Wahlversprechen

02. Februar 2020 01:19; Akt: 02.02.2020 01:21 Print

Bloomberg will Steuer für «Reiche wie mich»

Der Präsidentschaftsbewerber will Trumps Steuererleichterungen rückgängig machen. Betroffen sind die reichsten 0,1 Prozent der US-Bürger - und damit auch er.

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Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber und Milliardär Michael Bloomberg hat sich für eine deutliche Steuererhöhung für reiche Amerikaner ausgesprochen. Damit solle die wirtschaftliche Ungleichheit im Lande bekämpft und Geld für neue Projekte wie einen Ausbau der Krankenversicherung und bessere Infrastruktur eingeholt werden, teilte sein Wahlkampfteam am Samstag mit. «Diese Investitionen benötigen neue Einnahmen», erklärte Bloomberg. «Und ein gerechteres, progressiveres Steuersystem, das von reichen Amerikanern wie mir mehr Geld einfordert.» Bloombergs Vermögen wird auf 60 Milliarden Dollar geschätzt. Die von ihm gegründete gleichnamige Finanzagentur ist ein Konkurrent der Nachrichtenagentur Reuters.

Bloombergs Massnahmen sollen den Angaben zufolge über zehn Jahre insgesamt etwa fünf Billionen Dollar zusätzlich einbringen. Er spricht sich dabei konkret für eine Rücknahme der von Präsident Donald Trump eingeführten Steuererleichterungen für Wohlhabende aus, eine Anhebung der Unternehmensteuer um sieben Prozentpunkte auf 28 Prozent und eine höhere Kapitalertragssteuer aus. Damit liegt er auf einer ähnlichen Linie wie gemässigte Demokraten, darunter Joe Biden.

Allerdings will Bloomberg zudem eine neue Steuer von fünf Prozent auf Einkommen von mehr als fünf Millionen Dollar im Jahr einführen. Davon wären die reichsten 0,1 Prozent der US-Bürger betroffen. Diese Gruppe hat zwar auch der linke demokratische Kandidat Bernie Sanders im Visier. Er will allerdings ihr Vermögen und nicht ihr Einkommen besteuern. Experten zeigen sich skeptisch, dass dieser Ansatz juristisch machbar wäre. Darauf spielte auch Bloombergs Wahlkampfteam an: «Am wichtigsten ist, mein Plan kann umgesetzt werden», wurde er zitiert.

Vorwahlen beginnen am Montag

Die wirtschaftliche Ungleichheit ist in den USA deutlich grösser als in anderen Industriestaaten. Der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge verfügten 2016 die reichsten ein Prozent der US-Haushalte über mehr als 40 Prozent des Vermögens im Land. Zum Vergleich: Für Deutschland lag der Wert bei 24 Prozent und für Japan bei elf Prozent. Unter den Demokraten wird seit längerem darüber gestritten, wie dieses Ungleichgewicht angegangen werden soll. Die Partei ist dabei in einen linken, sogenannten progressiven Flügel und in einen gemässigteren Flügel gespalten.

Bloomberg ist einer von mehreren Demokraten, die bei der Präsidentschaftswahl im November gegen Trump antreten wollen. Die ersten Vorwahlen beginnen am Montag im Bundesstaat Iowa, wo Bloomberg allerdings noch nicht antritt. Ein klarer Favorit auf Seiten der Demokraten ist bislang nicht zu erkennen. Bei den Republikanern darf Trump für eine weitere vierjährige Amtszeit kandidieren.

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.W. am 02.02.2020 02:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich

    Steuervergleiche sind schwierig, da viele andere Faktoren dazukommen. Unternehmenssteuer in der Schweiz im Durchschnitt 17,4%. Ist für ein KMU genug. Wenn Bloomberg 28% will, wäre das wahrscheinlich mehr als genug. Diejenigen, die bei uns die Firmen vertreiben wollen, rechnen offenbar nicht damit, dass die Schweiz wieder verarmen könnte und wir uns dann wieder vermehrt beim Papst in der Schweizergarde melden müssen. Wir geben zu viel Geld für Bürokratie und Perfektionismus aus. Es gibt noch zu viele wirklich Arme in der Schweiz. Wir schaufeln uns ins Grab mit unseren Pensionskassen, welche unnötig die Land- und Wohnungspreise in die Höhe treiben. Notabene mit unserem eigenen Pensionsgeld. Und genau so schlimm sind die Versicherungen, welche trotz hohen Prämien wenig bieten.

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  • Moli am 02.02.2020 03:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwindler

    Warum hat der dies nicht vor 40 Jahren gefordert.

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  • DrFinazober am 02.02.2020 02:33 Report Diesen Beitrag melden

    Leere Versprechungen

    Es sind wieder leere Versprechungen. Er kann ja jetzt schon freiwillig zahlen und beweisen dass er wirklich ernst meint. Sobald er Präsidnet wird, wird alles vergessen. Man kennt es schon.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc am 03.02.2020 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andrew Yang

    Andrew Yang mit abstand der beste Mann! Er hat die Lösungen für die Zukunft.

  • Leorio am 03.02.2020 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Epstein didn't killed himself

    Falls sich einer fragt, bloomberg ist bestens vernetzt und ja auch sogar bis in die Medien hierzulande. Gehören zum Teil zu Amerika. Auf diese Deep-State gruppe incl. Biden sollte man verzichten.

  • Un Gläubiger am 03.02.2020 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Moment

    für Bloomberg seine Geschichte zu erzählen mit welchen Mitteln und durch welche Umstände er so Reich wurde. Mit Arbeit sicher nicht oder wer glaubt sowas.

  • Kian am 03.02.2020 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerschlupflöcher

    Vieleicht würde es mehr bringen zuerst die Steuerschlupflöcher und Steuerparadise innerhald der USA ( Stichwort: Delaware, Florida ) zu stopfen? Ich bin mir sicher, Mr. B.s Anwalt weiss schon jetzt wie er verhindern wird dass Mr. B. selber mehr Steuern zahlen muss...

  • Presi am 02.02.2020 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnig

    Viel schlimmer kannst es ja nicht Kommen