Einsatz für Koka-Blätter

29. Juni 2011 09:24; Akt: 29.06.2011 11:03 Print

Bolivien tritt aus Drogenkonvention aus

In den Anden sind Koka-Blätter ein Genussmittel und hilfreich bei Höhenkrankheit. Um die Tradition des Kokakauens zu bewahren, verlässt La Paz die Uno-Drogenkonvention.

storybild

In Bolivien sind Koka-Blätter ein beliebtes Genussmittel: Die Blätter werden gekaut oder als Tee getrunken. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bolivien wird aus der Uno-Drogenkonvention austreten, um die Tradition des Kokakauens im Andenland zu bewahren. Der Senat in La Paz verabschiedete am Dienstagabend (Ortszeit) ein Gesetz, das den Präsidenten Evo Morales bevollmächtigt, den Vertrag bis zum 1. Juli zu kündigen.

Die Abgeordnetenkammer hatte bereits vergangene Woche mit grosser Mehrheit das Regierungsprojekt befürwortet. Nach sechs Monaten wird der Austritt am 1. Januar 2012 gültig.

Kokakauen nicht verpönen

Unmittelbar danach will Bolivien der UNO-Konvention wieder beitreten, aber unter Vorbehalt des Artikels 49, der das Kauen von Kokablättern verbietet.

Damit will die Regierung Morales klarstellen, dass sie sich weiter im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel engagiert, doch das allgemein im Land verbreitete Kokakauen nicht verpönen wird.

In den Anden sind die Koka-Blätter seit Jahrhunderten ein Genussmittel und gelten unter anderem als hilfreich gegen die Höhenkrankheit.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • franz gigax am 29.06.2011 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    sehr schön.

    kuhle sach, finde ich gut.

  • juan jose am 29.06.2011 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    bravo

    bravo Evo Morales!

  • Hans Zimmer am 29.06.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Grundsätzliches Problem

    Es ist längst klar, dass Kokain in reiner Form und in Massen genossen das beste Antidepressivum ist. Die Pharmaindustrie hat immer schon fleissig daran gearbeitet, Kokain zu illegalisieren, um diesen Markt zu dominieren. Die Frage allerdings, weshalb man überhaupt Antidepressiva braucht, ist noch nicht beantwortet, wenn man das Monopool der Pharmaindustrie bricht und Kokain legalisiert. Eine Gesellschaft, in der die Menschen so viele Drogen brauchen, um zu funktionieren, hat ein grundsätzliches Problem.

Die neusten Leser-Kommentare

  • el loco am 29.06.2011 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    VIVA MORALES

    der tut das einzig richtige!

  • Milky Way am 29.06.2011 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Teil 2

    Es gibt sowieso keinen Grund, wieso Koka- und Khatblätter nicht im Supermarkt verkauft werden dürfen, denn diese Produkte sind mit Kaffe und Grüntee vergleichbar und neben den Wirkstoffen beinhalten sie noch viele Vitamine und Mineralien. Wenn man deren Schädigungspotential anschaut und mit Alkohol vergleicht, sieht man, dass die Prohibition absolut willkürlich und absurd ist. Von wissenschaftlicher Basis keine Spur. Es ist eine rein angstbasierte Politik, die die Bürger erst noch mit Falschinformationen füttert und Konsumenten als Menschen zweiter Klasse behandelt.

  • juan jose am 29.06.2011 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    bravo

    bravo Evo Morales!

  • Milky Way am 29.06.2011 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Das einzig Richtige

    Die Prohibition hat weit mehr Schaden angerichtet, als deren Befürworter vorgeben abgewendet zu haben. Die meisten angeblich durch Drogen verursachten Schäden, wurden überhaupt erst durch die Prohibition verursacht. Gerade bei Opiaten ist ein solches Vorgehen kontraproduktiv, da diese Substanzgruppe Eigenschaften besitzt, die eine exakte Dosierung bedingen. Durch die Prohibition kommt es jedoch zu Wirkstoffschwankungen, die überhaupt erst zu den vielen Überdosistoten führen.

  • ZürcherZeit am 29.06.2011 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Diskutieren mit jedem Land individuell

    Die UN Drogenkonvention sollte besser mit den verschiedenen Ländern dikutieren und die verschiedene Kulturen in Betracht zu ziehen anstatt hinter dem Schreibtisch zu sitzen und oberflächlich Entscheidungen zu treffen.