Toter Fussballer Sala

28. April 2019 19:48; Akt: 30.04.2019 07:55 Print

Zwei Verhaftungen wegen «krankem Leichen-Foto»

Emiliano Sala verunglückte tödlich. Nun tauchten Fotos der Leiche des Fussballers auf. Ein Mann und eine Frau wurden verhaftet.

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Fünf Monate nach Salas Tod nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Tausende nahmen am Samstag, 16. Februar 2019, im argentinischen Progreso Abschied von Fussball-Profi Emiliano Sala. Auch Cardiff-CEO City Ken war an der Beerdigung dabei. Und sogar Salas Hündin Nala zollte ihrem Herrchen ein letztes Mal Tribut. Sie legte sich vor den Eingang der Turnhalle, die zur Abdankungskapelle umgewandelt worden war. In der Gemeinde Progreso, wo Emiliano Sala aufgewachsen ist, wird in der Sporthalle eine Totenwache abgehalten. Die Obduktion hat ergeben: Der argentinische Fussballprofi Emiliano Sala ist beim Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal an Kopf- und Rumpfverletzungen gestorben. «Wir werden eine Blume auf sein Grab legen und uns immer an ihn erinnern»: Vater Horacio Sala bricht beim Interview mit der AFP in Tränen aus. Nun ist es bestätigt: Emiliano Sala ist tot. Hier wird die Leiche aus dem abgestürztem Flugzeug geborgen. Das Wrack wurde nördlich der Kanalinsel Guernsey entdeckt. Auf Unterwasserbildern war eine Leiche im Inneren zu sehen. Die Suche war am Wochenende unter Wasser fortgesetzt worden. Die Position der beiden Schiffe, die bei der Suche nach dem verschollenen Fussballer Emiliano Sala und dem Piloten David Ibbotson eingesetzt wurden (3. Februar 2019, Stand 12:00 Uhr MEZ). Die Geo Ocean III und ... ... die Morven waren seit Sonntagmorgen nördlich der Kanalinsel Guernsey im Einsatz. (3. Februar 2019) Die erste Spur zur Unglücksmaschine? In Surtainville an der französischen Nordwestküste wurden zwei Sitzkissen gefunden, die sehr wahrscheinlich zur vermissten Piper gehören. Dies vermeldete die Abteilung für Flugunfalluntersuchung. (30. Januar 2019) Nachdem die Behörden die Suche am Donnerstagabend (24. Januar) mit der Begründung, dass die Überlebenschancen der beiden Männer «äusserst gering» seien, eingestellt hatten, appellierte Romina Sala, die Schwester des Fussballers, unter Tränen an die Suchkräfte, die Suche nicht aufzugeben. Die Suche vom Wochenende wurde privat finanziert. Lionel Messi hat den Hilferuf von Romina Sala erhört. Der Stürmerstar des FC Barcelona beteiligte sich mit einem Betrag an der Spendenaktion. Auch PSG-Angreifer und Weltmeister Kylian Mbappé trug finanziell dazu bei, dass für Sala eine private Suchaktion erfolgen konnte. Bis am Dienstagmittag (29. Januar) wurden über 366'000 Euro gesammelt, um damit eine private Suchaktion nach Emiliano Sala zu finanzieren. Grosse Hoffnungen ruhten auf David Mearns (l.), der auf Tiefsee-Such- und Bergungsoperationen spezialisiert ist. (2. Februar 2019) «Die rauen Seeverhältnisse werden die grösste Schwierigkeit bei der Suche sein», schreibt der Meereswissenschaftler auf Twitter. Am Montagabend, 21. Januar, verschwand das Kleinflugzeug über dem Ärmelkanal vom Radar, das den argentinischen Fussballer zu seinem neuen Club Cardiff City hätte bringen sollen. Bis diesen Winter spielte der Stürmer für den FC Nantes. Für die Franzosen lief er 133-mal auf. Am 19. Januar wechselte Sala nach einer erfolgreichen Hinrunde in der Ligue 1 (19 Spiele/12 Tore) in die Premier League zu Cardiff City. Der Fussballer machte sich am Montagabend auf den Weg von Nantes nach Cardiff. Das Flugzeug verschwand am späten Montagabend vom Radar. Bis am Donnerstagabend suchten Schiffe und Helikopter im Auftrag der Behörden im Ärmelkanal nördlich von Guernsey nach dem Flugzeug und den Insassen. Die französische Zivilluftfahrtbehörde bestätigte, dass Sala an Bord eines Geschäftsflugzeugs des Typs PA-46 Malibu war. Schwester Romina bangt vor dem Stadion von Cardiff City um ihren Bruder. Die Anteilnahme der Cardiff-Fans ist gigantisch, obwohl Sala nie für ihren Club gespielt hat. Club-CEO Ken Choo gibt den Medien vor Ort Auskunft. Die Spieler von Manchester City setzen im Spiel gegen Burnley mit schwarzen Armbändern ein Zeichen für Sala. Strassburgs Mittelfeldspieler Adrien Thomasson beim Heimspiel gegen Bordeaux ein T-Shirt seines Freundes Sala und betet für ihn.

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Zwei Menschen in Grossbritannien sollen sich ein Foto des tödlich verunglückten argentinischen Fussballers Emiliano Sala im Leichenhaus unrechtmässig beschafft und online gestellt haben. Die Polizei in Wiltshire im Südwesten Englands nahm eine 48-jährige Frau und einen 62 Jahre alten Mann vorübergehend fest, wie sie am späten Montag mitteilte.

Das Foto zeigt den Informationen zufolge den im Januar bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen 28-jährigen Spieler von Cardiff City nach der Obduktion. Es tauchte den Angaben zufolge im Februar auf Twitter auf und wurde «auf mehreren Social-Media-Seiten» weiter verbreitet. Die britische Presse schreibt seit Tagen vom «kranken Foto aus der Leichenhalle».

Vater von verunglücktem Profifussballer Sala ist tot

«Weiteres Leid für Familie»

Die Aufnahme sei von Twitter schnell gelöscht worden, hiess es. Die Polizei nahm damals Ermittlungen auf. Sie fand eigenen Angaben zufolge keine Hinweise auf einen Einbruch in das Leichenhaus. Auch deute nichts darauf hin, dass sich das dortige Personal unangemessen verhalten habe, hiess es in einer Mitteilung. Die Polizei rief dazu auf, das Foto nicht weiter zu verbreiten: «Das verursacht Emilianos Familie und Freunden weiteres Leid.»

Der 28-jährige Sala war am 21. Januar beim Flug von Frankreich nach Wales mit einer Propellermaschine über dem Ärmelkanal abgestürzt. Der zuvor für den FC Nantes aktive Fussballer hatte sich nach einem Millionentransfer auf dem Weg zu seinem neuen Verein Cardiff City befunden. Nach fast zweiwöchiger Suche wurde das Flugzeug auf dem Meeresgrund entdeckt. Laut der Obduktion starb Sala an Verletzungen an Kopf und Rumpf.

(dmo/sda)