufgenommene Bild von Mandelas Gesicht «nicht anzuschauen» und es gegebenenfalls von ihren Konten bei sozialen Netzwerken zu löschen. Im Internet wurde die Verbreitung des Bildes als «schändlich» und «völlig respektlos» kritisiert.

Twitter-Account gesperrt

Der Twitter-Account, über den das Foto mit dem Kommentar «Er ruht» veröffentlicht wurde, ist inzwischen gesperrt. Ob es sich bei der körnigen, grüngetönten Nahaufnahme von Mandelas Gesicht mit geschlossen Augen um eine echte Fotografie handelt, konnte zunächst ebenso wenig geklärt werden wie die Herkunft des Bildes.

Die Familie des am 5. Dezember verstorbenen Nationalhelden hatte den ausdrücklichen Wunsch geäussert, den toten Mandela nicht zu fotografieren.

Familie lässt toten Mandela nicht aus den Augen

Am Mittwoch hatten 12'000 bis 14'000 Menschen dem Anti-Apartheidkämpfer am offenen Sarg in Pretoria die letzte Ehre erwiesen, wie die Regierung weiter mitteilte. Derzeit ist Mandelas Leichnam im Amphitheater vor dem Regierungsgebäude aufgebahrt.

Die Familie des verstorbenen südafrikanischen Freiheitskämpfers lässt den Leichnam bis zum Begräbnis nicht mehr allein. Den Toten vor der Beerdigung nicht aus den Augen zu lassen, sei eine Tradition ihres Volkes. Die Angehörigen begleiteten Mandelas Geist und sprächen auch mit ihm.

Der Leichnam bleibt bis Freitag in der Hauptstadt aufgebahrt. Trauergäste dürfen keine Kameras dabei haben und müssen ihre Handys ausschalten. Am Sonntag soll er in seinem Heimatdorf Qunu im Süden des Landes in einer traditionellen Zeremonie beigesetzt werden.

(sda)