Secret Service enthüllt

24. Juli 2014 13:47; Akt: 24.07.2014 14:26 Print

Bills neue Affäre ist eine grossbusige Blondine

Der Secret Service nennt Bill Clintons heimliche Geliebte «Energizer». Indirekt könnte die in einem neuen Buch enthüllte Affäre seiner Frau Hillary politisch schaden.

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Die Beschreibungen der Leibwächter Bill Clintons klingen wie aus einem Kioskroman. «Es war ein warmer Tag, und sie trug ein tief ausgeschnittenes T-Shirt», sagte ein Agent des Secret Service über die Blondine, die beim Wohnhaus des früheren US-Präsidenten in Chappaqua regelmässig eintrifft. Der Leibwächter fährt fort: «Als sie sich nach vorn beugte, waren ihre Brüste sehr sichtbar. Sie schienen sehr straff und sehr neu und voll … ich bezweifle nicht, dass sie vergrössert waren.»

Die Aussagen des Leibwächters stehen in einem Buch von Ronald Kessler über den Secret Service, das erst am 5. August erscheinen wird. Doch die «New York Post» verschaffte sich vorzeitig Zugang zu den saftigsten Passagen aus «The First Family Detail» (Die Leibwächter der Präsidentenfamilien). Als ausgewiesener Kenner des Secret Service beschreibt Kessler laut Untertitel, was dessen Agenten «über das geheime Leben der Präsidenten enthüllen».

Flowers, Lewinsky und viele andere

Im Fall von Bill Clinton ist es stets dasselbe: Frauengeschichten. Schon als Gouverneur von Arkansas war Clinton als Frauenheld bekannt. Während seiner Kandidatur zum US-Präsidenten 1992 warf ihn die langjährige Beziehung mit der Freundin Gennifer Flowers beinahe aus der politischen Bahn. Einmal im Amt, wurde er nach einem Meineid im Gefolge einer Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky vom US-Kongress angeklagt. Der Senat blockte den Vollzug des Impeachments dann aber ab. Bill Clinton blieb insgesamt acht Jahre im Amt und ist heute populärer denn je.

Dass der wohl talentierteste Politiker der USA in all den Jahren ständig Techtelmechtel pflegte, hätten die wenigsten zu behaupten gewagt. Doch Buchautor Kessler konnte dies aus gesprächigen Agenten des Secret Service herauskitzeln.

Sonderrechte für den «Energizer»

Laut Buch lassen die Leibwächter die vollbusige Blondine die Clinton-Residenz nördlich von New York ohne Kontrolle betreten. «Stopp sie nicht, sprich nicht mit ihr, lasse sie einfach rein», soll ein Vorgesetzter einem neuen Agenten erklärt haben. Der Secret Service hat der Frau bereits einen Codenamen gegeben: Energizer. Das Wort spielt auf die Marke eines Batterienherstellers an, dessen Werbespots ein unermüdliches Spielzeugkaninchen zeigen.

Die für den Schutz von Hillary Clinton zuständigen Secret-Service-Agenten teilen jenen von Bill Clinton jeweils mit, wann die frühere Aussenministerin in Chappaqua eintreffen werde. Laut Buch erhalte Bill somit Zeit, «Energizer» vom Anwesen zu entfernen und mögliche Hinweise auf das Schäferstündchen zu beseitigen.

Schädliche Erinnerungen

Unmittelbar werden die Enthüllungen in Kesslers Buch den Anlauf Hillary Clintons auf die Präsidentschaft kaum bremsen. Rückblickend gereichten ihr Bills Affäre mit Monica Lewinsky politisch eher zum Vorteil, denn Hillary konnte sich danach als Opfer darstellen und für ihre Wahl zum US-Senat zusätzliche Frauenstimmen sammeln.

Dennoch: Dass bis heute immer ähnliche Geschichten zum Vorschein kommen, lässt die Clintons als Leute von gestern erscheinen. Indirekt schadet es Hillary, wenn Amerika zu oft über Bill Clinton redet, den Präsidenten aus den Neunzigerjahren. Immer mehr Menschen werden sich fragen: Ist seine hinters Licht geführte Frau wirklich die beste Person, um das Land ins 21. Jahrhundert zu führen?

(sut)