19. April 2005 16:24; Akt: 19.04.2005 17:41 Print

Bombendrohung gegen US- Aussenministerin

In Moskau ist der Autokonvoi von Condoleezza Rice umgeleitet worden. Im Hotel, in dem die US-Aussenministerin wohnt, hatte es eine Bombendrohung gegeben.

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Eine Bombendrohung hat am Dienstag den Beginn des Moskau-Besuchs von US-Aussenministerin Condoleezza Rice verzögert. Die Drohung richtete sich gegen das Hotel Renaissance, in dem sie während ihres zweitägigen Aufenthalts wohnen sollte. Nach Angaben aus dem US-Aussenministerium gab es auch noch eine zweite Drohung in der Nähe des Hotels. Während russische Sicherheitskräfte das Hotel durchkämmten, fuhr Rice zur Residenz des US-Botschafters. Ein Teil ihrer Begleitung fuhr zur Botschaft selbst.

Die Aussenministerin begann in Moskau eine fünftägige Europareise. Dabei stand die Vorbereitung des Anfang Mai geplanten Russland-Besuchs von Präsident George W. Bush im Mittelpunkt. Rice sollte mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie ihrem Kollegen Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Iwanow zusammentreffen. Weitere Stationen sind die ehemaligen Sowjetrepubliken Lettland und Georgien.

Bei den Gesprächen in Moskau werde es um politische, militärische und humanitäre Fragen gehen, sagte der russische Aussenamtssprecher Alexander Jakowenko. US-Präsident Bush wird am 9. Mai in Moskau an den Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa teilnehmen. Bush und Putin hatten sich zuletzt im Februar in der slowakischen Hauptstadt Bratislava getroffen. Rice werde während ihres zweitägigen Aufenthalts in Moskau auch über die Umsetzung der dort getroffenen Vereinbarungen sprechen, sagte Jakowenko.

Rice will nach eigenem Bekunden die Besorgnis der USA hinsichtlich der demokratischen Entwicklung zum Ausdruck bringen. Im Westen wird nicht ohne Sorge registriert, dass Putin immer mehr Macht an sich zieht. Rice erklärte auf dem Weg nach Moskau aber auch, es gebe Anzeichen, dass die Demokratie in Russland fester werde. Sie verwies dabei auf die jüngsten Proteste der Rentner gegen die Sozialkürzungen. Ein Zurück in die totalitären Zeiten der Sowjetunion werde es nicht mehr geben, sagte Rice.

(ap)